"Stolz über die Art und Weise"

Die Stimmen zum Leipzig-Spiel

Unüblich und doch ein Muss: Florian Kohfeldt spricht dem Team direkt nach Abpfiff Mut zu (Foto: nordphoto).
Profis
Sonntag, 15.04.2018 // 22:40 Uhr

Von Dominik Kupilas, Daniel Gerdes und Max Brosta

Die hartumkämpften 90 Minuten sind vorbei. Werder ist zum zehnten Mal in Folge im Weser-Stadion ungeschlagen. Cheftrainer Florian Kohfeldt und sein Team versammeln sich direkt nach Abpfiff auf dem Rasen. Während sich der eine oder andere im Weser-Stadion noch ärgert, dass man Leipzig am Ende nicht  bezwingen konnte, hält Cheftrainer Florian Kohfeldt bereits die erste Ansprache an Kruse, Delaney und Co. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir enttäuscht sein dürfen, dass wir nicht gewonnen haben, weil es absolut möglich gewesen wäre. Und auch, dass ich stolz bin über die Art und Weise wie wir heute gespielt haben“, so der Coach. Daran gibt es keine Zweifel: Werder hat gegen RB Leipzig, ein Top-Team der Liga, eine sehr gute Leistung gezeigt und bis zum Schluss auf Sieg gespielt. Die Mentalität und der unbedingte Siegeswille haben gestimmt. „Damit kann ich mich sehr gut identifizieren“, freut sich Kohfeldt. In den Reaktionen zum Spiel spiegeln sich anschließend ebenfalls diese zwei Meinungen wieder: Verärgert über die vergebenen Chancen – glücklich über einen wichtigen Punktgewinn und eine sehr gute Leistung.

WERDER.DE fasst wie gewohnt die wichtigsten Aussagen zu der Partie zusammen:

Zum Spielverlauf:

Neu in der Startelf sorgte Kapitän Zlatko Junuzovic für viel Wirbel in der Offensive. (Foto: nordphoto).

Florian Kohfeldt: „Wir haben heute leider nicht gewonnen, deswegen bin ich nicht rundum zufrieden. Aber die Art und Weise wie wir gespielt haben, war sehr gut. Wir haben gegen eine Mannschaft, die um die Champions-League-Plätze spielt, bis zur letzten Minute auf Sieg gespielt. Das war sehr nah an dem, für das Werder Bremen stehen möchte und an dem, was wir selber von uns erwarten. In der zweiten Halbzeit hätte alles passieren können, in Summe hatten wir aber die Mehrzahl an Großchancen, ein Sieg wäre daher nicht unverdient gewesen.“

Maximilian Eggestein: „Ich ärgere mich. Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, in der Leipzig keine Torchance hatte. Wir haben es aber verpasst, das zweite Tor zu machen und RB damit zu brechen. Dennoch haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht und in den ersten 45 Minuten alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Die zweite Halbzeit war dann offener, mit großen Chancen auf beiden Seiten. Mit ein bisschen Pech verlieren wir, mit ein bisschen Glück gewinnen wir. Man darf aber nicht vergessen, dass Leipzig enorme Qualität hat. Aber am Ende können wir noch den Siegtreffer machen, daher ist es ärgerlich.“

Zlatko Junuzovic: „In der ersten Halbzeit müssen wir einfach das zweite Tor machen. Die Chancen dafür waren da. In der zweiten Hälfte waren wir dann zu passiv und haben RB zu viele Räume gelassen. Trotzdem war immer der Wille da, gewinnen zu wollen. In der letzten Sekunde haben wir sogar noch die Chance, den Sieg perfekt zu machen. Aber im Endeffekt geht das 1:1 schon in Ordnung.“

Frank Baumann: „In der ersten Halbzeit haben wir eine sehr gute Leistung gezeigt. Dann sind wir nicht ganz so gut aus der Kabine gekommen, haben aber bis zum Schluss um den Sieg mitgespielt. Wir hatten gerade am Ende gute Möglichkeiten, das zweite Tor zu machen. Vor allem in den letzten Minuten hatten wir drei große Möglichkeiten, haben aber das Tor nur um Zentimeter verfehlt. Das Spiel mit dem Ball hat heute besser geklappt als letzte Woche. Wir haben uns viele Torchancen herausgespielt. Seit dem ersten Tag vermittelt Florian Kohfeldt der Mannschaft, dass wir den Ball haben und mutig spielen wollen. Das haben wir heute wieder gezeigt und das ist der Fußball, den wir den Zuschauern zeigen wollen.“

Thomas Delaney: „Es war ein sehr intensives Spiel, in der ersten Halbzeit hatten wir eine gute Kontrolle. Die zweite Hälfte lief in beide Richtungen, anfangs haben wir keinen Zugriff auf das Spiel bekommen. Danach hatten wir aber weiter Chancen.“

Max Kruse: „Es war auf jeden Fall mehr drin für uns heute und das nicht nur aufgrund der erste Halbzeit. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und hatten viele Möglichkeiten. Leider ist es uns nicht gelungen, mehr Tore zu erzielen. In der ersten Halbzeit haben wir hervorragend gespielt, da haben wir alles unter Kontrolle gehabt. Unsere Leistung war eine sehr gute Reaktion auf das letzte Spiel.“

Niklas Moisander: „Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt. Da hatten wir noch einige Chancen und es muss mindestens 2:0 stehen. In der zweiten Halbzeit hatten beide Mannschaften einige Möglichkeiten. Es wäre heute mehr drin gewesen, aber wir können heute stolz auf uns sein und vielleicht ist es auch ein gerechtes Ergebnis.“

Zum Tor von Niklas Moisander:

Pure Leidenschaft: Nach Moisanders Treffer brachen im Weser-Stadion alle Dämme (Foto: nordphoto).

