Vorbereitung auf die Vorbereitung

Was verbirgt sich hinter den Leistungstests bei Werder?

Gibt alles: Philipp Bargfrede absolviert den ersten Test samt Atemmaske auf dem Laufband (Foto: WERDER.DE).
Profis
Dienstag, 03.07.2018 // 19:23 Uhr

Von Yannik Cischinsky

Alle 45 Minuten öffnet sich die Tür zum Kraftraum. Es herrscht Hochbetrieb im Bauch des Weser-Stadions. Vor allem Axel Dörrfuß hat in diesen Tagen alle Hände voll zu tun. Im Dreiviertelstunden-Takt begrüßt der Leiter Athletik und Performance die Spieler an den Geräten. Übergeordnet würde man von Leistungstests sprechen, doch was verbirgt sich hinter dem Programm der ersten beiden Vorbereitungstage? Ein Einblick.

Noch vor ein paar Jahren war es der obligatorische Start in die Vorbereitung: das Trainerteam lud zum Laktattest im Stadion „Platz 11“. Diese Zeiten sind vorbei. Wie in vielen Bereichen hat sich die Wissenschaft auch bei der Leistungsdiagnostik weiterentwickelt. „Wir führen mittlerweile Tests der Atemgase durch, machen verschiedene Sprung und Beweglichkeitstests“, zählt der Cheftrainer Florian Kohfeldt auf. Zu dem Rundumpaket gehört auch eine Überprüfung der Zähne, Kontrollen der visuellen Fähigkeiten – und seit diesem Sommer auch Tests im kognitiven Bereich.

Kohfeldt: "Aktivierung aller Systeme"

Kein Problem für Sebastian Langkamp: Stabilisations- und Standübungen (Foto: W.DE).

Anderthalb Tage werden die Grün-Weißen auf Herz und Nieren getestet. Solange dauert es, bis alle Spieler ihr persönliches Programm durchlaufen haben. Im Mannschaftsverbund auf den Platz geht es aber auch zur Wochenmitte noch nicht. Werder beweist beim Start in die Vorbereitung Mut. Während andere Bundesligisten bereits im Trainingslager weilen und gemeinsam schuften, hat das Trainer- und Funktionsteam des SVW den Start stark individualisiert. „Wir trainieren erst einmal individuell, um die Jungs optimal auf den Vorbereitungsstart mit der Mannschaft vorzubereiten, schließlich war es eine sehr lange Pause aufgrund der WM“, erklärt Kohfeldt.

Quasi eine Vorbereitung auf die Vorbereitung. „Es geht dabei um die Aktivierung aller Systeme, darum, das Verletzungsrisiko zu minimieren“, verdeutlicht Kohfeldt. Erst ab Sonntagmorgen wird es dann inhaltlich zur Sache gehen. Bis dahin trainieren die Werderaner in Kleingruppen auf dem Platz. Bis Hochbetrieb auf dem Grün am Weser-Stadion herrscht, wird es also noch dauern.