Schaaf: Der logische Kreislauf

Thomas Schaaf ist neuer Technischer Direktor der Werderaner und freut sich auf die neue Aufgabe (Foto: nph).
Profis
Mittwoch, 11.07.2018 // 17:31 Uhr

Von Max Brosta

Einst schlenderte Thomas Schaaf gedankenverloren über den Rasen des Münchner Olympiastadions. In den vergangenen Tagen machte Schaaf erneut einen Rundgang. Weit weniger in Gedanken verloren, vielmehr auf Streifzug durch die Räumlichkeiten des WERDER Leistungszentrums und die Trainingsanlage des SVW, seinem neuen und alten Arbeitgeber. Der 57-Jährige dürfte an manchen Stellen geschmunzelt und in alten Erinnerungen geschwelgt haben. Manches dürfte in ihm aber auch den Wunsch nach Veränderung hervorgerufen haben.

Nach 46 Jahren ist er wieder da, wo alles begonnen hat. Als Technischer Direktor übernimmt Schaaf, dessen Laufbahn sowohl als Spieler als auch als Trainer im Nachwuchsbereich begann, wieder eine wichtige Funktion innerhalb des SV Werder. „Nachwuchs war immer ein großes Thema, mit dem ich mich stets beschäftigt habe“, erklärt Schaaf einen in sich logisch geschlossenen Kreislauf. Schaaf hilft bei der Ausbildung der Jugendspieler, der er einst selbst war.

Voller Elan startet der ehemalige Cheftrainer in eine neue Zeitrechnung (Foto: nordphoto).

„Das, was ich hier machen kann“, sagt er, „habe ich lange gemacht und bereitet mir immer noch sehr viel Spaß.“ Schaaf brennt förmlich für seinen neuen Posten: „Die Vorfreude war groß, endlich in diesem Bereich einzusteigen.“ Denn schließlich, so macht er deutlich, „ist meine Geschichte insgesamt mit Werder Bremen sehr verbunden.“ Keine Frage, Thomas Schaaf steht wie kaum ein anderer für die erfolgreichste Zeit des SVW: 14 Jahre Cheftrainer, Double-Gewinn aus Meisterschaft und Pokal 2004 sowie zwei weitere Pokaltriumphe. Hinzu kommen zwei Meistertitel, zwei Pokalerfolge und der Sieg im Europapokal der Pokalsieger als Spieler.

Schaaf wirkt engagiert und voller Tatendrang. „Es macht einfach Spaß, wieder hier zu sein“, freut er sich. Doch es beginnt eine neue Zeitrechnung. Denn der legendäre Werder-Coach steht weder auf dem Platz noch an der Seitenlinie. „Ich stehe in meiner derzeitigen Position auch nicht als Trainer zur Verfügung – weder intern noch extern“, macht er deutlich. Nicht nur weil der Job als Technischer Direktor seine vollste Hingabe verlange. „Ich bin sehr fixiert auf das, was ich an Aufgaben habe“, erklärt der ehemalige Cheftrainer. Jetzt ist Schaaf mit dafür verantwortlich, die Prozesse im Verein zu optimieren und die Grün-Weißen, insbesondere im Nachwuchsbereich, noch besser aufzustellen (siehe Extrameldung). Schaaf will eine Stütze sein, seine Erfahrungen aus den erfolgreichen Werder-Jahren als Aktiver und auch als Trainer weitergeben. Zudem kann Schaaf aus reichlich Erfahrung aus der Tätigkeit bei der UEFA schöpfen.

All das hätte er auch für andere Vereine tun können. Doch für Schaaf kam nicht in Frage, einen Posten nur wegen des Postens willens zu übernehmen. „Für mich ist nicht das große Geld das Thema oder einmal als Nationaltrainer zu arbeiten. Alternativen hätte es für mich gegeben.“ Und so hat er sich bewusst dazu entschlossen, den Kreislauf nur beim SV Werder schließen zu können. Logisch, denn nun kehrt Schaaf dort zurück, wo vor 46 Jahren alles begann, und wofür bis heute sein Herz schlägt: in den Nachwuchsbereich.

 

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