Gesicht einer Glanzzeit

Klaus Allofs feiert Geburtstag - WERDER.DE blickt zurück

Der langjährige Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs feiert am Mittwoch seinen 62. Geburtstag (Foto: nordphoto).
Profis
Mittwoch, 05.12.2018 // 16:55 Uhr

Von Yannik Cischinsky

Was haben Johan Micoud, Mladen Krstajic, Mesut Özil, Kevin De Bruyne, Naldo, Diego und Valerien Ismael gemeinsam? Richtig, sie alle lotste Klaus Allofs zum SV Werder Bremen. 13 Jahre lang lenkte der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig die Transfergeschicke der Grün-Weißen und prägte mit namhaften Verpflichtungen eine der erfolgreichsten Episoden der Vereinshistorie. WERDER.DE blickt anlässlich seines 62. Geburtstags auf Allofs‘ Laufbahn als Spieler und Geschäftsführer an der Weser zurück.

Als Manager markierte Werder den Beginn seiner Karriere, als Spieler aber bildeten die Grün-Weißen den Schlusspunkt einer ruhmreichen Laufbahn des Europameisters. Nach erfolgreichen Jahren im Trikot von Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Köln sowie dem Double in Frankreich mit Olympique Marseille und 14 Treffern im Trikot von Girondis Bordeaux wechselte Allofs im Sommer 1990 an den Osterdeich – um seinen ohnehin schon prall gefüllten Trophäenschrank mit weiteren Titel zu bestücken. Der gelernte Versicherungskaufmann aus Düsseldorf holte mit Werder in drei Jahren drei Titel: den Pokal (1991), den Europapokal der Pokalsieger (1992) und die Meisterschaft (1993).

Prägte mit Thomas Schaaf (li.) eine überaus erfolgreiche Klub-Ära: Klaus Allofs (Foto: nph).

„Die Mannschaft war sehr gut zusammengestellt, auch mit einigen ungewöhnlichen Transfers. Es herrschte eine unglaublich gute Atmosphäre“, erinnert sich Allofs zurück, der seine Karriere nach der Meistersaison beendete. Grund dafür waren anhaltende Knieprobleme. Am „Tach der Fans 2018“, seinem bis dato letztem Auftritt für Werder, betonte Allofs: „Es war sensationell, was in diesen Jahren geleistet wurde und es hat riesigen Spaß gemacht.“

Schon damals an Allofs Seite: Thomas Schaaf. Gemeinsam sollten der Coach und der Manager ein denkwürdiges Jahrzehnt in der Hansestadt prägen, das kurz vor der Jahrtausendwende begann. Während Nachwuchstrainer Schaaf auf zahlreiche missglückte Neuanfänge auf dem Trainerstuhl folgte und mit dem Pokalsieg 1999 einen traumhaften Einstand feierte, trat Allofs wenige Monate später in die Fußstapfen des langjährigen Managers Willi Lemke. Keine leichte Aufgabe, doch innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit gewann die Werder-Elf an Profil zurück, sie wurde wieder eine schlagkräftige Truppe - fast wie Anfang der 90er, als Schaaf und Allofs selbst noch auf dem Platz gestanden hatten.

Bei meinem Abschied gab es einige Enttäuschungen, aber die sind ausgestanden
Klaus Allofs

In den Medien oft als "Traumduo" oder "KATS" umschrieben, führten sie Werder zum Double (2004), fünfmal in Folge in die Champions League, ins UEFA-CUP-Finale und zum Pokalsieg (2009). Die innerhalb einer Dekade geglückten Transfers von Verhandlungsprofi Allofs zusammenzufassen, würde den Rahmen sprengen. Der exzentrische Chef Johan Micoud kam ablösefrei vom FC Parma und hauchte Werders Kreativzentrale nach tristen Jahren wieder Leben ein. Beerbt wurde "le chef" von Diego, Mesut Özil und schließlich Kevin De Bruyne, den Allofs für eine Spielzeit an die Weser locken konnte. Die Transfers von Mladen Kristjic, Valerien Ismael, Naldo, Per Mertesacker und Sokratis sorgten jahrelang für Stabilität in der Defensivzentrale und vorne stürmten dank Allofs in all den Jahren Ivan Klasnic, Miroslav Klose, Claudio Pizarro, Hugo Almeida oder Markus Rosenberg. Es sind nur ein paar Namen derjenigen, deren Glanzzeit beim SVW untrennbar mit dem Namen Allofs verknüpft sind.

Als Vorstand Profi-Fußball hatte er einst begonnen, wurde nach der Ausgliederung der Kapitalgesellschaft zum Geschäftsführer und später Vorsitzender der Geschäftsführung. Doch zum Ende seiner Amtszeit in Bremen, als Allofs Werder 2012 in Richtung Wolfsburg verließ, knirschte es. Auch zwischen Schaaf und ihm. „Bei meinem Abschied gab es einige Enttäuschungen, aber die sind ausgestanden. Wir haben ein gutes Verhältnis zueinander“, blickte der heute 62-Jährige im April dieses Jahres in einem Zeitungsinterview mit dem Weser-Kurier zurück. Bis heute unvergessen bleibt das Bild der beiden Werderaner, wie sie gemeinsam im Coupé, den Pott in den Händen, in Richtung Rathausbalkon fuhren. Es war einer von vielen echten Werder-Momenten einer glorreichen Zeit. 

Alles Gute zum Geburtstag, Klaus Allofs!