Werder unterliegt am Millerntor

1:2-Niederlage nach Bouhaddouz-Doppelpack

Kapitän Bernd Nehrig und sein FC St. Pauli behielten gegen den SV Werder die Oberhand (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 22.07.2017 // 17:09 Uhr

Von David Steinkuhl

Für den FC St. Pauli war es die Bestätigung für eine perfekte Vorbereitung vor dem Zweitligastart in einer Woche beim VfL Bochum, SVW-Coach Alexander Nouri konnte aus der 1:2-Niederlage bei den 'Kiezkickern' immerhin weitere Erkenntnisse zum Leistungsstand seiner Mannschaft sammeln. Gerade in der ersten Hälfte entwickelte Werder wenig Torgefahr, erst mit dem Seitenwechsel kam auch bei Kruse und Co. etwas Schwung in die Aktionen. Matchwinner war St. Paulis Stürmer Aziz Bouhaddouz (22./68.), dessen Doppelpack den Hamburgern zu einer gelungenen Generalprobe reichte. Werder gelang in Person von Fin Bartels (55.) nur der zwischenzeitliche Ausgleich.

Aufstellung und Formation: Werder-Coach Alexander Nouri schickte seine Elf in der zuletzt gewohnten 3-5-2-Formation auf den Hamburger Rasen. Die Dreierkette vor Keeper Pavlenka bildeten Veljkovic, Sané und Caldirola, auf den etwas offensiveren Außenbahnen durften Ulisses Garcia und Robert Bauer von Beginn an ran. Philipp Bargfrede übernahm die Rolle des einzigen Sechsers, davor sollten Gondorf und Kainz die beiden Sturmspitzen Aron Jóhannsson und Kapitän Max Kruse in Szene setzen. Bei den Gastgebern stand Werder-Leihgabe Luca-Milan Zander auf der Rechtsverteidigerposition in der Startelf.

Bouhaddouz bleibt cool, Werder zu fehlerhaft

St. Paulis Angreifer Bouhaddouz und Allagui sorgten immer wieder für Gefahr (Foto: nordphoto).

4. Minute: Die Braun-Weißen haben die erste Strafraumaktion der Partie. Eine Flanke vom linken Flügel findet den Kopf von Aziz Bouhaddouz, der marokkanische Nationalspieler bekommt aber nicht genug Druck hinter die Kugel und stellt Pavlenka somit nicht vor Probleme.

8. Minute: Der in der Anfangsphase sehr engagiert auftretende Aron Jóhannsson mit einem beherzten Abschluss aus gut zwanzig Metern. Pauli-Schlussmann Robin Himmelmann macht sich lang und kann den Schlenzer des US-Stürmers gerade noch zur Seite abwehren.

22. Minute: Tor für den FC St. Pauli. Am Ende eines blitzsauber vorgetragenen Angriffs ist Caldirola zu weit von Allagui weg und gibt dem Ex-Herthaner so die Zeit, seinen Sturmpartner Bouhaddouz mustergültig zu bedienen. Der erfolgreichste Pauli-Torschütze der letzten Saison bleibt allein vor Pavlenka eiskalt und versenkt.

32. Minute: Vom SV Werder kommt bislang zu wenig. Auch nach dem Führungstor der ‚Kiezkicker‘ fehlen den Bremern Offensivdrang und Durchschlagskraft. Per Standard sorgen die Grün-Weißen jetzt mal wieder für etwas Torgefahr, aber Caldirolas Kopfball nach Freistoßhereingabe von Kainz ist zu unplatziert.

41. Minute: Torschütze Bouhaddouz versucht es mit einem Freistoß aus 25 Metern direkt. Sein Versuch flattert relativ zentral auf Pavlenka zu, Werders neue Nummer Eins hat die Kugel im Nachfassen dann sicher.

45. Minute: Pause am Millerntor. Der Gastgeber führt nach dem Treffer von Bouhaddouz durchaus verdient, Werder fehlten über weite Strecken die klaren Aktionen nach vorne. Man merkt, dass der Zweitligist schon weitaus fortgeschrittener in der Saisonvorbereitung ist, den Jungs von Alexander Nouri mangelt es häufig noch an der Abstimmung.

Bartels-Treffer reicht nicht aus

Fin Bartels sorgte für den zwischenzeitlichen Ausgleich (Foto: nordphoto).

46. Minute: Mit fünf Änderungen auf Seiten des SVW geht es in den zweiten Durchgang. Maxi Eggestein, Theo Gebre Selassie, Ludwig Augustinsson, Thomas Delaney und Fin Bartels sollen nun dabei helfen, den Rückstand aus der ersten Hälfte wettzumachen.

