Glücklich? Ja. Zufrieden? Nein.

Die Stimmen zum Frankfurt-Spiel

Da lassen sie sich die Werder-Profis feiern: Der SVW freut sich über drei Last-Minute-Punkte (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 01.09.2018 // 20:01 Uhr

Von Patricia Folkerts, Max Brosta und Christoph Pieper

Ein Last-Minute-Treffer per Traumfreistoß, ein Tor nach Videobeweis, eine Rote Karte für die Frankfurter und ein Schockmoment durch die Verletzung von Jiri Pavlenka: Die Partie zwischen dem SV Werder und der SG Eintracht Frankfurt hatte vieles zu bieten. Am Ende jubelten die Grün-Weißen spät über den ersten Sieg in dieser Bundesliga-Saison 2018/2019. Das Hauptziel haben die Werderaner damit erreicht: 1:2 gewonnen und drei Punkte aus der Finanzmetropole geholt. Doch bis dahin war es ein hartes Stück Arbeit. Das macht sich auch in den Stimmen der Grün-Weißen bemerkbar. Glücklich über die ersten Sieg? Ja. Zufrieden mit der Spielweise über die kompletten 90 Minuten? Nein.

WERDER.DE fasst alle Stimmen zum Last-Minute-Sieg der Grün-Weißen in der Commerzbank-Arena zusammen.

Zum Spielverlauf:

Das Hauptziel erfüllt: Werder holt die ersten drei Punkte der Saison (Foto: nordphoto).

Florian Kohfeldt: „Wir haben in den ersten 30 Minuten das gespielt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir hatten die nötige Tiefe, die Kontrolle, haben uns viele Chancen rausgespielt und gut gepresst. Nach der Roten Karte wurde es dann wilder, wir haben zu oft auf Konter spekuliert und uns die Chancen nicht mehr so zwingend erarbeitet. Nach der Auswechslung von Pavlas hatte ich eher das Gefühl, dass Frankfurt ein Mann mehr war. Es ist unser Anspruch, das besser auszuspielen. Aber das Hauptziel war zu gewinnen. Das haben wir geschafft.“

Martin Harnik: „Der Elfer hat uns schon aus dem Konzept gebracht. Wir haben oft kein Mittel gefunden, um die Chancen zu Ende zu spielen. Aber am Ende haben wir verdient gewonnen. Mit vier Punkten in der Bundesliga und dem souveränen Sieg im Pokal, können wir mit einer positiven Einstellung in die Länderspielpause gehen.“

Davy Klaassen: „Wir haben viele Chancen nicht gemacht und das 1:1 war ein Schock für uns. Wir müssen unsere Möglichkeiten auf jeden Fall besser verwerten. Aber am Ende sind wir froh über die drei Punkte.“

Frank Baumann: „Wir können nicht ganz zufrieden sein mit unserer Leistung, aber wir haben uns über den Ausgang des Spiels sehr gefreut.“

Ludwig Augustinsson: „Die schlechte Situation um Pavlenka war nicht gut für uns. Umso glücklicher sind wir aber, dass wir am Ende mit einem traumhaften Freistoß von Milot Rashica noch gewinnen konnten.“

Philipp Bargfrede: „Der Jubel war nach dem Treffer natürlich groß. Ich hatte zum Glück von der Bank nur einen kurzen Weg zu den anderen (lacht). Dass wir mit der letzten Aktion  das Ding noch gewuppt kriegen, ist natürlich sehr stark. Aber wir haben uns vor allem in der zweiten Halbzeit mehr vorgenommen.“

Max Kruse: „Wir haben in der zweiten Hälfte keinen guten Fußball gezeigt und spielerisch nicht die Lösungen gehabt. Wir haben es vor dem Siegtreffer einfach nicht gut ausgespielt. Da müssen wir besser auftreten, wenn wir als Auswärtsmannschaft 1:0 in Führung gehen und dann noch ein Mann mehr sind. Frankfurt hat gerade nach der Roten Karte alles in die Waagschale geworfen. Wir müssen das Spiel dann früher schon entscheiden. Letztendlich sind wir aber glücklich über die drei Punkte.“

Milot Rashica: „Es war ein sehr aggressives Spiel. Die Fans haben uns aber die ganze Zeit nach vorne gepusht. Wir wollten unbedingt gewinnen und das haben wir getan.“

Zur Verletzung von Jiri Pavlenka:

Schockmoment für alle Grün-Weißen: Pavlenka bleibt am Boden liegen (Foto: nordphoto).

