Enttäuscht, aber entschlossen

Stimmen zum Last-Minute-Unentschieden gegen Mainz

Sah ein bitteres Ende, aber zog Mut aus der gezeigten Leidenschaft: Florian Kohfeldt (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 16.12.2017 // 20:04 Uhr

Von Yannik Cischinsky und Niklas Behrend

Es endete, wie es begonnen hatte: mit einem Tor. Nach furiosem Blitzstart und dem Treffer von Philipp Bargfrede war der dritte Heimdreier in Serie war zum Greifen nah, aber er wollte am Ende doch nicht gelingen. Mainz erzielte in den allerletzten Sekunden vor dem Abpfiff das Tor zum 2:2-Endstand. Doch bei den Werderanern mischte sich in den Frust über das bittere Gegentor auch pure Entschlossenheit, sich zum Einen in der Rückrunde mit besseren Ergebnissen zu revanchieren und zum Anderen, sich mit einem Sieg im Pokal-Achtelfinale am Mittwoch würdig in die Winterpause zu verabschieden.

WERDER.DE fasst die Stimmen der Werderaner zusammen.

Zum Spielverlauf:

Die Grün-Weißen starteten gegen die Mainzer furios (Foto: nordphoto).

Ishak Belfodil: „Das frühe Tor hat uns sehr gut getan. Wir haben von Anfang an alles reingeworfen, 90 Minuten als Team gekämpft und alles gegeben. Mein Treffer war natürlich auch eine Erleichterung für mich und ein großartiges Gefühl. In der Halbzeit hat uns der Trainer nochmal richtig heiß gemacht, den Sieg unter Dach und Fach zu bringen und so sind wir auch aufgetreten. Wir hatten mehrere Chancen das dritte Tor zu erzielen. Natürlich baut man den Gegner auch auf, wenn man diese nicht nutzt. Das Ende ist trotzdem einfach nur bitter. Ich bin mir sicher, dass wir daraus lernen werden.“

Niklas Moisander: „Wir haben eine starke erste Halbzeit gespielt und wussten, dass Mainz im zweiten Durchgang noch mal alles versuchen wird. Uns hat einfach das dritte Tor gefehlt. Mainz hat nach dem Anschluss Druck ausgeübt, aber das darf uns trotzdem nicht passieren.“

Maximilian Eggestein: „Wir waren uns vielleicht zu sicher und haben uns zu sehr darauf konzentriert, die Führung zu verteidigen. Das Ergebnis haben wir uns ganz alleine zuzuschreiben.“

Florian Kohfeldt: „Wir haben in der zweiten Halbzeit keinen Druck mehr auf den Ball bekommen, konnten nicht mehr so hoch verteidigen und mussten Ballbesitz der Mainzer zulassen. Auch wenn in der öffentlichen Betrachtung die erste Halbzeit besser wegkommt, fand ich, dass wir es da über weite Strecken kontrollierter gespielt haben. Im ersten Durchgang haben wir zu viele Mainzer Torschüsse zugelassen. Ich habe aber auf jeden Fall die geforderte Leidenschaft gesehen, die Jungs haben Vollgas gegeben.“

Frank Baumann: „Wir haben in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel gemacht, mutig verteidigt und uns einige Chancen erarbeitet. Allerdings haben wir auch zu viele Möglichkeiten der Mainzer zugelassen, bei denen wir etwas Glück hatten. Auch im zweiten Durchgang haben wir das über weite Strecken ordentlich gemacht, die eine oder andere Situation haben wir aber nicht gut gelöst. Und möglicherweise haben wir uns zu sehr aufs Verteidigen konzentriert.“

Zum bitteren Ausgleichstreffer:

Ishak Belfodil erzielte seinen ersten Bundesliga-Treffer (Foto: nordphoto).

