Claudio Pizarro: Werders Raupe Nimmersatt

Gut gelaunt und voller Tatendrang zeigt sich Claudio Pizarro bei seiner offiziellen Vorstellung (Foto: nordphoto).
Profis
Dienstag, 31.07.2018 // 15:01 Uhr

Von Max Brosta

Er ist Rekordtorschütze des SV Werder, aber satt ist er noch immer nicht. Er ist der erfolgreichste ausländische Torjäger der Bundesliga, aber satt ist er noch immer nicht. Er ist Champions-League Sieger, sechsmaliger Deutscher Meister und sechsfacher DFB-Pokalsieger, aber satt ist er noch immer nicht. Die Rede ist von Claudio Pizarro: Werders Raupe Nimmersatt. Er ist wieder da, mit 39 Jahren. Und dennoch ist der Angreifer genauso motiviert und hungrig wie bei seinem ersten Wechsel an die Weser 1999. „Es ist leicht, mich selbst zu motivieren. Ich brauche nur einen Ball und das Spiel. Das ist alles", erklärt die neue Nummer vier der Grün-Weißen.

Der SV Werder hat den peruanischen Stürmer als Spieler verpflichtet, nicht als Trainer. Das verdeutlicht Pizarro mehrmals. „Meine Aufgabe ist es, der Mannschaft sportlich weiterzuhelfen und Tore zu machen“, stellt er klar. „Ich habe den Anspruch in jedem Spiel im Kader zu sein. Ich will spielen. Jeder Spieler will das.“ Dennoch haben Pizarro und Cheftrainer Florian Kohfeldt klar kommuniziert, dass es Phasen geben kann, in denen er auch mal nicht zum 18-köpfigen Aufgebot gehört.

Stand in Lohne beim 1:1 gegen Venlo schon wieder auf dem Platz: Claudio Pizarro (Foto: nordphoto).

Doch auch dann kommt dem Peruaner eine wichtige Rolle innerhalb des Teams zu. „Ich werde den jungen Spielern mit meiner Erfahrung weiterhelfen“, erklärt Pizarro. Johannes Eggestein, Josh Sargent und Co. sollen von ihm, seinem Wissen und seiner Vita profitieren. Genauso wie er damals bei den Grün-Weißen von Marco Bode und Ailton, später bei Bayern München von Giovane Elber lernte. „Es hat mich früher enorm weitergebracht, dass ich erfahrene Spieler an meiner Seite hatte“, so Pizarro.

Erst einmal will der 39-Jährige aber komplett fit werden. „Ich werde hart trainieren und bis zum Saisonstart bei 100 Prozent sein“, verspricht er. Im Laufe der neuen Spielzeit wird Pizarro Anfang Oktober 40 Jahre alt. Im nächsten Sommer wird er wohl nach langer und erfolgreicher Karriere die Fußballschuhe an den Nagel hängen. Wahrscheinlich. „Ich glaube, es wird mein letztes Jahr“, sagt er. Pizarro glaubt? „Ja, man sollte sich schließlich immer ein Hintertürchen offen lassen“, schmunzelt Werders Raupe Nimmersatt.