Druckspiel? Bestanden!

Stimmen zum Spiel gegen den Effzeh

Grenzenlose Freude: Milos Veljkovic schoss sein erstes Bundesliga-Tor und feierte mit Delaney, Gebre Selassie und Co. (Foto: nordphoto).
Profis
Dienstag, 13.03.2018 // 00:43 Uhr

Von Yannik Cischinsky, Marcel Kuhnt und Daniel Gerdes

Wie wichtig das Heimspiel gegen den 1. FC Köln war, darüber gab es vor und auch nach dem Spiel keine zwei Meinungen. Einen „extrem wichtigen“ 3:1-Heimsieg feierten die Grün-Weißen am Montagabend zum Abschluss des 26. Spieltags, wie Florian Kainz befand. Auf fünf Punkte stockten Veljkovic, Rashica und Co. ihren Abstand auf den Relegationsplatz auf – und dennoch warnten die Gewinner des Wochenendes eindringlich: „Vor uns liegt noch viel Arbeit“, so Kohfeldt nach dem extremen „Druckspiel“, dem der Cheftrainer das Siegel „bestanden“ verpassen konnte.

WERDER.DE fasst wie gewohnt die Stimmen des Abends zusammen.

Zum Spielverlauf:

Bereitete mit seiner Ecke das 1:0 vor: Zlatko Junuzovic (Foto: nph).

Florian Kainz: „Das war Abstiegskampf. Es war kein hochklassiges, aber ein umkämpftes Spiel, das wir verdient gewonnen haben. Wir haben in der ersten Halbzeit nichts zugelassen, mehr Chancen kreiert und sind verdient in Führung gegangen. Nach dem 1:1 wollten wir es einfach mehr. Dennoch haben wir uns lange schwer getan gegen Köln, die die Räume eng gemacht haben. Wir sind nicht in die Tiefe gekommen, erst in der zweiten Halbzeit lief das etwas besser. Es war nicht unser bestes Spiel.“

Maximilian Eggestein: „Köln hat extrem kompakt verteidigt und wir haben die Räume nicht gefunden. In der Halbzeit haben wir uns mehr Tiefe vorgenommen, aber das 1:1 hat uns nicht gerade in die Karten gespielt. Da waren die Räume direkt wieder weg. Köln hat definitiv eine höhere Qualität, als es der Tabellenplatz aussagt. Sie haben uns das Leben enorm schwergemacht.“

Max Kruse: „Entscheidend war, dass wir nach dem Ausgleichstreffer direkt geantwortet haben. Dieser Treffer kam genau zum richtigen Zeitpunkt für uns.“

Milos Veljkovic: „Köln hat uns das Leben schwer gemacht. In der ersten Hälfte ist es uns nicht immer gelungen, den Plan, den wir hatten, umzusetzen. Wir wollten früh stören und die Gegenspieler aggressiv anlaufen. Nach dem ersten Tor lief es dann besser. Ich bin sehr erleichtert und froh für die ganze Mannschaft. Das heute war ein ganz wichtiger Sieg, das hat man gespürt. Für die Geschlossenheit war das gut, dass heute Spieler getroffen haben, die sonst nicht so torgefährlich sind. Aber alle sind wichtig für das Mannschaftsgefüge.“

Florian Kohfeldt: „In der ersten Halbzeit war es in meinen Augen eine sehr reife Leistung von uns. Wir waren geduldig, haben auf die richtigen Situationen gewartet, weshalb ich in der Halbzeit durchaus zufrieden war. Es gab über das Spiel verteilt allerdings zwei, drei Situationen, in denen das Spiel hätte kippen können. Durch Milot hätten wir das Duell schon vor der Pause entscheiden können. Nach dem Seitenwechsel hat uns Köln vor große Probleme gestellt. Der FC ist eine super organisierte Mannschaft, deshalb muss ich meinen Jungs ein Kompliment machen.“

Frank Baumann: „Es war heute eine schwere Geburt, aber am Ende ein verdienter Sieg für uns. Köln war ein schwerer Gegner, deshalb sind wir sehr glücklich, dass wir erneut zu Hause gewinnen konnten.“

Zur Tabellensituation:

Zwei Gesichter: Milot Rashica vollendet mustergültig, Köln-Keeper Horn hat das Nachsehen (Foto: nph).

