„Die Ideen habe ich alle geklaut“

Willi Lemke in Episode #26 des Werder-Podcast

Willi Lemke brauchte beim SVW Ideenreichtum und Mut für die Rolle des Herausforderers (Foto: nordphoto).
Podcast
Mittwoch, 20.03.2019 // 17:01 Uhr

Von Max Brosta

Willi Lemke. Zweimal Deutscher Meister, dreimal DFB-Pokalsieger und Gewinner des Europapokals der Pokalsieger. Der Weg seiner Managerkarriere beim SV Werder ist mit zahlreichen Erfolgen gepflastert. So prägte der 72-Jährige zusammen mit Trainer-Legende Otto Rehhagel die goldenen Jahre der Grün-Weißen. Doch damit nicht genug. Er war nicht nur mitverantwortlich für Schalen und Pokale. Nein, Lemke stand im Fußball wie kaum ein anderer für neue Konzepte und Veränderungen: die Einführung der Logen, Einlaufkinder, die Vermarktung von Spielen. Woher diese ganzen kreativen Idee? „Die habe ich alle geklaut“, verrät Lemke in Episode #26 des - von Technikpartner Media Markt präsentierten - WERDER-PODCAST.

Denn einfach hatte er es in der Hansestadt nicht. Werder war finanziell nicht auf Rosen gebettet. Ideenreichtum war an der Weser gefragt, um die größeren Klubs der Republik herauszufordern. So reiste Lemke mit offenen Augen durch die Welt. Beim RSC Anderlecht sah er Logen im Stadion. „Da habe ich zu Franz Böhmert gesagt: Das müssen wir auch irgendwie hinkriegen“, erklärt er im grün-weißen Audio-Medium. Gesagt, getan. Als erster Bundesliga-Klub hatte der SVW Premium-Plätze im Stadion. „Ich weiß noch, dass die Bayern sehr neidisch waren“, schmunzelt Lemke. Auch auf die Idee - seine Idee - ein Heimspiel komplett zu vermarkten, blickten andere Vereine mit Neid. „Weil sie gesagt haben: Warum hat der jetzt wieder so eine Bomben-Idee und warum sind wir da nicht selbst draufgekommen“, erinnert sich der ehemalige Werder-Manager.

Darauf, dass im Weser-Stadion Kinder an den Händen der Spieler einlaufen, ist heute keiner mehr neidisch. Schließlich ist dies in nahezu allen europäischen Stadien der Fall. Doch wer hat die Idee einst nach Deutschland und Europa gebracht? Richtig, Willi Lemke. Zum ersten Mal sah er es in Brasilien, Sao Paulo. „Wir waren sofort begeistert, weil es so schön anzusehen war, wie die kleinen Brasilianer an den Händen der Hünen ist Stadion einliefen“, schwelgt er in Erinnerungen. „Das müssen wir auch machen“, war ihm sofort klar und das aus zwei Gründen. „Wer jemals Einlaufkind bei einem Verein war, wird niemals wieder einem anderen Verein die Daumen drücken“, ist sich Lemke sicher. Andererseits ist es das Funkeln in den Augen der Fans von Morgen: „Damit kann man etwas sehr sympathisch rüberbringen: Den Bezug zwischen den Kindern und ihren Vorbildern.“

Es sind Lemkes Impulse, die in den heutigen Stadien etabliert sind: die Einlaufkinder, die Logen, die Vermarktung von Spielen. Er hat es geschafft, weil er beherzt arbeitete und keine Angst davor hatte, auch mal zu scheitern. „Wenn du eine gute Idee hast oder etwas Schlaues siehst, musst du den Mut haben und sagen: Komm, das kann ich auch“, betont Lemke, der dank seines Ideenreichtums Werder zu einem echten Herausforderer machte.

Außerdem verrät Herausforderer Lemke im neuen WERDER-PODCAST, warum er auf Bitten Otto Rehhagels die Kalaschnikow rausholen sollte. In Episode #26 des Audio-Mediums der Werderaner gibt Willi Lemke diese und viele weitere Antworten. Der Podcast verbindet die schönste Nebensache der Welt mit dem geilsten Verein der Welt. Die neueste Folge gibt es auf dem offiziellen Soundcloud-Profil, dem iTunes-Account und dem Spotify-Kanal des SVW. Hört mal rein!

 

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