Niklas Moisander: „Ich treffe ja nicht besonders oft, deshalb habe ich mich sehr darüber gefreut. Das war ein sehr guter Schuss von Max, ich habe gesehen, dass der Abpralle zur mir fällt. Bei meinem Abschluss habe ich dann sehr gebangt, dass der reingeht. Das Tor war zu dem Zeitpunkt sehr wichtig für uns.“

Frank Baumann: „Wie Moisander das Ding macht, ist einfach überragend. Bei seiner zweiten Chance ist er ein wenig von der Wucht des Balls überrascht. Mit ein bisschen Glück geht der auch noch rein.“

Thomas Delaney: „Trifft er den Ball einen Meter weiter rechts, dann geht er nicht rein. Aber Tor ist Tor und dann ist das „Wie?“ am Ende auch egal.“

Zur Bedeutung im Abstiegskampf:

Florian Kohfeldt: „Ich bin davon überzeugt, dass wir in den kommenden Spielen noch weitere Punkte holen werden mit diesen Leistungen und dem Spirit. Und dann werden die Mannschaften unter uns auch nicht sieben bis zehn Punkte mehr holen als wir. Aber klar ist auch, dass wir noch Punkte holen müssen.“

Thomas Delaney: „Es war ein typisches Spiel gegen Leipzig. Wenn ich eines gelernt habe, dann ist es die Tatsache, dass ein Bundesligaspiel nie zu Ende ist. Wir können stolz sein auf die Leistung, Leipzig ist ein Champions-League-Aspirant. Trotzdem wollen wir immer auf Sieg spielen, der Punkt ist aber auch sehr wichtig und bringt uns einen Schritt weiter.“

Zlatko Junuzovic: „Mit diesem Willen und dieser Mentalität holen wir noch mehr Punkte in den letzten Spielen im Kampf um den Klassenerhalt. Es zeichnet uns in den letzten Spielen aus, dass wir, auch wenn es mal nicht gut läuft, nicht aufhören zu kämpfen und niemals aufgeben.“

Frank Baumann: „Das war heute ein weiterer kleiner Schritt im Kampf um den Klassenerhalt. Das gibt uns die Möglichkeit, nächste Woche die 40-Punkte-Marke zu erreichen und uns endgültig aus dem Abstiegskampf zu verabschieden.“

Niklas Moisander: „Wir haben heute gezeigt, dass wir vor keinem Gegner Angst haben. Wir sind auf einem guten Weg, wollen die Saison bestmöglich zu Ende bringen und dann die Entwicklung in der nächsten Saison weitergehen.“

Maximilian Eggestein: „Punkte helfen immer, auch wenn es heute nur einer geworden ist.“

Max Kruse: „Ich bin mir sicher, dass wir mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun haben werden, wenn wir weiter so konstant spielen. Dann werden wir definitiv noch Punkte holen. Hätten wir heute gewonnen, wären wir ganz sicher durch, so sind wir nur fast sicher durch.“

Zur Atmosphäre im Weser-Stadion:

Mannschaft und Fans sind eine Einheit: Auch gegen RB pushten die Werder-Fans ihr Team nach vorne (Foto: nordphoto).

Florian Kohfeldt: „Das ist unser Zuhause. Wir sind ja nicht nur am Wochenende hier, sondern jeden Tag. Wir sind in unserer Kabine und kommen aus unseren Räumen. Wir haben hier tatsächlich das Gefühl, etwas verteidigen zu müssen. Heute gehen alle nach Hause und sagen: Damit kann ich mich anfreunden.“

Maximilian Eggestein: „Klar freu ich mich über das zehnte ungeschlagene Heimspiel in Folge mit den Fans im Rücken. Ich hoffe, dass noch ein paar Punkten in den letzten Spielen dazukommen.“

Zlatko Junuzovic: „Wir fühlen uns natürlich sehr wohl zuhause. Die Atmosphäre im Stadion und die Stimmung der Fans pushen uns unglaublich nach vorne. Mit jeder guten Aktion, mit jedem gewonnenen Zweikampf kommen die Zuschauer mit und das gibt uns ungemein viel Selbstvertrauen. Dadurch können wir auch immer wieder den Gegner enorm unter Druck setzen.“

Frank Baumann: „Ein Riesenkompliment an Mannschaft und Fans. Die Atmosphäre im Weser-Stadion war wieder einmal überragend. Das wirkt sich natürlich auch auf den Gegner aus, das hat man bei RB gemerkt. Die Mannschaft hat aber auch den Impuls von Minute eins an gegeben und die Fans mitgerissen. So hat man wieder gesehen, dass wir Zuhause auch gegen Gegner mit hoher Qualität  mithalten können.“

Zum kommenden Stuttgart-Spiel:

Florian Kohfeldt: „Nächste Woche haben wir die Chance, Stuttgart zu überholen und auf 40 Punkte zu kommen. Dann ist dieses Ziel erreicht, aber die Saison noch nicht vorbei.“

Frank Baumann: „Wir freuen uns auf die Partie gegen den VfB Stuttgart. Zum einen können wir den Klassenerhalt perfekt machen und zum anderen können wir auch noch den VfB einholen. Daher wollen wir nächste Woche einen weiteren großen Schritt machen.“

Maximilian Eggestein: „Wir wollen in Stuttgart gewinnen. Dazu müssen wir an die Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen. Dann haben wir gute Chancen.“

 

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