Kein Spielglück, keine Punkte

Stimmen zum 1:2 gegen Frankfurt

Kruse und Co. konnten sich für einen engagierten Auftritt nicht belohnen (Foto: nordphoto).
Profis
Freitag, 03.11.2017 // 23:59 Uhr

Von Dominik Kupilas und Niklas Behrend

Wer unmittelbar nach dem Abpfiff in die Gesichter der Grün-Weißen schaute, sah wie schmerzhaft das Tor des Frankfurters Sebastian Haller kurz vor Schluss der Partie war. Die Blicke waren leer und ungläubig, denn die 90 Minuten zuvor hätten eigentlich für etwas Zählbares reichen müssen. Werder zeigte die nötige Reaktion, investierte viel, hatte gute Chancen und musste der Eintracht am Ende doch beim Jubeln zuschauen. Die mitgereisten Anhängern zeigten in diesem enttäuschenden Moment einmal mehr ihr Feingefühl und ließen ihrem Team unmittelbar nach Abpfiff aufmunternden Applaus zukommen. Doch die Enttäuschung über die bittere Niederlage war auch bei den anschließenden Interviews spürbar.

WERDER.DE fasst die Stimmen nach der Last-Minute-Niederlage zusammen.

Zum Spielverlauf:

Ein intensiver Kampf, dessen Belohnung ausblieb (Foto: nordphoto).

Florian Kohfeldt: „Die Mannschaft hat das insbesondere in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht. Nach dem Traumtor haben wir den Rückschlag sehr gut weg gesteckt und eine Vielzahl an sehr guten Torchancen herausgespielt. Da müssen wir mit einer Führung in die Pause gehen. In der zweiten Halbzeit hatte die Eintracht mehr Ballbesitz und wir haben die Nadelstiche nicht mehr so setzen können. Das 1:2 tut weh. In der Mannschaft steckt ein sehr, sehr guter Charakter und ich bin überzeugt davon, dass wir einen Weg finden werden, aus dem Loch rauszukommen.“  

Frank Baumann: „Die Mannschaft hat heute die Reaktion gezeigt, die nach dem Augsburg-Spiel nötig war. Wir haben über weite Strecken eine sehr gute Leistung gezeigt, waren sehr engagiert, hatten einen klaren Plan und gute Chancen, Punkte zu holen. Das haben wir leider wieder nicht geschafft. Es  hat sich heute mal wieder bewahrheitet, dass du Spielglück brauchst. Das hatten wir leider bei unseren Chancen nicht.“

Zlatko Junuzovic: „Das wir nach diesem Spiel über eine Niederlage sprechen müssen, ist extrem bitter. Wir haben heute sehr engagiert und sehr mutig gespielt, hatten gute Phasen und haben uns vor allem am Ende der zweiten Halbzeit viele Chancen herausgespielt. Da hätten wir in Führung gehen müssen. Am Ende zählt nur das Ergebnis – und da stehen wir wieder mit leeren Händen da.“ 

Maximilian Eggestein: „Das ist eine richtig bittere Niederlage. Ich hatte heute während des Spiels das Gefühl, dass wir heute mit dem Sieg dran sind. Aber leider konnten wir die drei guten Chancen vor der Halbzeit nicht verwerten. Und das Gegentor in der letzten Minute darf uns nicht passieren.“

Max Kruse: „Aus meiner Sicht haben wir heute viel Gutes gezeigt, aber trotzdem zu wenig. Wir wollten gewinnen und das ist uns nicht gelungen. Schönes Spiel hin oder her, das interessiert mich heute nicht – in unserer Situation geht es nicht darum, schönen Fußball zu spielen, sondern nur um Punkte. Wir müssen uns heute an die eigene Nase fassen.“

Niklas Moisander: „Es ist sehr enttäuschend. Wir haben eine ordentliche Leistung gezeigt, waren sehr aggressiv, haben in Ballbesitz viele Lösungen gefunden und bewiesen, dass die Mannschaft Charakter hat. Deshalb ist es sehr schmerzhaft, so zu verlieren.“

Zum Impuls durch das neue Trainerteam:

Florian Kohfeldt war mit der Art und Weise der Grün-Weißen zufrieden (Foto: nordphoto).

Frank Baumann: „Florian hat in den drei Tagen an zwei, drei Stellschrauben gedreht, hat an der Taktik gearbeitet, versucht, den Spielern das Selbstvertrauen zurück zu geben und eine klare Idee entwickelt. Er wird auch am Anfang der nächsten Woche das Training leiten. Wir werden uns noch einige Tage nehmen, um den Trainermarkt weiter intensiv zu sondieren und Gespräche zu führen. Wie schnell das geht, kann ich derzeit nicht sagen.“

Zlatko Junuzovic: „Die Situation ist alles andere als einfach, auch für das Trainerteam. Aber Flo und sein Team haben das sehr gut gemacht und uns voll auf das heutige Spiel eingestellt. Wir müssen jetzt weiter von Spiel zu Spiel schauen.“

Max Kruse: „Jeder Trainer hat seine eigene Philosophie. Wir haben in dieser Woche viel im taktischen Bereich gearbeitet, deshalb haben wir heute taktisch auch einige Änderungen gesehen. Das Trainerteam hat andere Impulse eingebracht, aber am Ende stehen die Spieler auf dem Platz und müssen das umsetzen.“

Florian Kohfeldt: „Das ist nicht mein Thema. Ich habe einen sehr intensiven Austausch mit Frank Baumann.“