Rückkehr der ersten Werder-Avengers?

Kurzpässe am Montag
Noch fit? Clemens Fritz und Frank Baumann waren am Samstag Spekulationsobjekt (Foto: nordphoto).
Kurzpässe
Montag, 16.09.2019 / 15:11 Uhr

+++ Versammelt euch: Florian Kohfeldt konnte nach dem Sieg bei Union Berlin über die bittere Verletzungsmisere des SV Werder sogar schon wieder etwas schmunzeln. Für den Ernstfall, dass die Liste der Spieler noch länger werden sollte, hat der Cheftrainer noch einige besonderere Asse im Ärmel. „Im Hintergrund trainieren Tim Borowski, Clemens Fritz und Frank Baumann schon wieder“, amüsierte sich der 36-Jährige und fügte seiner Vision an: „Ich sehe es schon vor mir: 'The Avengers'.“ Dass die Werder-Legenden in neuer Funktion noch zu Heldentaten fähig sind, zeigt Co-Trainer Borowski stellvertretend für die drei hin und wieder im Mannschaftstraining. Das Spiel gegen RB Leipzig am Samstag, 21.09.2019 (ab 17.30 Uhr im betway Live Ticker auf WERDER.DE), wäre dann ihr ganz persönliches „Endgame“, zu dem es wohl nicht kommen wird. Danach kann es gerne mit den richtigen „Avengers“ weitergehen, wenn sich die bisher Verletzten endlich fit im Kabinentrakt des SVW versammeln. +++

+++ Der Alleskönner: An das Spiel im Stadion "An der Alten Försterei" wird sich Claudio Pizarro noch lange erinnern - und das, obwohl er mit seiner 20-jährigen Bundesliga-Erfahrung schon gut wie alles erlebt hat. Zwar hat Werders Nummer 14 sich nicht mit einem Treffer verewigen können, doch das war an diesem Samstagnachmittag auch gar nicht seine Aufgabe. Auf der ungewöhnlichen Position des Sechsers verhalf der Peruaner den Grün-Weißen zum Sieg. Eine skurrile Situation, wie selbst Florian Kohfeldt im Anschluss zugeben musste: „Von solchen Entscheidungen habe ich nicht geträumt, als ich Bundesliga-Trainer geworden bin. Claudio Pizarro zu trainieren, ist richtig geil, aber ihn auf die Doppel-Sechs zu stellen, naja.“ Vom grün-weißen Rekordtorschützen zum defensiven Abräumer – die Werder-Legende „kann einfach alles“. +++

Benjamin Goller feierte gegen Union Berlin seine Bundesliga-Premiere (Foto: nordphoto).

+++ Bundesliga-Premiere für Goller: Zugegeben, es gibt einfachere Situationen um sein erstes Bundesliga-Spiel zu absolvieren. Mitten zwischen den beiden Platzverweisen von Unions Subotic und Sahin wurde Benjamin Goller eingewechselt. Der 20-jährige Sommer-Neuzugang feierte damit sein Debüt im Deutschen Fußball-Oberhaus. Es war der verspätete Lohn für gute Leistungen in der Vorbereitung, nach der der Offensivakteur verletzungsbedingt wochenlang ausgefallen war. „In der Vorbereitung habe ich großes Vertrauen zu ihm gefasst. Bis zu seiner Verletzung hatte er starke Aktionen. Den Einsatz heute hat er sich verdient“, sagte Florian Kohfeldt über Goller, der für den FC Schalke 04 zwar schon in der Champions League aufgelaufen war, nicht aber in der Liga. +++

+++ Entwarnung bei Osako: Alles halb so wild. Yuya Osako hat das Union-Spiel ohne Verletzung überstanden. Nach 68 Minuten hatte der Japaner den Platz vorzeitig verlassen, auch Cheftrainer Florian Kohfeldt hoffte nach dem Schlusspfiff, dass es sich bei Strippenzieher Osako um keine schlimmere Blessur handele. Dafür gab es am Sonntag nach eingehenden Untersuchung die Bestätigung: Es gibt keine strukturellen Schäden in der Wade. Ein Einsatz gegen RB Leipzig ist nicht in Gefahr. +++

Florian Kohfeldt spielte in Berlin erstmals ohne Maximilian Eggestein (Foto: nordphoto).

+++ Time to say Goodbye: Es löste einen besonderen Schmerz aus, gab der grün-weiße Cheftrainer zu, als er Maximilian Eggestein in Bremen zurücklassen musste und in den Zug nach Berlin einstieg. Denn die Bundesliga-Partie gegen Union Berlin war das erste Pflichtspiel als Cheftrainer, indem Florian Kohfeldt seinen Mittelfeldakteur nicht im Kader hatte. „Es war schon ein tränenreicher Abschied, das muss ich ehrlich zugeben“, unterstrich der Coach das besondere Verhältnis, der dennoch, wie so oft, eine passende Lösung in der Trickkiste hatte: „Ich habe den anderen Eggestein aufgestellt, damit ich mich nicht so einsam fühle“, scherzte Kohfeldt. Dass sich gegen Leipzig dieses Gefühl wiederholt, wünscht sich kein Werderaner. +++

+++ 25 Jahre und 259 Tage: Nach seinem Debüt für den SV Werder ist Leonardo Bittencourt der jüngste Profi, der bereits für fünf Klubs in der Bundesliga auflief. Nach seinem Profi-Debüt für Energie Cottbus in Liga zwei feierte der gebürtige Leipziger seiner Bundesliga-Premiere für Borussia Dortmund im Alter von 18 Jahren und zehn Monaten. Es folgten Einsätze für Hannover 96, den 1. FC Köln, 1899 Hoffenheim und nun ein gelungenes erstes Spiel für den SV Werder. +++

 

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