Viele Schultern, viele Chancen

Kohfeldts Optionen für den Bargfrede-Ersatz

Philipp Bargfrede wird erst 2019 wieder im Weser-Stadion auf dem Platz stehen können (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 24.11.2018 // 11:47 Uhr

Von Daniel Gerdes

Achillessehnenprobleme bremsen Werder-Urgestein Philipp Bargfrede bis Januar aus (siehe Extrameldung). Der 29-Jährige wird den Grün-Weißen wohl erst wieder im Trainingslager in Südafrika zur Verfügung stehen. So herbe der Rückschlag für ihn und den SV Werder ist, bietet er auch Chancen für seine Teamkollegen, sich während seiner Abwesenheit im Training anzubieten und ihn in den verbleibenden Partien bis zur Winterpause adäquat zu vertreten.

„Eins zu eins können wir seine Verletzung nicht auffangen. Das ist uns bewusst und war auch zu keinem Zeitpunkt der Plan. Wir werden die Verantwortung auf verschiedene Schultern verteilen“, erklärt Cheftrainer Florian Kohfeldt. Gleich mehrere Mittelfeldspieler im grün-weißen Kader haben nun die Gelegenheit, sich zu zeigen, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen und bereits am Sonntag in Freiburg (ab 15.15 Uhr im betway Live-Ticker auf WERDER.DE) zur Startformation zu gehören.

Nuri Sahin und Kevin Möhwald sind zwei der Kandidaten, die für die Bargfrede-Position in Frage kommen (Foto: nordphoto).

Die Karten werden neu gemischt auf dem frei gewordenen Platz vor der Abwehrreihe. Eine offenkundige Alternative stellt Nuri Sahin dar, der in dieser Saison schon desöfteren die "Sechser-Position" bekleiden durfte. „Gegen Hertha hat er genau diese Position gespielt, weil wir in der Partie den Spielertypen, der Nuri ist, benötigt haben“, führt Kohfeldt aus.

In der Tat gibt es viele Indizien dafür, dass der Sommerneuzugang die Pole-Position im Rennen um die Bargfrede-Vertretung innehat. Kohfeldt weiß um Sahins Qualitäten auf dem Feld: „Er kann den Rhythmus bestimmen, eine Mannschaft führen.“ Wichtige Eigenschaften, um Grün-Weiß wieder auf Kurs zu bringen. Doch der Türke ist bei Weitem nicht der einzige Kandidat. In vorderster Front mit Sahin stehen Kevin Möhwald, der - wie sein Trainer sagt - „für das zentrale Mittelfeld immer in Frage" käme und Johannes Eggestein, der „in den letzten Wochen auf der Acht solide Leistungen gebracht" habe. 

Der vor kurzem genesene Ole Käuper ist für den Kader in Freiburg noch kein Thema. Laut Florian Kohfeldt steht zuerst die persönliche Entwicklung von Käuper im Fokus. „Bei Ole geht es mir darum, dass er sich zu einem Bundesligaspieler entwickeln kann“, so Kohfeldt. Der Werder-Coach erklärte, das man abwarten müsse, ob der 21-Jährige seine Praxis durch die Trainingseinheiten bekommt oder doch durch mögliche Bundesligaeinsätze in den nächsten Wochen.

Denkbar wäre auch eine Umstrukturierung im Mittelfeld, die eine Rotation in der Zentrale mit sich brächte. Florian Kohfeldt, da können sich die Werder-Fans sicher sein, hat einen Plan, um auch ohne Philipp Bargfrede im Breisgau siegreich vom Platz gehen zu können. Der Schlüssel dazu: auf viele verschiedene Schultern verteilt.