Drei wichtige Schritte

Die Stimmen zum Auswärtssieg in Augsburg

Feierten den 3:1-Sieg zusammen mit den Fans: die gelösten Werder-Profis (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 17.03.2018 // 19:50 Uhr

Von Yannik Cischinsky und Niklas Behrend

Erschöpft aber glücklich wirkten die Bremer Akteure nach der Partie gegen den FC Augsburg. 3:1 hieß am Ende aus Werder-Sicht. Einer furiosen ersten Halbzeit, folgte ein offener Schlagabtausch im zweiten Durchgang mit grün-weißem Happy-End. Trotz zahlreicher Chancen, das Duell zu entscheiden, machtem es Kruse, Belfodil und Co. spannend. "Wir haben unsere Konterchancen nicht konsequent genug ausgespielt", musste auch ein ansonsten zufriedener Cheftrainer Florian Kohfeldt nach einer atemberaubenden Partie mahnend den Zeigefinger heben. Tabellarisch scheint die Situation mit acht Punkten auf den Relegationsplatz nach dem Erfolg komfortabel, doch in einem Punkt waren sich alle Werderaner einig. Er ist noch nicht vorbei - der Abstiegskampf.

WERDER.DE fasst die Stimmen der Partie wie gewohnt zusammen:

ZUM SPIELVERLAUF:

Trieb das Spiel des SVW wie gewohnt an: Maximlian Eggestein (Foto: nordphoto).

Max Kruse: „In der ersten Halbzeit hatte Augsburg keine Lösung gegen uns parat, deswegen sind wir völlig verdient mit 2:0 in die Halbzeit gegangen. Wir haben ihnen gar keinen Raum gelassen und unsere spielerischen Qualitäten unter Beweis gestellt. Genau das wollte der Trainer. Dann haben wir etwas geschwommen nach der Pause, glücklicherweise haben wir dennoch den entscheidenen Treffer gemacht.“

Maximilian Eggestein: "Wir haben in der ersten Halbzeit genauso gespielt, wie wir es wollten. Wir haben uns gut in den Zwischenräumen bewegt und es dann super ausgespielen können. In der zweiten Halbzeit haben wir allerdings viele zweite Bälle verloren und Augsburg hat gezeigt, dass sie eine gute Mannschaft sind. Bei dem Freistoß von Gregoritsch haben wir natürlich Glück, dass nicht das 2:2 fällt. Letztlich sind wir meiner Meinung nach aber als verdienter Sieger vom Platz gegangen.“

Sebastian Langkamp: „Das Spiel war absolut in Ordnung von uns. Die erste Halbzeit war schön anzusehen, aber das Halbzeitergebnis trügerisch. Wir kannten die Situation selbst aus Gladbach, allerdings sind wir trotzdem in der zweiten Halbzeit gewaltig unter Druck geraten. In dieser Phase haben wir das nicht gut gemacht. Zum Glück ist unser Tor zur richtigen Zeit gefallen. Am Ende war es in meinen Augen trotz der schwächeren Phase ein verdienter Sieg.“

Florian Kohfeldt: „Die erste Halbzeit war sehr gut. Wir haben guten Kombinationsfußball gespielt mit kurzen, schnellen Stationen, haben Torchancen kreiert und Augsburg hatte kaum Zugriff. Gleichzeitig haben wir defensiv nichts zugelassen. Die Jungs haben alles, was wir uns vorgenommen haben, nahezu perfekt umgesetzt. Über Phasen der zweiten Halbzeit habe ich mich geärgert. Augsburg war deutlich verbessert, aber wir haben uns Konter nicht konsequent zu Ende gespielt, zu viele Chancen liegen lassen, teilweise das leer Tor nicht getroffen. Aber die Episoden, die mir weniger gute gefallen haben, waren zum Glück relativ kurz.“

Frank Baumann: „Ich habe in meiner Karriere ganz selten zwei gleiche Halbzeiten erlebt, auch wenn eine Mannschaft im ersten Durchgang sehr dominant war. Augsburg hat nochmal alles in die Waagschale geworfen. Es war wie die Partie in Mönchengladbach - nur andersrum. Am Ende muss man festhalten, dass wir trotzdem mehr Chancen hatten und so auch verdient gewonnen haben.“

ZUR TABELLENSITUATION

Zeigte eine Glanzleistung - und hielt Werder im Spiel: Jiri Pavlenka (Foto: nordphoto).