Florian Kainz: „Das war auf gar keinen Fall die Rettung. Es war ein wichtiger Schritt, weil die Konkurrenz nicht gepunktet hat, aber es liegen noch viele wichtige Partien vor uns.“

Maximilian Eggestein: „Wir haben aktuell ein gesundes Selbstbewusstsein, aber das täuscht uns nicht über die Situation hinweg. Wir sind nicht allzu weit weg vom Relegationsplatz. Das ist allen bewusst.“

Milos Veljkovic: „Es war ein wichtiger Sieg, dennoch müssen wir weiterhin fokussiert bleiben und dürfen uns nicht in Sicherheit wähnen. Wir benötigen noch weitere Siege und müssen nach vorne blicken. Jetzt dürfen wir nur keinen Schritt zurück machen, sondern müssen uns intensiv auf das nächste Spiel vorbereiten.“

Max Kruse: „Wir haben nun ein gutes Polster auf den Hamburger SV und den 1.FC Köln. Dennoch tun wir gut daran, die Konzentration weiter hochzuhalten. Spielerisch war es heute nicht unser bestes Spiel, aber am Ende zählen die drei Punkte.“

Florian Kohfeldt: „Wir dürfen nicht das Gefühl haben, irgendetwas erreicht zu haben. Die Freude über den Sieg ist groß, aber vor uns liegt noch viel Arbeit. Es nützt uns auch nichts zu schauen, wo wir herkommen und die Entwicklung toll zu finden. Es sind noch acht Spiele und wir haben gerade einmal fünf Punkte Vorsprung vor dem Relegationsrang. Wir müssen die Konzentration hochhalten und brauchen mindestens noch zehn Punkte.“

Frank Baumann: „Wir wollen so schnell es geht aus dem Abstiegskampf rauskommen. Trotz des Sieges ist es für uns noch ein weiter Weg. Um sicher zu sein, brauchen wir noch einige Punkte.“

Zur Atmosphäre:

Wichtige Punkte: Die Erleichterung der Grün-Weißen nach dem 3:1 war groß (Foto: nph).

Maximilian Eggestein: „Die Stimmung war insgesamt sehr gut, deutlich besser als ich sie erwartet hätte, aber die Pfiffe der Trillerpfeifen waren irritierend. Vor allem bei den vereinzelten Pfiffen in ruhigen Phasen dachte ich ständig ‚Was war denn nun wieder?‘.“

Max Kruse: „Ich habe die Stimmung nicht als merkwürdig empfunden. Die Fans haben uns auch heute toll unterstützt.“

Milos Veljkovic: „Die Trillerpfeifen habe ich während des Spiels nicht wahrgenommen. Als wir in der Halbzeitpause waren und wieder aus der Kabine gekommen sind, war das schon ein Faktor, der einen beeinflusst in der Vorbereitung auf die zweite Halbzeit.“

Florian Kohfeldt: „Die Stimmung war in meinen Augen trotz des Fehlens der Ultras, was sehr schade war, super, aber einfach anders. Die Trillerpfeifen waren allerdings keine gute Idee, sie waren spielbeeinflussend und sehr störend. Ich bin froh, dass keiner in einer entscheidenden Situation stehengeblieben ist und gedacht hat, es wäre Abseits.“

Frank Baumann: „Die Jungs auf dem Platz haben das schon mitbekommen. Man hat auch gemerkt, dass die Pfiffe unangenehm waren. Davon abgesehen war die Stimmung sehr gut. Trotzdem freuen wir uns bereits auf das nächste Heimspiel, wenn wieder alle im Weser-Stadion sind.“

Zum kurzfristigen Wechsel vor Spielbeginn:

Milot Rashica: „Es tut mir leid für Bargi, dass er heute nicht spielen konnte. Für mich war das eine sehr große Überraschung. Ich habe mich mit den anderen Ersatzspielern aufgewärmt und war nicht so warm, wie die anderen Elf. Ich brauchte im Spiel kurz ein paar Minuten, um mich an die Partie zu gewöhnen und reinzukommen. Dann hat es aber sehr gut funktioniert.“

Florian Kohfeldt: „Philipp hat sich kurz nach dem Aufwärmen übergeben müssen, aber sich dennoch zur Verfügung gestellt. Das sagt viel über seinen Charakter aus. Es gab keine große Hektik, wir wussten ja, welche Optionen es gab. Der Wechsel hat die Art und Weise wie wir spielen natürlich etwas verändert. Schon vorher war die Entscheidung, ob Milot von Beginn an spielt sehr eng. Manchmal wird man eben zu seinem Glück gezwungen.“

Frank Baumann: „Das Spiel heute hat gezeigt, dass wir auch kurzfristige Ausfälle sehr gut kompensieren können und viele Alternativen auf der Bank haben.“

Zu den kommenden Aufgaben:

Florian Kainz: „Wir haben mit Augsburg, Frankfurt und Hannover drei sehr schwierige Spiele vor uns, aber in alle drei gehen wir mit Selbstvertrauen.“

Maximilian Eggestein: „Augsburg steht nicht umsonst dort, wo sie stehen. Sie haben viele gefährliche Spieler, allen voran Michael Gregoritsch. Da wird es wichtig sein, defensiv gut zu stehen und den eigenen Plan durchzubringen.“

Florian Kohfeldt: „Augsburg ist physisch sehr stark und variabel in der Grundordnung. Es wird unter anderem wieder wichtig werden, dass wir uns die zweiten Bälle holen."