Ziemlich beste Freunde

Gut gelaunt freut sich Martin Harnik auf einen ganz besonders: Kumpel Max Kruse (Foto: nordphoto).
Profis
Dienstag, 03.07.2018 // 17:12 Uhr

Von Max Brosta

'Freundschaft bezeichnet ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander, das sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet'. Das sagt Google. Es ist die erste Definition, die die Suchmaschine zu 'Freundschaft' ausspuckt. Genau diese gegenseitige Zuneigung besteht zwischen Martin Harnik und Max Kruse. Seit vielen Jahren, seitdem die beiden heutigen Bundesliga-Profis in der Jugend gemeinsam mit dem Kicken durchstarteten. Und die Freundschaft hält bis heute. „Wir wohnen aber nicht zusammen“, sagt Harnik. Er lacht. Da habe seine „Frau auch was dagegen“, scherzt er weiter. Und dennoch: Die beiden Werderaner sind ziemlich beste Freunde. In dieser Saison könnten sie erstmals in der Bundesliga gemeinsam auf dem Platz stehen.

„Wir haben ein sehr gutes Verhältnis gepflegt“, sagt Harnik über die lange Zeit, in der das Duo nicht im selben Team aktiv war. Am 25.04.2009 standen sie zum letzten Mal gemeinsam auf dem Platz. In Werders U 23 war das. Das Duell mit Carl Zeiss Jena ging 1:3 verloren. Kruse wechselte zu St. Pauli, Harnik nach Düsseldorf. Doch mit dem gestrigen Tag hat eine neue Zeitrechnung begonnen. Martin Harnik und Max Kruse: wiedervereint!  „Wir sind gestern zusammen zum Training gekommen, werden uns jetzt auch öfters mal zum Essen treffen“, freut sich der 31-Jährige. Vor allem privat werden die beiden wieder mehr Zeit miteinander verbringen. „Er wird mir einiges in der Stadt zeigen können“, sagt Harnik. Schließlich habe sich „doch vieles in der Stadt verändert“.

Wie damals: Martin Harnik und Max Kruse sind beim SV Werder wieder vereint (Foto: WERDER.DE).

Doch nicht nur privat, sondern auch sportlich werden die beiden Offensivakteure wieder mehr Zeit miteinander verbringen. Ist das überhaupt sicher? Ob der Wieder-Werderaner sich Sorgen mache, dass die Nummer Zehn der Grün-Weißen den Verein noch verlassen könnte, wird Harnik auf seiner Auftakt-Pressekonferenz gefragt. Sorge sei das falsche Wort. "Ich wäre sauer auf ihn“, stichelt Harnik. Harnik grinst. Die Spekulationen um einen Abgang Kruses kennt der Österreicher. „Ich hab die Gerüchte mitbekommen, wir haben darüber geredet. Bisher konnte er mich aber immer beruhigen und ich hoffe, dass das so bleibt“, stellt er klar.

Denn schließlich wollen beide nach all den Jahren endlich wieder im Doppelpack für den SV Werder auflaufen. „Es ist einige Jahre her, dass wir gemeinsam auf dem Platz standen. In der Bundesliga haben wir nie zusammengespielt. In der Regionalliga schon und dort hat es gut geklappt“, freut sich der Österreicher. Doch das Niveau ist jetzt ein anderes. Nun gilt es, in der Bundesliga anzugreifen. „Wie schnell wir auf dem Platz harmonieren, ist noch nicht abzusehen." Ein Problem dürfte es zwischen den beiden Freunden auf dem Platz allerdings nicht geben. Schließlich zeichnet sich das Verhältnis der beiden Kumpels „durch Vertrauen aus“ - nicht nur laut Google-Suche.