Die Ausnahme in der Zunft der Balltreter

Marco Bode feiert seinen 49. Geburtstag

Marco Bode, Werders Aufsichratsvorsitzende, wird heute 49 Jahre alt (Foto: nordphoto).
Profis
Montag, 23.07.2018 // 09:50 Uhr

Von Max Brosta

Keine Starallüren wie ein Neymar. Keine farbigen Haare wie ein Paul Pogba. Keinen goldenen Lamborghini wie ein Pierre-Emerick Aubameyang. Klar, es war damals eine andere Generation von Fußballspielern. Aber Marco Bode war schon in den 1990er Jahren anders. Er war keiner, der besonders auffallen musste, sei es mit viel Schmuck, teuren Autos oder teuren Klamotten. Er war genau das Gegenteil: Bode, der heute seinen 49. Geburtstag feiert, fuhr mit dem Fahrrad durch Bremen, studierte in den Anfangsjahren seiner Karriere nebenbei erst Mathematik, später Philosophie. Das Magazin ‚Hattrick‘ schrieb 1996 über ihn er sei „nicht gerade typisch für die Zunft der Balltreter“ gewesen.

Der heutige Aufsichtsratsvorsitzende des SV Werder fiel in seiner Laufbahn weder durch Affären oder Skandale noch durch große Schlagzeilen auf. Stattdessen lieferte er auf dem Platz ab, beeindruckte durch Vereinstreue und war vielleicht gerade deswegen so erfolgreich: Europameister 1996 mit der deutschen Nationalmannschaft, Vizeweltmeister 2002, Deutscher Meister ‘93, DFB-Pokalsieger ‘91, ‘94 und ‘99, dazu der Triumph im Europapokal der Pokalsieger 1992 mit den Grün-Weißen.

Traf 101 Mal für den SV Werder: Marco Bode (Archivfoto: nordphoto).

Heute feiert Bode seinen 49. Geburtstag. WERDER.DE gratuliert dem Ehrenspielführer des SVW recht herzlich und blickt anlässlich seines Ehrentags auf seine erfolgreiche Zeit bei den Grün-Weißen.

Rückblick. Bode wird in Osterode am Harz geboren und wächst im beschaulichen Schwiegershausen auf. Dort lernt er das Fußballballspielen. Doch Freunde und Schule sind ihm wichtiger, weshalb er nie in einer höheren Auswahl- oder Jugendnationalmannschaft spielte. Sein Talent wird trotzdem entdeckt. Die Scouts des SV Werder wollen den damals 19-Jährigen in die Hansestadt locken. Bode zögert, entscheidet sich aber schließlich für den Schritt weg aus der Heimat an die Weser.

In der Hansestadt beginnt er neben dem Fußball ein Studium. Erst als die Zeit als Profi nicht mehr ausreicht, konzentriert er sich nur noch auf den Sport. Und das äußerst erfolgreich. Trainer Otto Rehhagel zieht den linken Mittelfeldspieler nach nur einem Jahr bei den Amateuren zu den Profis der Werderaner hoch. Bode entwickelt sich zum Stammspieler und absoluten Leistungsträger. 379 Mal läuft er für den SVW auf, erzielt 101 Tore und bleibt bis 2016 Werders Rekordtorjäger, ehe ihn Claudio Pizarro ablöst.

Claudio Pizarro löste Marco Bode als Rekordtorschütze ab (Foto: nordphoto).

Doch Bode zeichnet sich nicht nur durch seine enorme Torgefahr aus, sondern spielt zudem auffällig fair. In über 500 Partien wird er nicht einmal vom Platz gestellt und verpasst kein Spiel aufgrund einer Gelbsperre. Nicht nur deswegen zählt er zu den fairsten Spielern der Bundesligageschichte. Selbst Trainer Rehhagel beschrieb den langhaarigen Mittelfeldspezialisten einst als den „fairsten Spieler nach dem Zweiten Weltkrieg“.

Nachdem Bode seine Fußballschuhe nach dem WM-Finale 2002 an den Nagel hängt, sucht er sich schnell neue Herausforderungen: Er schreibt redaktionelle Texte, arbeitet als Reporter fürs Fernsehen und entwickelt das Konzept der Kindersendung ‚Toggo United‘. Heute lebt er mit seiner Frau und seiner 17-jährigen Tochter in Bremen und ist seit 2014 Aufsichtsratsvorsitzender der Grün-Weißen. Seine Bodenständigkeit und lockere, sympathische Art hat der leidenschaftliche Schachspieler noch immer nicht verloren. Im Zimmerduell auf dem offiziellen YouTube-Kanal der Grün-Weißen erzählt er einen seiner Lieblingswitze: „Was macht eine Schnecke, die auf einer Schildkröte sitzt?“ Die Pointe verraten wir an dieser Stelle nicht, sondern lassen sie lieber Marco Bode erzählen. Klickt euch rein!  

Das Zimmerduell mit Marco Bode und Rune Bratseth