Ishak Belfodil: „Das ist schon wirklich ein Schlag ins Gesicht für uns als Mannschaft. Zumal das kein Last-Minute-, sondern ein Last-Second-Ausgleich war. Das hat wieder einmal nur gezeigt, dass die Bundesliga ein Wettbewerb ist, in dem man sich nie sicher sein kann, gewonnen zu haben. Dafür ist die Qualität der Gegner einfach zu hoch.“

Maximilian Eggestein: „Wir sind einfach enttäuscht, das war sehr bitter. Da bringt uns auch die gute erste Halbzeit nichts mehr. So etwas darf uns nicht passieren.“

Florian Kohfeldt: „Zu diesem Zeitpunkt hat in meinen Augen nichts darauf hingedeutet. Wir haben das Spiel kontrolliert. Mainz hat quasi zwei Tore aus dem Nichts geschossen. Das ist mit Sicherheit sehr glücklich, aber das gehört zum Fußball dazu.“

Frank Baumann: „Wenn man zuhause 2:0 führt ist die Enttäuschung natürlich groß, wenn man keine drei Punkte mitnimmt – besonders wenn der Ausgleich so kurz vor Schluss fällt. Vielleicht war am Ende die Angst vor dem Ausgleich zu groß."

Zur Tabellensituation:

Niklas Moisander: „Ich habe große Hoffnungen. Wir haben zuletzt gute Leistungen gezeigt, wir wissen, dass wir eine gute Truppe sind und wir werden in der Rückrunde besser punkten.“

Maximilian Eggestein: „Vielleicht hätten wir uns die aktuelle Tabellenposition vor sechs Wochen gewünscht, aber dem etwas Positives abzugewinnen fällt so unmittelbar nach dem bitteren Spielausgang schwer. Für den Kopf wäre es sicherlich besser, nicht auf dem Relegationsplatz zu stehen. Wir müssen in der Rückrunde zeigen, dass wir nicht auf diesen Platz gehören.“

Florian Kohfeldt: „Unser Blick richtet sich nach vorne. Wir stehen nicht mehr auf einem direkten Abstiegsplatz, aber der Tabellenplatz bleibt gefährlich. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir in den letzten Wochen einige Punkte geholt haben, auch heute war das keine Niederlage. Das ist ein erster Etappensieg und eine Ausgangslage, bei der wir in der Rückrunde angreifen können."

Frank Baumann: „Selbst wenn wir heute gewonnen hätten, wären wir nicht in Sicherheit. Die Tabellensituation ist gar nicht so entscheidend, ärgerlich sind die verlorenen zwei Punkte. Auf dem Relegationsplatz bleiben die Sinne geschärft. Wir sind nach wie vor in einer schwierigen Situation Wir müssen uns konzentriert und fokussiert auf die Rückrunde vorbereiten. Um ein Fazit zu ziehen ist es noch zu früh, denn wir haben noch ein wichtiges Pokalspiel vor uns.“

Zum anstehenden Pokalspiel gegen Freiburg:

Schon am Mittwoch treten die Grün-Weißen im DFB-Pokal gegen Freiburg an (Foto: nordphoto).

Ishak Belfodil: „Wir werden uns von der heutigen Niederlage auf gar keinen Fall runterziehen lassen. Wir wollen diese Wut, die wir jetzt logischerweise im Bauch haben, gegen Freiburg in Energie umwandeln. Wichtig wird sein, dass wir dann genauso kämpfen wie heute und mit unseren Fans im Rücken ins Viertelfinale einziehen.“

Niklas Moisander: „Es ist gut, dass das nächste Spiel so schnell kommt und schon gleich Mittwoch ist. Wir wollen uns mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause verabschieden.“

Maximilian Eggestein: „Es ist gut, dass du mit so einem Erlebnis nicht in die Winterpause musst. Wir können gegen Freiburg zeigen, dass wir es besser können. Das nehmen wir uns vor.“

Florian Kohfeldt: „Das heutige Ergebnis tut wirklich weh, aber wenn wir morgen Früh aufwachen, dann sind es nur noch drei Tage bis zum wichtigen Pokalspiel gegen Freiburg. Heute werden wir dieses Spiel verarbeiten und gleich noch analysieren, morgen richtet sich der Blick dann schon in Richtung Pokal.“

Frank Baumann: „Eines unserer Ziele ist es, im Pokal zu überwintern. Das wird wieder ein hartes Spiel. Freiburg ist gut drauf. Ein Sieg hätte sicherlich einen positiven Effekt für uns für die Winterpause.“