49. Minute: Vielversprechend geht es los! Bartels schickt Kainz mit hübschem Absatzkick in den Sechzehner, aber der Österreicher scheitert an Robin Himmelmann. Im Gegenzug trifft Allagui zum vermeintlichen 2:0 für die Hamburger, der Tunesier steht aber im Abseits.

55. Minute: Tor für den SV Werder! Kruse spielt Gebre Selassie auf rechts frei, der bis zur Grundlinie durchbricht, die Übersicht behält und flach in die Mitte zurücklegt. Dort kommt Fin Bartels angerauscht und hat keine Probleme zum Ausgleich gegen seinen Ex-Klub zu verwandeln.

68. Minute: Tor für den FC St. Pauli. Von Werders linker Abwehrseite segelt ein Freistoß in den Strafraum. Aus dem Getümmel heraus bekommt Allagui die Kugel ans Schienbein, von wo das Spielgerät einmal mehr Bouhaddouz vor die Füße fällt. Vier Meter vor dem Kasten hat der Schütze des 1:0 keine Schwierigkeiten, den Doppelpack zu schnüren.

76. Minute: Kainz‘ Freistoß wird zunächst per Kopf aus der Gefahrenzone befördert, der Klärungsversuch fällt Bartels vor die Füße. Der 30-Jährige nimmt volles Risiko, der Ball bleibt allerdings an einem Hamburger Abwehrbein hängen.

86. Minute: In der Schlussphase führen die vielen Wechsel und einige Fouls zu Brüchen im Spielrhythmus. Torraumszenen sind auf beiden Seiten in der letzten Viertelstunde eher Mangelware.

90. Minute: Abpfiff in Hamburg. Der FC St. Pauli gewinnt unter dem Strich verdient mit 2:1. In der Schlussminute hat Sobiech sogar noch die Chance zu erhöhen, Kainz kann den Kopfball des Innenverteidigers aber auf der Linie retten. Im zweiten Spielabschnitt waren auch bei Werder gute Kombinationsansätze zu erkennen, das Bartels-Tor zehn Minuten nach Wiederanpfiff lieferte das passende Beispiel. Letztendlich fehlte noch in vielen Bereichen die Feinabstimmung, bis zum Pflichtspielstart in Würzburg in drei Wochen sollte das aber noch aufzuholen sein. Weiter geht es für die Grün-Weißen am nächsten Freitag mit dem Test gegen den englischen Erstligisten West Ham United.

Stimmen zum Spiel

Alexander Nouri: „Uns hat heute die Frische gefehlt. Das muss man nach einer intensiven Trainingswoche mit hohen Reizen in Kauf nehmen. Dennoch war es ein sehr guter Test für uns, aus dem wir wichtige Schlüsse ziehen können. Bei Ballbesitz war die Fehlerquote zu hoch, auch da hat die letzte Konzentration gefehlt. Pauli hat das sehr gut gemacht, auf unsere Fehler gelauert und gefährlich nach vorne gespielt.“

Fin Bartels: „Insgesamt waren wir heute zu langsam, haben viel quer gespielt und nicht zielstrebig nach vorne. Gerade das Umschaltspiel, was uns sonst stark macht, hat heute nicht so gut funktioniert. Daran merkt man, dass der eine oder andere schwere Beine hatten. Aber diese Fehler bringen uns weiter, aus ihnen lernen wir. Wichtig war, dass wir heute einen richtig guten Gegner hatten, mit dem wir uns messen konnten.“

Stenogramm

Aufstellung:

FC St. Pauli: Himmelmann - Zander (63. Kalla), Sobiech, Hornschuh (85. Schoppenhauer), Buballa - Sobota (85. Park), Nehrig (72. Flum), Möller Daehli (63. Sahin), Buchtmann (81. Neudecker) - Bouhaddouz, Allagui (71. Choi)

SV Werder: Pavlenka - Veljkovic, Sané, Caldirola - Bauer (46. Gebre Selassie), Gondorf (46. Delaney), Bargfrede (46. M. Eggestein), Kainz, Garcia (46. Augustinsson) - Jóhannsson (46. Bartels), Kruse (71. Zhang)

Tore: 1:0 Bouhaddouz (22.), 1:1 Bartels (55.), 2:1 Bouhaddouz (68.)

Schiedsrichter: Robert Schröder

Zuschauer: 20.026

 

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