Geduldsprobe bestanden

Die Stimmen zum Sieg gegen Freiburg

Der SV Werder bleibt in der Rückrunde ungeschlagen, dank des 2:1-Heimsieges (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 13.04.2019 // 20:11 Uhr

Von Lukas Kober und Yannik Cischinsky

Am Ende gibt es unter den Grün-Weißen jede Menge Gewinner an diesem 29. Spieltag: Die Torschützen Davy Klaasen und Theodor Gebre Selassie, Rückkehrer Yuya Osako, Debütant Stefanos Kapino und schlussendlich die gesamte Mannschaft, die sich mit dem Heimsieg Platz sechs in der Bundesliga zurückeroberte. Trotzdem war der SC Freiburg der erwartet schwere Gegner. "Am Ende war es ein Geduldsprobe", fasste Maximilian Eggestein den 2:1-Sieg zusammen. Lange schien es, als würde sich der SVW die Zähne am Breisgauer Abwehrbollwerk ausbeißen. Bis Davy Klaassen mit seinem Kopfballtor in der 76. Minute das ausverkaufte Weser-Stadion erlöste. Kurz darauf war es Theodor Gebre Selassie, der für die Grün-Weißen den Deckel drauf machte.

WERDER.DE fasst die wichtigsten Stimmen des Heimsieges zusammen.

Zum Spielverlauf:

Jiri Pavlenka konnte nur eine Halbzeit spielen, für ihn kam Stefanos Kapino (Foto: nordphoto).

Maximilian Eggestein: "Wir wussten eigentlich von Anfang an, dass es mühsam wird. Du hast einfach nicht so viel Zeit, weil sie mit elf Mann verteidigen. Wir haben natürlich gehofft, ein frühes Tor zu erzielen, damit Freiburg das Ganze auch ein bisschen offener gestalten muss. Das ist uns leider nicht gelungen. Am Ende war es dann eine Geduldsprobe. Es war ein hartes Stück Arbeit, wirklich nicht einfach. Freiburg hat sehr gut in der Ordnung gestanden und immer wieder auf Konter gelauert. Das haben wir in der Absicherung nicht immer gut gemacht. Deswegen haben wir einige brenzlige Situationen zugelassen. Letztendlich geht es einfach nur noch darum, die Punkte zu holen."

Davy Klaassen: "Wir wussten schon, dass es eine sehr eklige und gut organisierte Mannschaft ist. Da musste wir echt genau spielen, um durch das Bollwerk zu kommen. Der Anfang war okay. Zehn bis 15 Minuten haben wir gut Druck gemacht. Dann war es ein bisschen schwieriger. Die zweite Halbzeit war ein bisschen besser. Am Ende war der Sieg verdient."

Theodor Gebre Selassie: „Es war ein sehr schweres Spiel. Freiburg hatte gefährliche Konter, aber das mussten wir in Kauf nehmen, weil wir auf Sieg gespielt haben. Es war sicher kein schönes Spiel, aber in dieser Phase der Saison zählen nur die Punkte.“

Florian Kohfeldt: „Es war ein hartes Stück Arbeit, aber am Ende war es ein hochverdienter Heimsieg. Ich muss dem Team ein großes Kompliment aussprechen. Die beiden wichtigsten Dinge waren die Konterabsicherung die die Entscheidungsfindung im letzten Drittel. Beides haben wir weitestgehend gut gemacht. Wir hätten noch mehr die Tiefe suchen müssen, auch gegen einen so tiefstehenden Gegner, um Räume aufzuziehen. Aber wir sind ruhig geblieben, waren geduldig und sind nicht kopflos angerannt. Auch ich musste geduldig bleiben. Ich habe zu jeder Zeit gespürt, dass das Team unbedingt wollte.“

Zu Claudio Pizarros Einwechslung:

Verlieh der grün-weißen Offensive noch mehr Präsenz: Claudio Pizarro (Foto: nordphoto).

