Wigald nachts allein im Weser-Stadion

Episode #9 des WERDER-PODCAST

November 2015 – Wigald Boning zeltet am Mittelkreis im Weser-Stadion (Foto: Archiv WERDER.DE).
Profis
Donnerstag, 25.10.2018 // 07:45 Uhr

von Maximilian Hendel

Es sind vor allem zwei persönliche Erlebnisse, die Wigald Boning für immer auf Anhieb mit dem Weser-Stadion verbinden wird. Zeitlich liegen sie beinah drei Jahrzehnte auseinander und auch in ihren Begebenheiten könnten sie unterschiedlicher kaum sein, wie er in der der aktuellen Episode des – von Technikpartner Media Markt präsentierten – WERDER-PODCAST verrät.

Was sich an einem nebelverhangenen Abend Anfang November 1987 zutrug, sollte später als erstes der mythenumwobenen ‚Wunder von der Weser’ in die Vereinsgeschichte eingehen. Doch während sich die Grün-Weißen im damaligen UEFA-Cup-Rückspiel der 2. Runde gegen Spartak Moskau nach ihrer deftigen 1:4-Auswärtsschlappe vor den Augen von gut 20.000 Zuschauern zusehends in einen Rausch spielten, hockte Boning zunächst erstmal bei einem Kumpel nur ein paar Kilometer nebenan in der Neustadt, um in die Mini-Röhre eines antiken Schwarz-Weiß-Portable-Fernsehers zu blicken. Angestachelt von der grassierenden Euphorie durch Werders niemals mehr für möglich gehaltene 6:2-Sensation in der Verlängerung hielt es den damaligen Zivildienstleistenden mit dem chronisch leeren Portmonee nach Schlusspfiff nicht mehr im Sessel. „Danach sind wir zum Weser-Stadion gepilgert und haben den Leuten gratuliert, die aus dem Stadion herausströmten. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Schicksal, das euch hat dabei sein lassen“, feixt er im Gespräch mit Redakteur Markus Biereichel.

28 Jahre später verpasste Boning für eine Nacht lang dann ganz sicher nichts, was sich in der legendären Bremer Heimstätte abspielte – es war ihm dabei herzlich egal, dass auf den ersten Blick auch überhaupt nichts passierte. Weder lief an jenem 27. November 2015 eine Partie des SVW, noch befand sich sonst irgendjemand in der Nähe. Denn der deutschlandweit bekannte Unterhaltungskünstler hatte zuvor selbst den letzten Zweifler davon überzeugen können, tatsächlich eine Nacht im Mittelkreis des Weser-Stadions zelten zu dürfen. Neben Werder sei er insbesondere dem verständlicherweise um den kostbaren Rasen besorgten Greenkeeper Sebastian Breuing „zu großem Dank verpflichtet.“ Die beiden hätten „lange noch darüber gerungen, wie tief ich meine Heringe in das Erdreich einstecken durfte“, schildert der 51-Jährige. Aus einer unerträglichen Nacht des Hitzesommers 2015, als Wigald Boning seinen Schlafplatz spontan an die Isar verlegt hatte, waren letztendlich gut 200 Übernachtungen im Zelt in Folge an den zum Teil „ungewöhnlichsten Orten“ geworden. Aber die Nacht im Weser-Stadion „hat sich natürlich tief in meine Erinnerung eingefräst“, betont er. Eigentlich habe er überhaupt nicht geschlafen, versuchte stattdessen, dem Gras beim Wachsen und der Rasenheizung bei ihren „leicht glucksenden Geräuschen“ zuzuhören. „Ich war sehr früh wach“, erinnert sich Boning, „es hat stark geregnet, ich habe dann die Dusche genutzt und noch mal ganz genau den Zeltplatz abgesucht in der Hoffnung, dass ich dort keinen Hering liegen lasse, weil am Nachmittag ein Heimspiel gegen den HSV stattfand.“ Werder verlor jenes 103. Nordderby in der Bundesliga mit 1:3. An der Rasenqualität im Mittelkreis hatte es jedoch ganz sicher nicht gelegen.

Wer noch viel mehr von Wigald Boning erfahren will – etwa warum sich einst sein Faible für eine eher unkonventionelle Anzugmode entwickelte, worin die Gründe seines ruhelosen Bewegungsdrangs liegen oder wie es passieren konnte, dass ein „Fleischbeschauer aus dem Saarland in weißem Frottee“, den er 1982 in einer mallorquinischen Hotelcafetaria beobachtete, ihn bis heute manchmal in seinen Träumen aufsucht – sollte unbedingt in Episode #9 des WERDER-PODCAST reinhören. Der Podcast verbindet die schönste Nebensache der Welt mit dem geilsten Verein der Welt. Hier wird nicht nur über alles geredet, was das grün-weiße Herz höher schlagen lässt, sondern wir sprechen mit Werder. Die neue Folge gibt es auf dem offiziellen Soundcloud-Profil, dem iTunes-Account und dem Spotify-Kanal des SVW.

 

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