Alles versucht, mehr verdient

Die Stimmen zum Stuttgart-Spiel

Werder zeigt sich gegen den VfB Stuttgart erneut stark und verliert dennoch (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 29.09.2018 // 19:05 Uhr

Von Yannik Cischinsky und Max Brosta

Werder kämpft, Werder zeigt große Leidenschaft und doch müssen die Grün-Weißen nach der äußerst unglücklichen 1:2-Niederlage gegen den VfB Stuttgart (zum Spielbericht) ohne Punkte im Gepäck zurück in die Hansestadt reisen. Und das, obwohl der SV Werder in diesem Spiel trotz knapp 60-minütiger Unterzahl eine der stärksten Leistungen dieser Bundesliga-Saison zeigte. „Ich habe uns selten spielerisch und kämpferisch so stark gesehen“, betonte Kapitän Max Kruse. Doch trotz des Wissens, eine gute Leistung abgeliefert zu haben, übten die Werderaner nach der Partie auch Selbstkritik. „Unsere Chancenverwertung war zu schlecht“, brachte Maximilian Eggestein auf den Punkt.

WERDER.DE fasst alle Stimmen zur bitteren ersten Saisonniederlage zusammen.

Zum Spielverlauf:

Die Grün-Weißen hadern mit ihrer Chancenverwertung (Foto: nordphoto).

Nuri Sahin: „Es war ein Spiel, das wir nicht verlieren dürfen. Trotz Unterzahl gab es in puncto Fußball und Konsequenz nur eine Mannschaft. Und das waren wir. Am Ende haben wir es mit zehn Mann nicht geschafft, noch etwas zu reißen. Das ist enttäuschend.“

Max Kruse: „Wir haben da weitergemacht, wo wir gegen Hertha aufgehört haben und die Partie 80 Minuten dominiert. Die Stuttgarter saßen in der Pause in der Kabine und wussten selbst nicht, warum sie führen. Fußballerisch war das wieder eine unserer besten Leistungen. Selten habe ich uns in Unterzahl so dominant, so spielerisch und kämpferisch überlegen gesehen. Wir müssen uns vorwerfen lassen, die Tore nicht gemacht zu haben. Das war ausschlaggebend dafür, dass wir verloren haben.“

Maximilian Eggestein: „Wir sind extrem enttäuscht, weil wir mehr verdient gehabt hätten. Die Gegentore sind zu einfach gefallen, unsere Chancenverwertung war nicht gut und auch etwas Pech hatten wir. Claudio trifft den Pfosten, ich treffe den Pfosten – da hätten wir unsere Tore machen müssen. Am Aufwand hat es nicht gelegen. Auch fußballerisch haben wir Lösungen gefunden und waren bis zu den letzten Minuten die bessere Mannschaft.“

Claudio Pizarro: „Das war eine gute Leistung von uns in einem komplizierten Spiel. Das passiert. Wir werden uns wieder aufrichten.“

Milos Veljkovic: „Ich denke, wir haben gut begonnen. Der Platzverweis tut mir Leid, aber das Team hat eine gute Reaktion gezeigt. Ich bin stolz, dass wir bis zum Schluss alles versucht und gekämpft haben. Wir waren mutiger, wir wollten mehr und hätten aufgrund der Chancen drei Punkte verdient gehabt.“

Florian Kohfeldt: „Wir verlieren das Spiel aufgrund von einigen Entscheidungsfehlern. Beim 0:1 fehlt die Konterabsicherung. Plötzlich liegen wir zurück und keiner weiß warum. Zur Pause steht es 0:1, wir sind einer weniger, aber wir spielen weiter nach vorne. Wir versuchen alles, wollen spielbestimmend auftreten und gewinnen. Damit kann ich mich identifizieren. Natürlich kann man die offensiven Wechsel kritisieren. Aber wenn ich in der Pause erzähle, dass wir unbedingt siegen wollen und nach dem Ausgleich drei Defensive bringe, mache ich mich unglaubwürdig. Deshalb haben wir alles versucht und die Leistung der Mannschaft heute war überragend. Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen.“

Frank Baumann: „Natürlich ärgern wir uns, aber wir sind auch stolz auf die gezeigte Leistung und dass wir am Ende einer ‚Englische Woche‘ so aufgetreten sind. Wir haben von der ersten Minute an gut gespielt, waren spielbestimmend. Wir haben durch eigene Fehler verloren, die das Spiel entschieden haben. Dennoch ist die heutige Leistung eine Bestätigung dafür, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Die Spieler haben verinnerlicht, worauf es ankommt."

Zur gelb-roten Karte von Milos Veljkovic:

Werder muss gegen den VfB ab der 36. Minute in Unterzahl spielen (Foto: nordphoto).

Milos Veljkovic: "In der ersten Situation bringt mich mein Gegenspieler zu Fall, ehe ich ihn foule. Über diese Gelbe Karte kann manstreiten, aber die zweite Gelbe ist definitiv meine Schuld. Das darf mir nicht passieren, das tut mir Leid für die Mannschaft."

Florian Kohfeldt: "Milos weiß selbst, was falschgelaufen ist und kann diesen Platzverweis gut einordnen. Er hat uns mit starken Leistungen in letzter Zeit häufig Punkte beschert, deshalb müssen wir ihn heute in Schutz nehmen."

Zum kuriosen "Werder-Treffer":

Freut sich über das kuriose Eigentor des VfB Stuttgart: Claudio Pizarro (Foto: nordphoto).

Maximilian Eggestein: „Das nimmt man in solchen Spielen, in denen vorne der Knoten nicht platzen will, gerne mit. In der Haut von Ron-Robert Zieler möchte man in diesem Moment aber ganz sicher nicht stecken.“

Florian Kohfeldt: „Es war eine kuriose Situation, die ich gar nicht gesehen habe, da ich mit einem langen Schlag gerechnet habe und ich mich schon umgedreht hatte, um den zweiten Ball im Blick zu haben. Für ihn ganz persönlich freut es mich, dass es kein spielentscheidender Fehler war. Das wünscht man keinem.“

Milos Veljkovic: „Das war ein Aussetzer vom Keeper, der passieren kann. In dieser Phase haben wir allerdings auch Druck gemacht, gepresst. Das Tor musste einfach fallen.“