Florian Kohfeldt: „Pavlas ist im Krankenhaus und wird dort auch noch eine Nacht zur Beobachtung bleiben. Er war wieder bei Bewusstsein und ansprechbar. Es ist nichts gebrochen. Das ist die gute Nachricht.“

Martin Harnik: „Ich habe nur mitbekommen, dass Pavlas jetzt im Krankenhaus ist. Ich hoffe, es geht ihm bald wieder gut.“

Davy Klaassen: „Es sah nicht gut aus. Für unser Spiel war es ein Schock und im ersten Moment sehr schwierig.“

Frank Baumann: „Wir hoffen, dass es nichts Schlimmes ist. Wir wissen aber noch nicht, wie lange er ausfallen wird und wollen auch kein Risiko eingehen.“

Ludwig Augustinsson: „Ich wollte den Ball zu Pavlas zurückspielen. Der Pass war aber viel zu kurz. Das war ein großer Fehler von mir, aber das ist Fußball. Ich hoffe, dass Pavlas ok ist und er schnell wieder auf die Beine kommt. Das ist das Wichtigste.“

Philipp Bargfrede: „Die beiden knallen voll zusammen. Das war natürlich ein großer Schockmoment für uns. Ich hoffe, dass er nichts Schlimmes hat.“

Max Kruse: „Ich wünsche Pavlas gute Besserung und hoffe, dass er schnell wieder fit wird.“

Milot Rashica: „Es war schwierig für uns, als Pavlas raus musste. Ich hoffe, er hat nichts Schlimmes.“

Zum Tor von Yuya Osako:

Tor, kein Tor, doch Tor: Yuya Osako bejubelt nach Videobeweis seinen Treffer (Foto: nordphoto).

Yuya Osako: „Erst hat der Schiedsrichter auf Abseits entschieden, dann aber zum Glück doch das Tor gegeben. Denn Tor ist Tor (lacht). Der Jubel nach meinem Treffer war dann schon groß, aber nach dem Freistoß von Milot noch größer.“

Martin Harnik: „Durch den Videobeweis ist emotional ein Auf und Ab. Das gehört inzwischen aber dazu. Zwar gehen Emotionen verloren, aber es steigt ja auch die Aufregung (lacht).“

Davy Klaassen: „Mit dem Videobeweis ist es manchmal verrückt, aber es ist gut, dass es ihn gibt. Er dauert manchmal nur ein bisschen lange.“

Philipp Bargfrede: „Ich hatte direkt das Gefühl, dass es kein Abseits war. Daher brauchen wir heute nicht über die Videoschiedsrichter diskutieren. Als der Schiri den Treffer überprüft hat, war ich gespannt wie er entscheidet. Das sind natürlich knackige Momente.“

Zum Profi-Pflichtspieldebüt von Luca Plogmann:

Florian Kohfeldt: „Luca hat das heute mit einer bemerkenswerten Souveränität gemeistert. Er ist noch sehr jung, aber schon ein sehr guter Keeper. Egal wie lange Pavlas ausfallen wird, ich bin mir sicher, dass wir gegen Nürnberg in zwei Wochen einen bundesligatauglichen Torhüter im Kasten haben werden. Denn wir haben genug sehr gute Keeper im Verein.“

Martin Harnik: „Mit dem Elfmeter war es ein schwieriger Einstand für Luca, aber hat er war total unaufgeregt. Die Erfahrung kommt dann von Spiel zu Spiel. Ich würde mir da keine Sorgen machen, wenn er Pavlas länger ersetzen müsste.“

Davy Klaassen: „Er ist ein Teil unserer Mannschaft und hat gut gespielt. Wir trauen ihm das auf jeden Fall zu.“

Frank Baumann: „Luca ist ein riesen Torwart-Talent. Manchmal muss man die sehr jungen Spieler dann auch ins kalte Wasser werfen. Er ist sehr selbstbewusst und wir haben großes Vertrauen in ihn, aber er braucht natürlich noch die Zeit und mehr Spielpraxis.“

Max Kruse: „Luca ist noch sehr jung. Aber versucht auch in jedem Training, uns schon viel von hinten heraus zu coachen und das trotz seines jungen Alters. Er gehört zum Team wie alle anderen und hat das heute gut gemacht.“