Max Kruse: „Es ist ein bisschen trügerisch. Hätten wir heute verloren, dann wäre es weiterhin ganz eng gewesen. Deswegen haben wir gut daran getan, hier heute zu punkten. Die direkten Abstiegsplätze sind mittlerweile weit entfernt, aber den Relegationsplatz darf man nicht aus den Augen verlieren.“

Maximilian Eggestein: „Wir sind noch mittendrin im Abstiegskampf, auch wenn es jetzt vielleicht acht Punkte bis zum Relegationsplatz sind. Von Europa oder Ähnlichem sollten wir jetzt gar nicht anfangen.“

Sebastian Langkamp: „In meinen Augen war das ein Riesenschritt zum Klassenerhalt. Wir hatten den Sieg fest im Blick und wollten uns mit einem Erfolg in die Länderspielpause verabschieden. Das war wichtig, das ist uns gelungen. Nachlassen dürfen wir trotzdem nicht.“

Florian Kohfeldt: „Ich habe immer betont, dass ich keinen Zweifel habe, dass wir die Klasse halten, aber ich habe Respekt. Zwei Dinge sind mir aktuell deshalb ganz wichtig: Wir sind nicht durch und dürfen nicht den Hauch nachlassen. Ich kenne diese vermeintlich komfortablen Situationen, zum Beispiel aus der letzten U 23-Saison. Ich gebe auch Stuttgart vor zwei Jahren als weiteres mahnendes Beispiel. Durchzuatmen und dann unten reinzurutschen wäre das Schlimmste, was passieren kann. Zum Zweiten ist Zufriedenheit nie richtig. Wir müssen die Gier behalten, uns immer verbessern zu wollen. Auch wenn wir Tabellendritter wären würde ich das unterstreichen. Sich auf dem Erreichten auszuruhen, ist ein riesengroßer Fehler.“

ZUM DOPPELTORSCHÜTZEN:

Ishak Belfodil: „Es geht nicht um meine Tore oder meine Leistung, es geht um die Leistung der Mannschaft und die hat heute gestimmt. Wir haben ein gutes Spiel gezeigt. Ich versuche immer, mich ganz in den Dienst der Mannschaft zu stellen.“

Zlatko Junuzovic: „Das Ishak über eine enorme Qualität verfügt, das wissen wir alle. Er muss sich selbst belohnen, auch in Form von Toren. Das hat in der Vergangenheit häufiger mal gefehlt. Heute hat er sich belohnt, das freut mich für ihn.“

Max Kruse: „Das ist ein ganz großes Plus, dass wir viele Spieler haben mit hoher Qualität. Jeder wird gebraucht. Wir sind eine harmonische Truppe. Ich freue mich beispielsweise riesig für Ishak, dass er heute doppelt getroffen hat und immer besser reinkommt.“

Florian Kohfeldt: „Ishak hat die Statur eines Strafraumstürmers und die Technik eines Flügelflitzers – das ist nicht die schlechteste Kombination. Er hat sich seit seinem Wechsel überragend in die Mannschaft integriert. Das ist der wichtigste Punkt für mich. Außerdem kennt er seine Rolle, er weiß, was von ihm erwartet wird. Dass er heute nach dem frühen Tor mit noch breiterer Brust agiert, erklärt sich von selbst. Ich freue mich für ihn, dass er sich mit seinen Toren belohnt hat.“

ZUR LÄNDERSPIELPAUSE:

Maximilian Eggestein: „Ich freue mich auf die U 21 und bin ja schon einige Male dabei gewesen. Das ist eine nette Abwechslung. Ich möchte natürlich auch da meine Spielzeit bekommen, aber ich gehe jetzt nicht mit der Forderung dahin, spielen zu müssen.“

Florian Kohfeldt: „Die Jungs haben es sich verdient, ein paar Tage durchschnaufen zu können. Wir haben uns am 01. Januar getroffen und bis jetzt ohne Pause durchgeackert. Die aktuelle Woche ist eine normale Trainingswoche, aber am kommenden Wochenende können wir alle mal abschalten, durchpusten.“