Maximilian Eggestein: Wir wollten einfach gewinnen. Deswegen haben wir Piza gebracht, um vorne mehr Flanken zu können und eine weitere Anspielstation zu haben. Ich glaube Claudio hatte drei gefährliche Chancen. Mit ein bisschen mehr Glück macht er da die Tore. Er hat eine unglaubliche Präsenz. Die Zuschauer gehen da noch einmal ganz anders mit. Das bringt einen schon weiter."

Davy Klaassen: "Ich glaube, dass ganze Stadion brennt, wenn er rein kommt. Er gibt uns ein gewisses Vertrauen. Er ist einfach super wichtig für uns."

Florian Kohfeldt: „Claudio ist ein wahnsinniges Phänomen. Wenn er eingewechselt wird, verändert er die Statik des Spiels. Ihn einzuwechseln, verändert alles. Ich möchte heute ein großes Kompliment aussprechen – für seine Lebensleistung, aber auch dafür, wie er uns immer noch hilft. Er war heute der Schlüssel.“

Zu den Bayern-Spielen:

Maximilian Eggestein: "Jetzt können wir damit langsam anfangen. Ab Dienstag bereiten wir uns auf die Bayern vor. Wir wollen beide Spiele gewinnen. Mit dieser Einstellung gehen wir auch rein. Natürlich wissen wir, dass es insbesondere auswärts schwierig wird. Die Vorfreude ist sehr groß. Jetzt werden wir das heutige Spiel erst einmal zwei Tage genießen und dann geht’s los."

Theodor Gebre Selassie: „Wir haben zwei Tage Zeit, den Sieg heute zu genießen, dann fokussieren wir uns auf Bayern. Gegen Bayern zu spielen ist immer das schwerste Spiel der Saison; jetzt treten wir gleich zweimal gegen sie an. Wir wollen in der Liga etwas mitnehmen und zuhause im Pokal ist sowieso immer alles möglich.

Florian Kohfeldt: „Es sind zwei Spiele gegen die individuell beste Mannschaft Deutschlands, die extrem schwierig werden. Dass wir jedes Spiel gewinnen wollen, ist mittlerweile bekannt. Natürlich fokussieren wir uns zunächst auf die Liga, wollen da etwas holen, aber auf das Pokalspiel freue ich mich wie ein kleines Kind. Ich kann nicht versprechen, dass wir beide Spiele gewinnen, aber ich kann versprechen, dass wir als Team alles dafür geben werden.“

Zu Stefanos Kapino:

Maximilian Eggestein: „Wir haben es gar nicht so richtig mitbekommen. Irgendwann hieß es dann, dass Kapi kommt und ich fand er hat es richtig gut gemacht. Er hat in England, Griechenland und auch schon Champions League gespielt. Wir haben uns da gar keine Sorgen gemacht. Wir kennen ihn aus dem Training. Er ist ein super Torhüter! Ich glaube man hat gesehen, dass er gerade auch bei Flanken Ruhe ausgestrahlt hat. Da müssen wir uns keine Sorgen machen, auch wenn er gegen Bayern spielen müsste.“

Florian Kohfeldt: „Da hat der Grieche mal gezeigt, dass er nicht nur ein überragender Typ ist, sondern auch ein toller Torwart. Er ist in einer unglaublichen Drucksituation gekommen und hat beim Stand von 0:0 einen wichtigen Ball gehalten. Es freut mich für ihn, dass er heute mal im Fokus stand. Er ist ein kompletter Torhüter, fußballerisch stark und mit der Attitüde eines Keepers – positiver Verrücktheit. Er ist wichtig für die Truppe, organisiert auch mal Abende für das Team oder wenn was aus dem Spint fehlt, weiß man, das war Kapi. Außerdem verliert er regelmäßig gegen mich im Tischtennis. Also ist es insgesamt ein netter Umgang mit ihm (lacht).“