"Hier ist etwas entstanden"

Niclas Füllkrug im Interview

Wieder Werderaner: Niclas Füllkrug spielt in der kommenden Saison für den SVW (Foto: WERDER.DE).
Interview
Donnerstag, 25.04.2019 / 17:23 Uhr

Das Interview führte Felix Ilemann

Transfer fix! Niclas Füllkrug kehrt zum SV Werder zurück! Bereits in seiner Jugend hatte der Stürmer von 2006 bis 2013 für die Grün-Weißen gespielt. Nachdem er zwischenzeitlich in Fürth und Nürnberg spielte, wechselt der 26-Jährige von Hannover 96 wieder an die Weser. Füllkurg ist der erste Transfer des SVW für die kommende Saison. WERDER.DE traf den gebürtigen Hannoveraner und sprach mit ihm über seine Entwicklung, seine enge Bindung zu Cheftrainer Florian Kohfeldt, und seine Ziele für die anstehende Spielzeit.

WERDER.DE: Wir freuen uns sehr, dass du zurück bist. Wie sieht es bei dir aus?

Niclas Füllkrug: „Ich bin mega glücklich. Endlich hat sich eine Konstellation ergeben, dass mit Werder alles passt. Ich freue mich riesig, zurückzukehren und bald wieder im Weser-Stadion aufzulaufen.“

WERDER.DE: Was hat sich seit deinem Weggang verändert?

Niclas Füllkrug: „Ich muss schon sagen, dass sich einiges verändert hat. Das Stadion ist das gleiche, aber gerade im Kabinentrakt und infrastrukturell hat sich im Verein einiges getan, seitdem ich gegangen bin. Werder hat sich stetig zum Positiven weiterentwickelt. Der Verein wird wieder von der Werder-Familie geführt und getragen. Es sind viele Menschen im Amt, die eine intensive Verbindung zu Werder haben. Da passt es ja, dass auch ich zurückkehre.“

Am Osterdeich machte Niclas Füllkrug sein erstes Bundesligaspiel (Foto: nordphoto).

WERDER.DE: Und wie hast du dich in diesen sechs Jahren verändert?

Niclas Füllkrug: „Ich schieße immer noch Tore (lacht). Persönlich bin ich erwachsener geworden. Ich bekomme im August ein Kind und freue mich auf meine kleine Familie. Ich glaube, ich bin gereift.“

WERDER.DE: Wie ist es zustande gekommen, dass du zu Werder zurückkehrst?

Niclas Füllkrug: „Werder hat den Wunsch geäußert, mich zu verpflichten. Es gab zu diesem Zeitpunkt allerdings ein, zwei andere Anfragen, die sehr interessant waren und ich glaube, wenn ich bis Saisonende fit geworden wäre, hätte es noch andere interessante Angebote gegeben. Ich habe Werder gesagt, dass ich ein paar Nächte darüber schlafen müsse, da ich anderen Vereinen hätte absagen müssen. Aber dann war ich mir doch ziemlich schnell ziemlich sicher, dass ich zu Werder zurück möchte. Der Wechsel hat sich gezogen, aber jetzt bin ich glücklich, dass ich hier nächstes Jahr anfangen werde. Ich hoffe, dass ich dann topfit bin und der Mannschaft helfen kann.“

WERDER.DE: Den Cheftrainer kennst du ja seit Jahren. Ich nehme an, ihr habt bereits gesprochen?

Niclas Füllkrug: „Ja, das ist das Wichtigste. Ich muss sagen, dass Florian Kohfeldt ein Grund war, dass ich unbedingt hierher wollte. Es ist schon verrückt, dass er mein U14-Trainer war und wir uns zwölf Jahre später in der Bundesliga wiedertreffen. Er hat hier bei Werder sehr viel bewirken können und ich hoffe, dass er auch mich in der Zusammenarbeit besser machen kann.“

WERDER.DE: Wie viele Tore hast du damals in der U14 eigentlich geschossen?

Niclas Füllkrug: „Das weiß ich nicht (lacht). Ich bin nach der Hälfte der Saison hoch in die U15 gegangen. Während meiner gesamten Zeit in Bremen war der Kontakt zu Flo aber immer sehr intensiv. Wir sind uns immer wieder im Leistungszentrum über den Weg gelaufen. Er hatte einen großen Anteil daran, dass es mir im Internat gut ging.“

Florian Kohfeldt kennt Niclas Füllkrug bereits seit der U14 des SV Werder (Foto: nordphoto).

WERDER.DE: Welche konkreten Erinnerungen hast du daran?

