Geduldig freigeschwommen nach dem Hype

JOHANNES EGGESTEIN IN EPISODE #14 DES WERDER-PODCAST

Lohn für die harte Arbeit: Eggestein macht gegen Wolfsburg sein erstes Bundesliga-Tor (Foto: Nordphoto).
Podcast
Mittwoch, 05.12.2018 // 16:35 Uhr

von Maximilian Hendel

Es ist noch nicht einmal drei Jahre her, da zog insbesondere ein deutsches Ausnahmetalent alle Augen auf sich. Allein 80 Tore in altersklassenübergreifend gerade 79 Junioren-Bundesliga-Einsätzen sollte der vermeintlich im Strafraum geborene Johannes Eggestein noch vor seinem 18. Geburtstag für Werder Bremen erzielen. Zeitweise gab sich eine kaum mehr zu überblickende Anzahl an europaweit renommierten Klubs und Scouts die Klinke in die Hand, wenn der Teenager auflief. Dennoch ließ sich vor allem einer von der Vielzahl an mehr oder weniger ernstzunehmenden Offerten nicht die Sinne vernebeln – Eggestein selbst.

„Natürlich hat es auch Tage gegeben, in denen ich mal etwas länger wach im Bett lag und mir Gedanken über meine Zukunft gemacht habe“, gesteht der heute 20-Jährige in Episode #14 des – von Technikpartner Media Markt präsentierten – WERDER-PODCAST. Aber „ich kann mich über mein Elternhaus sehr glücklich schätzen. Da wurden mir von Anfang an gewisse Werte mitgegeben, um auf dem Boden zu bleiben. Nur weil man vielleicht ein bisschen gehypt wird, ist man noch kein gestandener Bundesligaprofi“, betont er beim Blick zurück auf diesen kaum alltäglichen öffentlichen Wirbel um die damalige Vertragsentscheidung eines noch nicht einmal Volljährigen.

Durchforstet man noch einmal die Berichterstattung des Frühjahres 2016, hätten sich unter anderem der FC Bayern, Dortmund, Schalke, Leverkusen oder Wolfsburg, selbst Manchester United gründlich mit ihm beschäftigt. „Mein Papa und mein Berater haben relativ lange versucht, mich davon wegzuhalten. Letztendlich habe ich von vielleicht drei, vier wirklichen Angeboten für mich erfahren. Da sprechen wir dann aber nicht über Manchester United. Es kam für mich auch nicht infrage, in dem Alter ins Ausland zu gehen“, versichert der begnadete Angreifer. Letztendlich baggerten sämtliche Neuinteressenten vergeblich. Eggestein verlängerte für drei Jahre bei Werder. Von da an wartete die eigentliche Prüfung. Die Liste derjenigen Spieler, die aus den Nachwuchsleitungszentren heraus tatsächlich den dauerhaften Sprung in den Profifußball meistern, ist verschwindend gering – so vielversprechend ihre jeweiligen fußballerischen Anlagen einst auch gewesen sein mögen.


Das Geschäft ist schnelllebig, die Konkurrenz unbarmherzig, ganz zu schweigen von stets lauernden Verletzungen oder potenziellen, nicht immer erklärbaren Entwicklungssackgassen. Doch der hochehrgeizige Johannes Eggestein schwamm sich geduldig Stück für Stück frei vom eigenen und öffentlichen Erwartungsballast, schon als Jugendlicher ins Scheinwerferlicht geraten zu sein. Wenn man hinter die Kulissen blickte, „waren immer wieder Schwankungen drin und Phasen, in denen es nicht so gut lief“, weiß der U21-Nationalspieler, „aber – das ist jetzt ein bisschen floskelmäßig – gerade wenn man sich da durchkämpft, kommt man natürlich gestärkt heraus.“

Allen voran Cheftrainer Florian Kohfeldt drang und unterstützte Eggestein vehement zu dessen Profilerweiterung auf dem Feld. Sein natürliches Habitat beschränkt sich seitdem bei Weitem nicht mehr bloß auf den Strafraum. Er gewöhnte sich an die Außenbahn im Angriff und hat ebenso die Mittelfeld-Halbpositionen in petto. Dadurch ist er in der laufenden Saison endlich dauerhaft oben angekommen und eine immer wichtiger werdende Offensivoption in Kohfeldts Kader. „Dass ich mich jetzt persönlich in der Bundesliga richtig etablieren möchte“, ist sein nur logisches nächstes Ziel. Im Idealfall natürlich weiterhin beim SVW. „Du findest hier im Moment alles vor, was dich auch nicht davon abhalten würde zu bleiben?“, will Moderator Markus Biereichel also wissen. Und Eggestein antwortet zuversichtlich: „Das ist eine berechtigte und gut gestellte Frage, und die kann ich nur mit ‚ja’ beantworten.“

Wann geht der öffentliche Hype um hoffnungsvolle Talente eigentlich zu weit, welchen Rat könnte Nuri Şahin für das nächste Karrierekapitel geben und wie sehr hilft es wirklich, dass der eigene Bruder zuvor schon Profi – noch dazu beim selben Verein – geworden war, Johannes Eggestein? Das und noch viel mehr erfahrt ihr in Episode #14 des WERDER-PODCAST vom aufstrebenden Offensivspieler des Bundesliga-Kaders. Der Podcast verbindet die schönste Nebensache der Welt mit dem geilsten Verein der Welt. Hier wird nicht nur über alles geredet, was das grün-weiße Herz höher schlagen lässt, sondern wir sprechen mit Werder. Die neue Folge gibt es auf dem offiziellen Soundcloud-Profil, dem iTunes-Account und dem Spotify-Kanal des SVW.

 

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