"Nicht immer gut, aber clever"

Die Stimmen zum Wolfsburg-Spiel

Gemeinsam zum Heimsieg: Nach dem Schlusspfiff feierten die Grün-Weißen das 3:1 (Foto: nordphoto).
Profis
Sonntag, 11.02.2018 // 22:05 Uhr

Von Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky

Zugegeben, Florian Kohfeldts Puls war am Anschlag. Trotz komfortabler 2:0-Führung ließen sich die Grün-Weißen nach dem Seitenwechsel hinten reindrängen, Wolfsburg verkürzte auf 2:1. Doch was folgte, war „der Knackpunkt“, wie Zlatko Junuzovic hinterher analysierte. Werder hielt dagegen. Mit guter Körpersprache, mit der nötigen Aggressivität und mit dem Zug zum Tor, das Florian Kainz erzielte. „Es war nicht einfach, die Spannung in dieser Englischen Woche bis zum Ende hochzuhalten, aber wir sind stabil in der Leistung geblieben und haben uns diesen Heimsieg verdient“, freute sich Kohfeldt.

WERDER.DE hat sich nach dem ersten Heimsieg in diesem Jahr unter den Akteuren umgehört und fasst die wichtigsten Aussagen des Abends zusammen.

Zum Spielverlauf:

Hat immer etwas zu verbessern: Florian Kohfeldt unmittelbar nach dem Abpfiff (Foto: nordphoto).

Max Kruse: „Die Erleichterung ist groß. Natürlich hatten wir uns vorgenommen, in der zweiten Halbzeit kein Gegentor zu kassieren. Das haben wir in der Situation nicht clever gemacht. Aber wir haben die nötige Aggressivität an den Tag gelegt, die gegen Wolfsburg nötig ist, und das Momentum genutzt.“

Zlatko Junuzovic: „Mit der Art und Weise können wir zufrieden sein. Wir haben zwar nicht spielerisch überzeugt, aber uns zahlreiche Möglichkeiten erspielt. Vielleicht hätten wir da das dritte oder vierte Tor machen müssen, aber dennoch gehen wir mit 2:0 in die Pause. Das war gut. Der Anschlusstreffer darf uns so nicht passieren. In den Minuten nach der Pause waren wir nicht da, das wollten wir eigentlich vermeiden. In so einer Situation kann das Spiel kippen. Wichtig war die Phase danach, in der wir mit guter Köpersprache dagegen gehalten, die entscheidenden Zweikämpfe gewonnen haben. Das war der Knackpunkt. Wir haben weiter nach vorne gespielt.“

Florian Kohfeldt: „Ich habe sehr gute Sachen gesehen, aber auch Dinge, die mir nicht gefallen haben. Wir haben die erste Halbzeit kontrolliert agiert und auf die Aktion gewartet, diese dann auch gnadenlos zu Ende gespielt. Weniger gut hat mir die Phase nach der Pause gefallen. In so einem Spiel darf man die Tür nicht ansatzweise noch mal öffnen. Wir haben nach dem 2:1 dagegen gehalten und insgesamt verdient gewonnen."

Frank Baumann: „Ich bin zufrieden mit unserem Spiel und dem Sieg. Wir haben heute nicht immer gut gespielt, aber clever. Das haben wir uns vorgenommen. Wolfsburg war nicht schlechter, selbst nach dem 3:1 war es noch spannend. Aber das Spielglück war heute auf unserer Seite. Im Großen und Ganzen haben wir verdient gewonnen, weil wir am Ende der englischen Woche sehr viel investiert haben. Kompliment an die Mannschaft."

Zur Tabellensituation:

Zweikampfstärke als Mittel zum Erfolg: Jerome Gondorf und Co. hielte nach dem Anschluss dagegen (Foto: nordphoto).

Niklas Moisander: „Wir haben uns endlich mit einem Heimsieg belohnt. Das war ein wichtiger Erfolg, der uns etwas Luft zu den letzten drei Mannschaften verschafft hat. Wir stehen deutlich besser da, als noch vor einigen Wochen, aber die Bundesliga ist so eng, da dürfen wir uns nicht zufrieden geben. Es wird nicht leichter, aber wir sind gut in Form.“

Max Kruse: „Für uns war das ein wichtiger Spieltag, an dem wir drei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt geholt haben, aber wenn das der einzige Sieg für Wochen war, dann war das heute nichts wert. Der Sieg gibt uns Selbstvertrauen, aber wir wissen, dass ein harter Weg vor uns liegt. Wir spielen gegen unmittelbare Gegner.“

Zlatko Junuzovic: „Das war ein immens wichtiger Sieg und ein großer Schritt. Wir haben den Spieltag für uns genutzt.“

Florian Kainz: "Das war ein extrem wichtiger Sieg, aber kein Befreiungsschlag. Wir haben heute etwas Boden gut gemacht, aber wir müssen auf dem Boden bleiben und weiter hart arbeiten. Die nächsten beiden Spiele gehen gegen direkte Konkurrenten, da müssen wir nachlegen. Es gibt keinen Grund für uns abzuheben. Wir gehen mit breiter Brust und großer Vorfreude in die nächsten Spiele."

Florian Kohfeldt: „Mental war es eine neue Situation. Wir mussten uns nicht heranarbeiten, sondern konnten einen Schritt nach vorne machen. Das haben die Jungs gut gemacht. Aber man kann in der Bundesliga nichts konservieren. Wenn man von einer Welle spricht, ist die Welle schon wieder vorbei. Mit 23 Punkten steigt man ab, deshalb müssen wir weiter punkten. Vor uns liegen extrem wichtige Spiele gegen Freiburg und Hamburg. Es gibt überhaupt keinen Grund für Selbstzufriedenheit.“

Zur Einwechselbank:

Frank Baumann: „Es ist gut, dass wir so breit aufgestellt sind. In den letzten Spielen haben wir gesehen, dass wir jeden Spieler brauchen. Es wird immer wieder Härtefälle geben, weil alle Spieler dem Trainer das Leben schwer machen. Jeder muss seine eigenen Interessen hinten an stellen."

Florian Kohfeldt: "Wir hatten auch heute viele Optionen, konnten beispielsweise Thomas Delaney und Jerome Gondorf bringen. Auf Schalke konnten wir Zlatko Junuzovic einwechseln. Das ist eine komfortable Situation, wir haben jetzt die Breite im Kader. Das ist der Verdienst von Frank Baumann, dem ich ein großes Kompliment aussprechen möchte."

Zum Flitzer:

Max Kruse: „Wir waren zu Beginn gut im Spiel. Durch so eine Unterbrechung kann ein Spiel schnell wieder kippen. Deshalb habe ich ihn freundlich gebeten, zu gehen (lacht).“

Frank Baumann: „Das ist sehr ärgerlich und absolut unnötig. Ich kann mich daran erinnern, dass so etwas mal im Weser-Stadion passiert ist. Das hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen.“

Florian Kainz: "Das ist eine völig unnötige Unterbrechung, die uns aus dem Rhythmus bringt. Ich habe es aber gar nicht sofort bemerkt."