Keine Schulterklopfer

Stimmen zum Spiel gegen die Hertha

Mussten sich mit einem Punkt zufrieden geben: Jerome Gondorf und Co. (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 27.01.2018 // 22:52 Uhr

Von Yannik Cischinsky, Niklas Behrend und Daniel Gerdes

Kurz vor Schluss hatte Maximilian Eggestein den Sieg auf dem Fuß, doch sinnbildlich für die überzeugende, aber doch schlussendlich glücklose, Leistung der Werderaner konnte die Hertha auch diesen Ball mit viel Dusel noch von der Linie kratzen. Dementsprechend groß war der Frust und die Enttäuschung über ein 0:0. Ein Unentschieden, das den Spielverlauf keineswegs widerspiegelt.

WERDER.DE fasst die Stimmen der Werderaner zusammen.

Zum Spielverlauf:

War in viele intensive Zweikämpfe verwickelt: Maximilian Eggestein (Foto: nordphoto).

Florian Kohfeldt: „Ich denke, dass wir heute wieder ein gutes Spiel gemacht haben. Wir waren dominant, haben uns Chancen erspielt und zwar nicht nur Halbchancen, sondern absolute Hochkaräter. Bei der Verwertung der Chancen kann ich den Spielern auch keinerlei Vorwurf machen, sie waren in den Situationen absolut entschlossen, selbst wenn man natürlich danach sagen kann, dass ein Kopfball vielleicht noch platzierter sein kann oder bei einem Schuss der Spann statt der Seite besser gewesen wäre. Unterm Strich haben wir heute gegen einen Gegner gespielt, der leidenschaftlich verteidigt hat und gegen den es nicht einfach ist, Chancen zu kreieren, was uns auch heute in manchen Phasen schwer gefallen ist. Das ist ein Punkt, an dem wir natürlich arbeiten.“

Zlatko Junuzovic: "In der ersten Halbzeit waren wir vielleicht nicht zwingend genug, wenn man mal von dem Tor absieht. Aber auch danach haben wir weitergemacht, weitergekämpft und uns viele Möglichkeiten herausgespielt. Hertha hatte hier heute vermutlich nur den Plan, einen Punkt mitzunehmen und unser Spiel zu zerstören.“

Jerome Gondorf: „Ich denke, dass wir heute super gekämpft haben. Alle sind weite Wege gegangen und jeder ist für jeden gelaufen. Dazu haben wir auch fußballerisch richtig gute Phasen gehabt. Hertha hat heute nur verteidigt, unser Spiel versucht zu zerstören. Es ist natürlich bitter, dass ihnen das auch noch gelungen ist.“

Maximilian Eggestein: „Nach dem vermeintlichen Tor war es für uns sehr schwierig, uns wieder zu sammeln. Die Situation war für uns alle sehr bitter. Heute hatten wir viel Pech, wir waren die klar bessere Mannschaft. In der letzten Sekunde können wir das Spiel dann noch entscheiden, der Ball war schon am Torwart vorbei. Hertha hat nur verteidigt und in der ersten Halbzeit schon auf Zeit gespielt.“

Niklas Moisander: „Es war ein enges Match. Wir haben früh ein Tor geschossen, das dann leider wieder zurückgenommen wurde. Unsere Leistung heute war gut, wir waren über 90 Minuten das dominante Team. Ein Punkt ist besser als keiner, aber in unserer Situation müssen wir zuhause einfach dreifach punkten.“

Max Kruse: „Wir haben uns viele Chancen herausgespielt. Der Trainer hat uns alle sehr gut eingestellt. Wir haben fast alles richtig gemacht, aber keine Tore geschossen.“

Zum verpassten Sieg:

Gondorf und Co. äußerten Unverständnis über den nicht gegebenen Treffer (Foto: nordphoto).

