Der Rhythmus vom Dorf

Premiere im Weser-Stadion: Max Kruse und Martin Harnik tanzten nach ihren Toren (Foto: nordphoto).
Profis
Mittwoch, 26.09.2018 // 08:40 Uhr

Von Yannik Cischinsky, Max Brosta und Patricia Folkerts

Für ihre Uraufführung hätten sie sich keine schönere Bühne aussuchen können. Die Premiere feierten Max Kruse und Martin Harnik an der Eckfahne zwischen Westkurve und Südgerade, die Zugabe gab es unmittelbar vor den eigenen Fans in der Ost. Die alten Kumpels Harnik und Kruse trafen – und tanzten. „Wir kommen beide vom Dorf und waren früher oft zusammen unterwegs. Wir haben uns deswegen vorher was überlegt und es einstudiert. Ich würde es als Volkstanz bezeichnen“, schmunzelte Siegtorschütze Kruse über die Tanzeinlagen nach zwölf und 66 Minuten.

Harnik, der nach 4.049 Tagen - oder elf Jahren - zum zweiten Mal in der Bundesliga für Werder traf, konnte den Jubel ebenfalls mit einem breiten Grinsen Revue passieren lassen. „Wir haben wirklich viele Videos angeschaut, aber die Jubel waren alle zu schwer für uns“, lachte Harnik bei WERDER.TV.

Freut sich über sein Tor: Martin Harnik (Foto: nordphoto).

Und dennoch: Der Jubel der alten Kompagnons kam an. „Ich wusste gar nicht, dass beide so gut tanzen können“, zog Milos Veljkovic, selbst Torschütze beim 3:1-Erfolg gegen die Hertha (zum Spielbericht), seinen imaginären Hut. „Bisher sind beide nicht gerade durch ihre koordinativen Fähigkeiten aufgefallen, aber vielleicht fällt ihnen das mit dem entsprechenden Rhythmus leichter“, schmunzelte selbst Cheftrainer Florian Kohfeldt.

So oder so war es ein „besonderer Moment“ für Harnik und Kruse, begannen sie ihre Karriere doch gemeinsam in der Jugend des SC Vier- und Marschlande. Auf dem Dorf, dort, wo sie in jungen Jahren auf dem Erntedankumzug gemeinsam durch die Zelte tanzten. Gegen Hertha gab das Duo erstmals auch in der Bundesliga eine Kostprobe – auf die hoffentlich noch viele Zugaben folgen.