Eggestein glänzt mit rechts wie links

Gefeierter Matchwinner, bester Torschütze: Maximilian Eggestein traf bei S04 doppelt (Foto: nordphoto).
Profis
Sonntag, 21.10.2018 // 10:47 Uhr

Von Alexander Werner und Yannik Cischinsky

Es sind diese Abende, von denen jeder Fußballer träumt: Mit großem Selbstbewusstsein und beidfüßiger Raffinesse hat Maximilian Eggestein Werder zum Auswärtssieg auf Schalke geschossen - und auf den zweiten Tabellenplatz. Doch Eggestein, der mit dem ersten Doppelpack seiner Karriere zum unumstrittenen Matchwinner avancierte, überzeugte auch gegen den Ball. „Maxi ist einfach unglaublich“, staunte Innenverteidiger Niklas Moisander.

Als laufstärkster Akteur leistete Eggestein einen eminent wichtigen Beitrag zur von Kohfeldt im Nachgang gelobten Balance. 12,4 Kilometer spulte er ab. Und doch glänzten seine Fernschüsse im Flutlicht der VELTINS-Arena. Es waren die Saisontore drei und vier für Maximilian Eggestein. Nur Paco Alcacer traf ebenfalls dreimal aus der Distanz. Eggestein, der Torjäger.

Akt I in Maximilian Eggesteins eiskalter Tor-Show: sein Treffer zum 1:0 (Foto: nordphoto).

Werders U-21 Nationalspieler zeigte sich auf Schalke in Bestform und ist Sinnbild für das Selbstvertrauen, das momentan in der Mannschaft vorherrscht. Kurz vor dem Halbzeitpfiff fasste sich Eggesetin ein Herz und schoss, nach Vorlage von Max Kruse, kurz vor der Strafraumgrenze auf das Schalker Tor. Trocken und unhaltbar für Alexander Nübel, dem die Sicht verdeckt war, landete der Ball im linken unteren Eck. „Ich wollte den Ball nicht verlieren und musste schießen“, so Eggesteins pragmatische Erklärung.

Dass er es nicht nur mit rechts kann, zeigte der 21-Jährige im zweiten Durchgang. Nach Vorlage von Theodor Gebre Selassie ließ Eggestein mit einem satten Linksschuss Nübel im Schalker Tor erneut keine Chance. Fünf seiner acht Karrieretore in Liga und Pokal erzielte der Rechtsfuß mit links. "Dass er es kann, weiß ich schon lange. Es freut mich, dass er sich jetzt einfach häufiger ein Herz fasst", sagte Florian Kohfeldt. "Er hat es sich verdient!"

Für Abwehrchef Niklas Moisander kommt die starke Leistung seines Vordermannes nicht überraschend: „Er arbeitet sehr viel und entwickelt sich sehr schnell weiter.“ Doch auf die Frage, welcher Fuß denn jetzt der stärkere des Führenden der Werder-Torschützenliste sei, wusste selbst der Finne keine Antwort. „Ich glaube es ist der rechte.“ Sicher kann sich da aktuell niemand sein.