Kalaschnikow und Gegenattacken: Lemke der Presse-Abwehrchef

Willi Lemke in Episode #26 des Werder-Podcast

Willi Lemke liebte die verbalen Zweikämpfe mit Bayerns Uli Hoeneß (Foto: nordphoto).
Podcast
Donnerstag, 21.03.2019 // 08:13 Uhr

Von Max Brosta

35 Jahre. Fast sein halbes Leben lang hat Willi Lemke für den SV Werder gearbeitet - erst als Manager, später saß er im Aufsichtsrat. In dieser Zeit ging er keiner Herausforderung aus dem Weg, keinen Zweikampf scheute er außerhalb des Platzes - und schon gar nicht mit Uli Hoeneß vom FC Bayern München. „Keine Sekunde habe ich daran gedacht, aufzugeben und aufzustecken“, betont Lemke in Episode #26 des neuen - von Technikpartner Media Markt präsentierten - WERDER-PODCAST.

Seine verbalen Zweikämpfe mit dem Bayern-Boss sind legendär. Nie ist er ihm eine Antwort schuldig geblieben. Von den Menschen im Land wurde das honoriert, mit Spannung verfolgt und wird heutzutage ab und an sogar vermisst. „Keine Sekunde habe ich daran gedacht zu sagen: Ne, der Hoeneß hat gewonnen“, so Lemke, der damit für Aufmerksamkeit sorgte: „Die Journaille zu dieser Zeit fand das natürlich sehr spannend.“ Werder war in aller Munde. Auch Otto Rehhagel registrierte das. Auch ihm missfielen so manche Aussagen aus dem Süden. „Doch Otto hat eher defensiv mit den Medien gearbeitet“, weiß Lemke. So war er gefragt. „Wenn Otto morgens die Zeitung durchgelesen hat und ein Zitat fand, auf das er antworten wollte, sagte er: Lemke, holen Sie die Kalaschnikow raus“, erzählt der 72-Jährige.

„So, Lemke ist mein Presse-Abwehrchef“, soll Werder-Legende Rehhagel laut ihm einst gesagt haben. Sein Auftrag? Klar und deutlich: Mit verbalen Spitzen zurückschießen. Schließlich konnten die Werderaner die Aussagen der Münchner nicht einfach unbeantwortet lassen. „Ich nahm das als Kampfauftrag an und bin mit einer Gegenattacke losgezogen“, so der ehemalige Manager der Grün-Weißen, der der Konkurrenz aus dem Freistaat mächtig Dampf machte. 

Heute erinnert er sich gerne an die damaligen Zeiten zurück. Bereuen tut der wortgewandte Gesprächspartner von Moderator Markus Biereichel nichts. Seinen facettenreichen Job für den SV Werder liebte er, was das Aufhören nicht gerade leicht machte. „Es war schwer, nicht mehr mittendrin zu sein“, gesteht er. Nach 35 Jahren war er plötzlich nicht mehr hautnah dabei, Entscheidungen werden nun ohne ihn gefällt und Informationen erfährt nicht mehr aus erster Hand. „Ich muss damit leben können, mit meiner Nase nicht überall mit drin zu sein“, weiß er heute.

Wo Willi Lemke noch über all seine Nase drin stecken hatte, welche Spielertransfers nicht zu Stande kamen und bei welchen er sein Verhandlungsgeschick bewies, verrät der ehemalige Werder-Manager in der neuesten Folge des grün-weißen Audio-Mediums. Episode #26 gibt es auf dem offiziellen Soundcloud-Profil, dem iTunes-Account und dem Spotify-Kanal des SVW. Der Podcast verbindet die schönste Nebensache der Welt mit dem geilsten Verein der Welt. Reinhören, es lohnt sich!

 

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