Niclas Füllkrug: „Flo war immer ein Trainer, der seine Spieler auf einer anderen Ebene erreichen konnte. Selbst in Zeiten, in denen ich Probleme hatte, hat er sich gekümmert, ist auch einfach mal zum Quatschen gekommen. Da war ich quasi noch ein Kind. Es ist toll, dass man solche Leute in der Jugendarbeit hat. Menschen wie er machen den Verein zu dem, was er ist. Dadurch wurde Werder in der Jugendarbeit die Anerkennung von den anderen Vereinen zuteil und das war der Grund, warum ich als Kind aus Hannover zu Werder gegangen bin.“

WERDER.DE: Du bist hier zum Profi geworden, hast dein erstes Bundesliga-Tor im Weser-Stadion erzielt. Mit welchen Gedanken hast du den Verein damals verlassen?

Niclas Füllkrug: „Es gab einen ziemlich großen Umbruch im Verein. Ich war lange Zeit sehr glücklich in Bremen. Thomas Schaaf und Klaus Allofs haben mich gut an das Geschäft herangeführt. Ich bin vor allem Schaaf sehr dankbar, wie toll er mit mir umgegangen ist. Ich finde es völlig legitim, wenn es dann in einem Umbruch nicht mehr passt. Ich musste einen Schritt zurück in die zweite Liga gehen und bin sehr froh, dass ich mich da wieder herauskämpfen konnte.“

WERDER.DE: War Nürnberg war der entscheidende Schritt nach oben für dich?

Niclas Füllkrug: „Ich bin dort erwachsener geworden, neben und auf dem Platz. Im zweiten Jahr bin ich leistungstechnisch explodiert. Ich habe viele Tore in relativ wenig Einsatzzeit geschossen. Werder besaß eine Rückkaufoption, doch stattdessen kam der Wechsel zu 96 zustande. Wer weiß, vielleicht sollte das so sein. Jetzt stehe ich wieder hier. Das finde ich schon verrückt.“

WERDER.DE: Aber die Freude dominiert?

Niclas Füllkrug: „Natürlich. Es ist immer traurig, die Heimatstadt, in der die ganze Familie lebt, zu verlassen. Ich wünsche Hannover 96 schönere Dinge, als sie dem Verein in den letzten Jahren zu Teil wurden. Hannover wird immer meine Heimatstadt bleiben, aber ich freue mich riesig auf die Konstellation bei Werder - mit diesem Trainer, mit Frank Baumann und der Mannschaft, die sehr homogen wirkt. Ich werde alles dafür tun, gut aufgenommen zu werden. Ich glaube wir können viel erreichen.

Niclas Füllkrug spielte sieben Jahre in der Jugend und bei den Profis für Werder (Foto: W.DE).

WERDER.DE: Ist Werder eine zweite Heimat für dich?

Niclas Füllkrug: „Absolut. Ich war in der Zwischenzeit das eine oder andere Mal in Bremen, letztes Jahr sogar bei einem Klassentreffen in Obervieland, wo ich mein Abitur gemacht habe. Es stecken irre viele Erinnerungen in mir, insbesondere aus der Jugendzeit als man mit Bus und Bahn durch die Stadt gefahren ist. Das prägt. Ich habe als Jugendspieler ganz andere Orte kennengelernt, als wenn ich als Profi nur mit dem Auto unterwegs gewesen wäre. Bremen war immer ein Stück Heimat. Ich bin im Internat aufgewachsen und habe viele schöne Dinge erlebt.“

WERDER.DE: Was hast du mit Werder vor?

Niclas Füllkrug: „Was die Jungs diese Saison spielen, ist aller Ehren wert. Das ist eine tolle Truppe mit tollen Leistungen. Es macht Spaß, die Spiele zu gucken. Ich verfolge Werder nicht, weil ich hier herwechsle oder weil es mein Ex-Verein ist, sondern aus Interesse an gutem Fußball. Das freut mich tierisch für die Werder-Fans nach einigen schweren Jahren. Ich hoffe, dass ich mich nahtlos in diese funktionierende Mannschaft einfügen und fußballerische Qualität einbringen kann. Werder ist auf einem sehr guten Weg. Vielleicht schaffen wir es auch nächstes Jahr, uns international zu qualifizieren.“

WERDER.DE: Wie überrascht bis du von Werders Entwicklung?

Niclas Füllkrug: „Es war immer Werders DNA, dass Leute aus der Werder-Familie den Verein geleitet und geprägt haben. Man hat es leider total gemerkt, als das nicht mehr so war. Jetzt ist es zum Glück wieder so. Man merkt, wie wichtig es allen Verantwortlichen ist, Spieler zu haben, die Bock auf den Verein haben. Und besser noch: Es steckt neben Liebe für den Verein auch fußballerische Kompetenz und Qualität dahinter. Man sieht, welchen Sprung die Mannschaft gemacht hat, wie sich Spieler unter der Leitung des Trainerteams verbessert haben. Ich glaube, hier kann etwas entstehen und hier ist schon etwas entstanden.“

 
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