"Ganz viel, das Spaß gemacht hat"

Die Stimmen zum Dortmund-Spiel

Gegen starke Dortmunder konnten sich Jiri Pavlenka und Co. über das Remis freuen (Foto: nordphoto).
Profis
Sonntag, 29.04.2018 // 22:25 Uhr

Von Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky

Als Florian Kohfeldt sich nach Spielende auf den Weg in den Kabinengang machte, musste der Cheftrainer kurz innehalten. Ein kleiner Werder-Fan, zum allerersten Mal im Weser-Stadion, begeistert von 90 fesselnden Minuten und mit strahlenden Augen, stoppte er den Werder-Coach. „Der kommt ganz sicher wieder“, war sich Kohfeldt nach kurzem Austausch und mit breitem Grinsen im Gesicht sicher. Der kleine Junge war nur einer von vielen im Weser-Stadion, die ein packendes Duell zweier Bundesliga-Traditionsvereine erlebt haben. „Ich habe ganz viel gesehen, das Spaß gemacht“, sagte auch Kohfeldt, der sich mit dem Remis gegen starke Dortmund zufrieden zeigte.

WERDER.DE fasst alle Stimmen zu der mitreißenden Partie  im Weser-Stadion zusammen. 

Zum Spielverlauf:

Es waren enorm intensive 90 Minuten zwischen Werder und dem BVB (Foto: nordphoto).

Florian Kohfeldt: „Das war heute ein super Spiel von beiden Seiten, sehr unterhaltsam und mit einer hohen Intensität von der ersten Minute an. Für die Zuschauer war das begeisternd. Sowohl der BVB, als auch Werder Bremen haben heute eine tolle Leistung gezeigt. In einigen Phasen hatten wir etwas Glück, aber hatten selbst auch einige Chancen. Am Ende war es ein verdientes Unentschieden. Die Luft war bei uns nie raus, gewisse Wellen sind aber völlig normal. Letzte Woche haben einige Dinge nicht funktioniert, heute war das wieder anders. Auf die Mentalitätsdebatte können wir heute den Deckel machen. Das hat mich schon etwas geärgert.“

Jerome Gondorf: „Es war eine Bundesligapartie auf sehr hohem Niveau und für die Zuschauer sehr unterhaltsam. Man hat einerseits gesehen, dass wir unbedingt zuhause ungeschlagen bleiben wollten und andererseits, dass die Dortmunder eine enorme offensive Qualität haben. Gegen so ein Team kann man nicht alle Chancen verhindern. Umso besser, dass man dann jemanden wie Pavlas hinten drin stehen hat.“

Sebastian Langkamp: „Es war für uns wichtig zu zeigen, dass wir gegen einen Top-Gegner mit einer Top-Leistung dagegenhalten können. Das ist uns über weite Strecken gelungen. Wir haben voll dagegen gehalten, haben Powerfußball gespielt.“

Ludwig Augustinsson: „Ich kann mir vorstellen, dass es für die Fans ein sehr unterhaltsames und gutes Spiel war. Gerade am Ende hatte Dortmund einige große Chancen und hatten etwas Glück. Da waren wir etwas müde.“

Maximilian Eggestein: „Das war ein tolles Fußballspiel. Es ging hin und her, beide hatten viele Chancen. Ich wäre heute gerne Zuschauer gewesen. Dass es am Ende ein 1:1 steht, ist angesichts der vielen Torschüsse fast ein Witz. Es hätte auch 4:4 ausgehen können. Wie schon gegen Leipzig hätten wir auch heute mit etwas Glück gewinnen und mit etwas Pech verlieren können.“

Zum Klassenerhalt:

Torschütze Thomas Delaney wird von Sebastian Langkamp beglückwünscht (Foto: nordphoto).