Florian Kohfeldt: „Wir sind total enttäuscht und keiner von uns sitzt jetzt in der Kabine und klopft sich auf die Schulter, was wir für ein tolles Spiel gemacht haben. Wir haben viele Chancen gehabt, aber keine Tore gemacht, deswegen ist es brutal bitter. Wir sind mitten im Abstiegskampf, wir brauchen unbedingt die Punkte. Irgendwie können wir natürlich froh sein, diesen Punkt jetzt zu haben, weil es auch Spiele gibt, in denen man sich am Ende sogar noch ein Konter fährt. Und dennoch: Im Endeffekt ist der Punkt im Verhältnis zur Leistung und mit Blick auf die Tabelle viel zu wenig.“

Zlatko Junuzovic: „Das ist natürlich total enttäuschend. Wir haben wieder gut gespielt, wieder viele Chancen gehabt und jetzt stehen wir hier wieder ohne einen Sieg. Das Gerede ist im Endeffekt immer die gleiche Leier. Vielleicht fehlt die letzte Entschlossenheit, direkt nach dem Spiel ist das schwer zu sagen. Der Punkt ist jedenfalls viel zu wenig.“

Jerome Gondorf: "Ich bin total gefrustet, eigentlich fehlen mir total die Worte dafür. Ich glaube uns hat heute einfach das Spielglück gefehlt, denn normalerweise geht mindestens einer von diesen Bällen rein.“

Maximilian Eggestein: „Für die gute Leistung, die wir heute auf den Platz gebracht haben, können wir uns nichts kaufen. Die Möglichkeiten waren da, dann müssen wir sie auch nutzen. Wir haben nur einen Punkt geholt, wollten aber unbedingt mit dreien den Platz verlassen. In unserer Situation müssen wir hier einen Sieg einfahren. Im ersten Moment ist das Spiel natürlich schlecht fürs Selbstvertrauen, aber wenn man sich die guten Situationen in der Analyse noch ein paar Mal vor Augen führt, können wir auch das Positive herausfiltern.“

Niklas Moisander: „Für uns war das ein sehr unglückliches Spiel. Am Ende müssen wir hier gewinnen.“

Max Kruse: „Wir dürfen nicht alles schlechtreden. Uns hat heute das letzte Quäntchen Glück und die Cleverness gefehlt. Das war wieder eine gute Leistung von uns, im Endeffekt haben wir den Ball aber nicht ins gegnerische Tor bekommen.“

Zum Videobeweis:

Florian Kohfeldt: “Ich habe mich dazu bereits geäußert und möchte das gar nicht weiter bewerten. Allerdings wechselt der Ballbesitz in der Situation des Tores sogar nochmal. Was mir aber wichtig wäre ist, dass die Regel auf allen Plätzen gleichermaßen angewandt wird.“

Zlatko Junzuovic: "Also, das ist für mich ehrlich gesagt ein Witz. Es nimmt dem Fußball total die Emotionen, denn für mich ist das eine 50:50-Situation, die man auch laufen lassen kann. Deshalb kann ich es nicht verstehen, dass man das Tor zurücknimmt. Dazu wird der Videobeweis in einer Partie angewandt, in der anderen  wiederum nicht. So entstehen immer wieder die gleichen Diskussionen. Das System muss verbessert werden.“

Jerome Gondorf: "Für mich hat das nichts mit Fußball zu tun. So macht das keinem Spaß. Weder uns Spielern, noch den Fans im Stadion und auch nicht denen zuhause, wenn man erst ausgelassen jubelt und dann doch alles anders ist."

Zum nächsten Spiel gegen Schalke:

Florian Kohfeldt: „Wir werden morgen den Regenerationsprozess starten und uns ab Dienstag komplett auf Schalke fokussieren. Wir haben die Qualität, das hat das Spiel heute abermals gezeigt, um in jedem Spiel etwas mitzunehmen. Deswegen fahren wir nicht nach Schalke, um mal zu schauen, was geht, sondern um Punkte zu holen. Ganz klar.“

Zlatko Junuzovic: "Jetzt ist unsere mentale Stärke gefragt. Für den Kopf ist sowas nicht einfach, wenn man Woche für Woche gut spielt und doch nicht gewinnt. Aber ich glaube daran, dass wir diese Stärke haben und dann greifen wir auf Schalke neu an.“

Maximilian Eggestein: „Wenn wir so weiterspielen wie letzte Woche und auch heute, dann können wir die drei Punkte nur erzwingen.“

Max Kruse: „Für uns wird es nicht einfacher. Wir müssen langsam anfangen, die Spiele zu gewinnen. Wir werden alles dafür geben, das schon auf Schalke zu tun.“