Ohne die letzte Zielstrebigkeit

Die Stimmen zum Stuttgart-Spiel

Vor allem aufgrund einer misslungenen ersten Halbzeit unterliegt der SVW beim VfB (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 21.04.2018 // 19:11 Uhr

Aus Stuttgart berichten Yannik Cischinsky und Max Brosta

Nein, mit diesem Spiel konnte keiner der Grün-Weißen zufrieden sein. Nicht mit dem Resultat, nicht mit der vertagten Entscheidung im Kampf um den Klassenerhalt und auch nicht mit der eigenen Leistung, vor allem im ersten Durchgang. "Wir hatten nicht genügend Tempo und viele individuelle Dinge haben nicht geklappt", ärgerte sich Werders Cheftrainer Florian Kohfeldt nach dem Schlusspfiff. Er konnte seinem Team Leidenschaft und Einsatz nicht absprechen, die Mittel um clevere Stuttgarter zu knacken vermisste Kohfeldt aber ebenso wie die letzte Zielstrebigkeit.

WERDER.DE fasst wie gewohnt die wichtigsten Aussagen zu der Partie zusammen:

Zum Spielverlauf:

Gute Chance, kein Ertrag: Am Ende steht der Sv Werder mit leeren Händen da (Foto: nordphoto).

Max Kruse: „Es war ein intensives Spiel, bei dem wir die entscheidenden Momente nicht für uns entschieden haben. Wir haben die Kaltschnäuzigkeit vermissen lassen, die Konter nicht gut ausgespielt, unsere Angriffe zu oft verschleppt und den Abschluss nicht gesucht."

Maximilian Eggestein: „Dass wir am Ende aufmachen müssen, ist klar. Da ist es immer möglich, dass wir in einen Konter laufen. Wir haben es davor falsch gemacht und nicht wegen des zweiten Tores verloren. Dennoch haben wir viel versucht, konnten es aber nicht erzwingen und sind dann eben ins Risiko gegangen. In der ersten Halbzeit haben wir nicht das umgesetzt, was der Trainer uns vor der Partie mitgegeben hat. Wir haben Stuttgart nicht aggressiv genug angelaufen, sodass sie das Spiel machen konnten und es kontrolliert haben. Daher haben wir es am Ende auch nicht verdient, hier etwas mitzunehmen.“

Philipp Bargfrede: „Wir bekommen in der ersten Halbzeit ein Gegentor, auf das wir schon vorher hingewiesen haben. Wir bekommen es nach einer Flanke, nach denen die Stuttgarter besonders stark sind. Wir hätten die Flanke einfach verhindern und kompakter im Zentrum stehen müssen. Dann spielen wir unsere Konter nicht aus. Am Ende ist es normal, dass wir nochmal etwas mitnehmen wollen und die Räume für den VfB aufmachen. Insgesamt war das heute nicht gut von uns.“

Jerome Gondorf: „Wir haben in der ersten Halbzeit nicht in die Zweikämpfe gefunden, waren nach vorne zu langsam und in unseren Angriffen zu behäbig. Die großen Räume, die uns der VfB teilweise überlassen hat, müssen wir besser ausnutzen. Deshalb haben wir die Partie bereits im ersten Durchgang verloren.“

Milos Veljkovic: „Wir hatten keinen Zugriff, vor allem zu Beginn nicht. Defensiv müssen wir einfach wacher sein, in jeder Situation. Nach vorne haben wir die Räume nicht konsequent genutzt.“

Frank Baumann: „Wir wussten, dass Stuttgart defensiv sehr stabil steht und wenn man dann nach 13 Minuten mit 1:0 hinten liegt, wird es ganz schwer. Wir hatten zu viele Ballverluste, das lag nicht daran, dass wir pomadig agiert haben, sondern weil wir unkonzentriert waren. Gerade in der ersten Halbzeit hatten wir einige Aktionen, in denen wir ins Tempo gehen und in den 16er ziehen können. Doch letztendlich waren wir nicht zielstrebig genug. Dennoch muss ich sagen, dass wir gegen den VfB nur wenige Chancen zugelassen haben. Stuttgart hat mit der Führung im Rücken trotzdem ein gutes Spiel gemacht. In der zweiten Hälfte kommen wir dann gut aus der Kabine und haben richtig gute Chancen, schaffen es aber nicht, den Ausgleich zu machen.“