Jerome Gondorf: „Der Trainer hat uns in seiner Ansprache zum Klassenerhalt gratuliert. Das Gefühl an sich war zwar schön, aber nicht außergewöhnlich. Wenn man uns vor einigen Monaten angeboten hätte, vor dem drittletzten Spiel den Klassenerhalt sicher zu haben, hätten wir sicher unterschrieben. Heute hat man gesehen, dass es dennoch keinen Druckabfall bei uns gibt, wie so oft geschrieben wurde.“

Sebastian Langkamp: „Man hat in den letzten Wochen und Monaten gesehen, dass wir in extremen Drucksituationen gut spielen können. Das kommt mir in der Diskussion um den Klassenerhalt etwas zu kurz und das muss man der Mannschaft hoch anrechnen. Uns wurde in der letzten Woche nachgesagt, dass die Spannung abgefallen ist. Heute haben wir gezeigt, dass das nicht der Fall ist.“

Maximilian Eggestein: „Wir haben das gestern nach dem Training erfahren. Wir sind froh, dass wir es frühzeitig geschafft haben. Ohne den ganz großen Druck zu spielen, fällt etwas leichter. Wir haben uns am Anfang der Saison in diese Situation gebracht, in der Rückrunde können wir uns nicht viel vorwerfen. Nächstes Jahr wollen wir unbedingt einen guten Start hinlegen und nicht erst nach zehn oder elf Spieltagen so spielen wie zuletzt.“

Florian Kohfeldt: „Wir sollten die Art und Weise, wie wir den Klassenerhalt geschafft haben, als Erfolg verbuchen. Aber dauerhaft kann der Verbleib in der Bundesliga nicht unser Ziels sein. Ich habe das gestern in der abschließenden Besprechung kurz angesprochen und mich aus vollem Herzen bei der Mannschaft bedankt für die Leidenschaft, den Einsatz und das mir und dem Trainerteam entgegengebrachte Vertrauen. Bei der Ausgangslage war das nicht selbstverständlich, dass wir uns drei Spiele vor Schluss sichern. Geplant war, gegen Mainz alles klar zu machen. Ich habe aber auch gesagt, dass niemand im Raum ist, der mit dem Klassenerhalt zufrieden ist. Nächstes Jahr möchte ich nicht über den Abstiegskampf reden müssen.“

Zu den restlichen Spielen:

Ludwig Augustinsson: „Wir wollen beide gewinnen – für die Fans, für uns. Wir wollen mit einem positiven Gefühl die Saison beenden und uns damit Rückenwind für die kommende Spielzeit holen.“

Jerome Gondorf: „Der Trainer hat eine Mentalität eingepflanzt, die zu seiner Handschrift passt und die uns sehr gut gefällt. Wir schauen nur auf uns, wollen die Spiele für uns gewinnen.“

Florian Kohfeldt: "Der Fokus liegt auf den letzten beiden Spielen. Wir wollen bis zum Ende der Saison ungeschlagen bleiben im Weser-Stadion und das letzte Spiel möchte man immer gewinnen. Dabei schauen wir nur auf uns und nicht, ob es bei den Gegnern noch um etwas geht."

Zur Leistung von Jiri Pavlenka:

Hielt Werder mit seinen Paraden im Spiel: Jiri Pavlenka (Foto: nordphoto).

Ludwig Augustinsson: „Er ist in der Form seines Lebens und war heute einfach eine Wand. Unglaublich, was er alles gehalten hat. Ich freue mich sehr für ihn.“

Jerome Gondorf: „Er hat den Spitznamen Krake, weil er gefühlt viele Arme hat. Er ist wie eine Wand. Ich bin froh, ihn im Team zu haben. Es tut gut, einen starken Rückhalt wie ihn zu haben und hilft, wenn man selbst mal einen Fehler macht und weiß, dass spätestens Pavlas das ausbügelt.“

Sebastian Langkamp: „Er ist ein absoluter Top-Torhüter, das hat er über Monate unter Beweis gestellt. Er fokussiert sich die Woche über extrem hin zum Spieltag und ist auf den Punkt da. Wenn er da sein muss, ist er da.“

Maximilian Eggestein: „Das waren heute nicht nur ein oder zwei, sondern fünf oder sechs Paraden. Und auch nicht irgendwelche, sondern richtige Glanzparaden. Heute würde ich ihm eine glatte eins geben.“

Florian Kohfeldt: „Das war heute Weltklasse. Ich habe nach Leipzig schon gesagt, dass er nicht immer die eins-gegen-eins-Situationen halten wird. Aber die Abläufe sind trainiert. Entscheidend ist das Zusammenspiel mit Christian Vander und der gesamten Torwart-Gruppe. Pavlas ist lernwillig, möchte sich immer weiter verbessern. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass er mit seiner Entwicklung noch nicht am Ende ist.“