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Stimmen zum Sieg bei Borussia Dortmund

Jubel der Werder-Profis nach dem Auswärtssieg bei Borussia Dortmund (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 09.12.2017 // 19:44 Uhr

Von Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky

Eisige Temperaturen herrschten am Samstagnachmittag im Dortmunder SIGNAL IDUNA PARK, kalt war Werders Cheftrainer Florian Kohfeldt trotzdem nicht. Die Leistung seines Teams hatte den Werder-Coach im wahrsten Sinne des Wortes erwärmt. "Ich bin sehr zufrieden", sagte Kohfeldt nach dem Schlusspfiff. Gleich drei Rückschläge hatte seine Elf verkraften müssen. Die Verletzungen von Fin Bartels und Kapitän Zlatko Junuzovic (siehe Extrameldung) und der Ausgleich kurz nach dem Seitenwechsel. "Die Jungs haben alle Rückschläge kompensiert. Das zeigt den Charakter dieser Mannschaft", so der Werder-Coach.

WERDER.DE fasst die Stimmen der Werderaner aus den Katakomben des SIGNAL IDUNA PARKS zusammen.

Zum Spielverlauf:

Ein Fels in der Brandung: Philipp Bargfrede im Zweikampf Christian Pulisic (Foto: nordphoto).

Philipp Bargfrede: „Wir haben sehr viel vom dem umgesetzt, was uns der Trainer aufgetragen hat. Wir standen gut in der Ordnung, sehr kompakt und haben wenig zugelassen, vor allem in der ersten Halbzeit. Natürlich hatte Dortmund mehr Ballbesitz und dass sich den Druck nach der Pause enorm erhöhen, hatten wir erwartet. Wir haben gut dagegen gehalten. Und dass wir nach dem unglücklichen Gegentor zurückgekommen sind, spricht für uns. Wir haben verdient gewonnen.“

Theodor Gebre Selassie: „Wir sind hier hergekommen mit dem unbedingten Willen, zu gewinnen. Das ist uns, wenn auch etwas glücklich angesichts der Chancen von Dortmund, gelungen. Wir wussten, dass Dortmund ergebnistechnisch in einer kleinen Krise steckt und wollten daraus einen Vorteil ziehen.“

Jerome Gondorf: „Natürlich wollten wir die Situation der Dortmunder ausnutzen. In den letzten Wochen wurde der Druck für den BVB immer größer, da es ergebnistechnisch nicht lief. Das ist uns gut gelungen. Nach dem zweiten Rückstand hatte der BVB nicht mehr viel entgegenzusetzen. Man hat gemerkt, dass sie ihr Leistungspotential heute nicht abrufen könnten.“

Zlatko Junuzovic: „Das war ein sehr intensives Spiel, das viel Spaß gemacht hat. Wir hatten das richtige System, waren mutig. Wir wussten, dass Dortmund in der Offensive stark ist, wenn man sie ins Spiel kommen lässt. Wir wussten aber auch, dass sie in der Defensive anfällig sind. Deshalb wollten wir schnell umschalten und immer wieder in die Räume stoßen. Das ist uns sehr gut gelungen. Die Konter hätten wir am Ende ruhiger ausspielen müssen. Ich hatte aber heute nicht das Gefühl, dass wir noch ein Tor kassieren. Und anders als bei den letzten Spielen hier, haben wir es heute geschafft, die Führung über die Zeit zu bringen.“

Maximilian Eggestein: „Die erste Halbzeit war sehr gut, die zweite in Ordnung. Wir sind mutig aufgetreten, haben schnell umgeschaltet. Wir waren heute auf jede Situation sehr gut eingestellt. Wir wussten, dass der BVB nicht in der besten Phase ist und unter der Woche auch noch gespielt hat. Diese Dinge wollten wir unbedingt für uns nutzen. Dass das Publikum nach unserer Führung unruhig wurde, hat uns zusätzlich in die Karten gespielt.“

Florian Kohfeldt: „Die Jungs haben das überragend gemacht, sich gemeinsam nach der Strategie gerichtet und gegenseitig unterstützt. Heute ist mit den zwei Verletzungen und dem Ausgleich nach der Pause einiges gegen uns gelaufen, aber die Mannschaft hat sich immer wieder gegen diese Rückschläge gestemmt. Das zeigt den Charakter der Mannschaft. In der ersten Halbzeit haben die Jungs das taktisch sehr gut umgesetzt, da habe ich wenige Chancen der Dortmunder gesehen. Nach der Halbzeit haben wir auf zwei Umstellungen der Dortmunder sehr gut reagiert. Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung.“