Florian Kohfeldt: „Ich kann den Jungs in puncto Einsatz und Leidenschaft nichts vorwerfen. Wir sind heute unglücklich in Rückstand geraten, obwohl wir genau das vorher besprochen haben und wussten, dass Stuttgart durch Flanken und Spieler wie Ginczek und Gomez in der Box sehr gefährlich ist. Dann war es schwer, gegen eine - im positiven Sinne - sehr clevere Stuttgarter Mannschaft zu spielen. Denn sie sind dann nur darauf aus, den Spielfluss zu unterbringen, was natürlich auch völlig legitim ist. Aber es ist dann im Kopf sehr schwer, wenn du immer wieder anrennen musst. Trotzdem haben wir alles versucht, offensiv gewechselt und alles nach vorne geworfen. Wir hatten heute aber nicht genügend Tempo und viele individuelle Dinge haben nicht geklappt. Wir müssen nun aufarbeiten, warum wir im Spiel keine Lösungen finden konnten."

Zum strittigen ersten Gegentor:

Florian Kohfeldt: „Ich kann nicht bewerten, ob es ein Foul war oder nicht. Die Jungs sind definitiv davon überzeugt, dass es eins war. Es ist aber auch nicht wichtig für mich. Wichtig für mich ist, dass wir vorher die Aktion hätten verhindern müssen.“

Milos Veljkovic: „Ich spüre einen Schubser, wie auch in der zweiten Halbzeit, wo ich dann den Freistoß kriege. Aber der Schiedsrichter pfeift nicht und dann sehe ich natürlich blöd aus. Das erste Tor nehme ich auf meine Kappe.“

Max Kruse: "Ich denke es war eine 50:50-Entscheidung wie bei der Aktion gegen mich im Stuttgarter Strafraum. Das Gegentor kann man auch abpfeifen. Die Schiedsrichter warten aktuell lieber einen Moment länger, der Videoassistent hat nicht eingegriffen, also ist es ein Tor."

Maximilian Eggestein: "Ich habe es im TV noch nicht gesehen. Im Spiel sah es nach einem Foul aus. Aber wir brauchen dem Schiedsrichter jetzt nicht die Schuld zuschieben, das haben wir selbst verbockt."

Zur vertagten Entscheidung im Abstiegskampf

Ein Sieg muss her: Nächste Woche will man den Klassenerhalt endgütlig sichern (Foto: nordphoto).

Florian Kohfeldt: „Die Ausgangsposition im Abstiegskampf hat sich nach den Ergebnissen, trotz unserer Niederlage, nicht groß verändert. Ich sage in aller Deutlichkeit: Unser primäres Ziel, von dem wir im November noch sehr weit entfernt waren, ist greifbar. Wir haben jetzt zwei Heimspiele - egal wie die Gegner heißen. Ich bin davon überzeugt, dass wir am Ende der Klassenerhalt stehen wird."

Max Kruse: "Es ist nach wie vor so, dass wir einen Sieg brauchen. Jetzt haben wir zwei schwere Heimspiele vor der Brust, von denen wir eins gewinnen müssen. Nur darum geht es."

Maximilian Eggestein: „Wir haben die Entscheidung heute vertagt, den Klassenerhalt zu holen. Nun müssen wir es eben nächste Woche klarmachen.“

Philipp Bargfrede: „Wir sind zuhause sehr stark. Also hoffe ich, dass wir nächste Woche den Klassenerhalt perfekt machen. Unabhängig davon geht ja nicht nur um den reinen Klassenerhalt. Wir haben den Anspruch, in der Tabelle weiter zu klettern, zu punkten. Wir wollen uns weiterentwickeln, auch mit Blick auf die kommende Saison. Deswegen dürfen wir nicht nachlassen und deshalb stellt uns ein Spiel wie heute natürlich nicht zufrieden.“

Jerome Gondorf: „Wir standen in der Rückrunde unter extremem Druck, haben uns aus der schwierigen Situation aber eigenständig befreien können. Jetzt schaffen wir es nicht mehr, über 90 Minuten überzeugend zu agieren. Der Relegationsplatz ist rechnerisch noch möglich, das müssen wir uns weiterhin vor Augen halten und hochkonzentriert bleiben.“

Frank Baumann: „Wir sind weiterhin fest davon überzeugt, dass wir es schaffen, die Klasse zu halten. Dennoch befinden wir uns in dem Wissen, dass wir nach wie vor im Abstiegskampf stecken. Jetzt müssen wir nächste Woche gegen Dortmund spielen. Dort wollen wir drei Punkte holen, damit wir es auch rechnerisch schaffen.“