„So viel Zeit wie noch nie hier verbracht“

Fin Bartels zurück im Teamtraining

Nur noch ein bisschen Geduld: Im Mannschaftstraining kann Fin Bartels wieder mitmischen (Foto: Nordphoto).
Profis
Mittwoch, 12.09.2018 // 20:07 Uhr

Von Christoph Pieper

274 Tage lang musste Fin Bartels seit seiner Verletzung mehr oder weniger auf Fußball verzichten. Am Mittwoch mischte Werders Offensivakteur wieder kräftig im Mannschaftstraining mit und ist deshalb schon fast wieder da, wo er unbedingt sein will. Auf dem Platz im ausverkauften Weser-Stadion. Mit WERDER.DE spricht er über seine lange Leidenszeit.

Für sein Ziel schuftet Fin Bartels hart. Intensive Einheiten liegen hinter dem blitzschnellen Außenstürmer, die im ersten Moment nicht jeder wahrnimmt. Auf die Frage, ob er während seiner Zwangspause die Zeit mit seiner Familie genießen konnte, winkt er  nur ab. „Das ist ein Trugschluss, den jeder hat“, macht Bartels deutlich und stellt klar: „Ich habe so viel Zeit wie noch nie hier im Weser-Stadion verbracht und regelmäßig von morgens bis abends in der Reha gearbeitet.“ Mehr Freizeit ergibt sich durch eine so langwierige Verletzung also nicht. Eher einen planbareren Ablauf und auch mal ein Wochenende, das er mit der Familie verbringen konnte.

Kraftraum ade: Fin Bartels steht wieder auf dem Platz (Foto: WERDER.DE).

Für Bartels war es die bisher einzige lange Verletzungspause seiner Karriere. In der Vergangenheit sei er „mit ein paar Wehwechen davongekommen“, wie er sagt. Der Satz steht ganz bewusst in der Vergangenheitsform, denn sobald Bartels auf dem Platz steht und den Ball am Fuß hat, denkt er nicht mehr an seine Achillessehne. „Wenn ich aufgewärmt bin und das Trainingsspiel mitmache, blende ich das komplett aus“, erzählt Werders Nummer 22. Klar spüre er die gesteigerte Belastung im Nachhinein, aber er habe gelernt, geduldig damit umzugehen.

Den Spagat zwischen seinem Körper, auf den er genau hören muss, und seinem Kopf, der unbedingt wieder ins Spielgeschehen eingreifen will, schafft er auch in der finalen Phase seiner Rehabilitationszeit. „Ich musste lange Zeit abwägen, ob ich im Ausdauerbereich arbeite oder fußballerische Dinge trainiere. Deshalb fehlt mir noch ein Tick, um auch wieder zu spielen, aber das werde ich mir jetzt auch noch erarbeiten“, verspricht der Flügelstürmer. Auf dem Platz fühlt er sich schon jetzt wieder wohl und deshalb kommen zu den 274 Tagen hoffentlich nicht mehr viele dazu.