Frank Baumann: „Die Trainingswoche war sehr gut und die Mannschaft gut eingestellt auf Dortmund. Das hat man unter anderem an der Reaktion auf die verschiedenen Systeme der Dortmunder gemerkt. Wir haben dem BVB auch mal Räume gelassen und im eigenen Spiel Dortmunds Pressing überspielt. Allerdings gab es auch einige Großchancen – gerade vor dem 2:1. Darüber haben wir uns geärgert.“

Zur Bedeutung des Sieges:

Schütze des Siegtores: Theodor Gebre Selassie (Foto: nordphoto).

Philipp Bargfrede: „Das war nur ein weiterer Schritt auf einem längeren Weg, aber ein wichtiger. Ich hoffe, dass uns dieser Sieg eine breitere Brust für das schwere Auswärtsspiel in Leverkusen gibt. Wir haben schon in Leipzig gezeigt, dass wir gegen starke Gegner auswärts mithalten können. Heute hier gewonnen zu haben, bestätigt uns und gibt uns Selbstvertrauen für die schwierige Aufgabe am Mittwoch.“

Maximilian Eggestein: „Das ist ein tolles Gefühl und ein sehr wichtiger Sieg für uns – wir brauchen die Punkte. Aber der Sieg hier fühlt sich nicht anders an als ein Erfolg in einem anderen Spiel.“

Zlatko Junuzovic: „Natürlich kann man im Vorfeld nicht unbedingt davon ausgehen, dass man in Dortmund gewinnt. So gesehen wäre es ein Big Point. Aber wir sind von Anfang an in die Partie gegangen und wollten gewinnen und sind auch so aufgetreten. Am Ende war es ein verdienter Sieg.“

Jerome Gondorf: „Natürlich wollen wir bis Weihnachten über dem Strich stehen, das ist die Maßgabe, dafür brauchen wir allerdings noch einige Punkte. Die nächsten wollen wir in Leverkusen holen.“

Florian Kohfeldt: „Das war ein toller Tag, aber kein Grund zu jubeln. Wir stehen leider noch weit unten in der Tabelle. Leverkusen hat gewonnen, Mainz ein Unentschieden in Leipzig geholt. Das werden schwere Spiele, auf die wir uns wie gewohnt seriös vorbereiten. Mit der Regeneration haben wir heute begonnen, morgen wird individuell gearbeitet und Montag beginnt die Vorbereitung auf Leverkusen."

Frank Baumann: „Bei all der Freude über den Sieg haben wir heute gerade mal den Anschluss gehalten. Das reicht natürlich nicht. Wir wollen bis Weihnachten noch weiter Punkte sammeln.“

Zum Traumtor von Maximilian Eggestein:

Philipp Bargfrede: „Das war ein geiles Tor, das hat er einfach super gemacht. Ich gönne ihm diesen Treffer sehr.“

Maximilian Eggestein: „Ich freue mich, dass ich der Mannschaft mit meinem Tor helfen konnte. Ich hätte zwar lieber vor unseren Fans getroffen, aber es war natürlich ein sehr schönes Gefühl, getroffen zu haben.“

Zur Position von Philipp Bargfrede:

Zlatko Junuzovic: „Ein echter Libero, wie Beckenbauer (lacht). Er hat das überragend gemacht und war heute ein wichtiger Faktor, dass wir das hinten so souverän gelöst haben.“

Maximilian Eggestein: „Bargi ist mit seiner körperlichen Präsenz und seinen fußballerischen Fähigkeiten brutal wertvoll für uns. Das hat er heute eindrucksvoll gezeigt.“

Frank Baumann: „Lamine Sané stand uns leicht angeschlagen nicht zur Verfügung, seit gestern ist er krank. Er hätte sicherlich auch die Chance auf einen Einsatz in der Dreierkette gehabt. Die Lösung mit Bargi war aber ganz sicher nicht die schlechteste. Er kann diese Position mit all der Erfahrung und Qualität spielen, hat sie auch gegen Bayern schon mal gespielt. Seine Position war im taktischen Plan sehr wichtig, wichtig für den Spielaufbau und für die Zweikampfführung.“