Starke zweite Halbzeit sichert Punkt in Wolfsburg

Bartels trifft beim 1:1 - Werder lässt Chancen auf Sieg aus

Fin Bartels sorgte mit seinem Treffer für Werders zweiten Auswärtspunkt in dieser Saison (Foto: nordphoto).
Spielbericht
Dienstag, 19.09.2017 // 22:26 Uhr

Von David Steinkuhl

Dank einer überzeugenden zweiten Halbzeit hat sich der SV Werder am Dienstagabend einen verdienten Auswärtspunkt beim VfL Wolfsburg holen können. Beim 1:1 (1:0) in der Volkswagen-Arena zeigten die Grün-Weißen eine durchwachsene Leistung im ersten Durchgang, nach der Pause drehte das Team von Alexander Nouri dann aber auf. Folgerichtig glich Fin Bartels (56.) die Führung des VfL durch Divock Origi (28.) aus, im Anschluss wäre für die Grün-Weißen, die beste Chancen ausließen, sogar der Sieg drin gewesen.

Aufstellung und Formation: Die taktische Ausrichtung von Coach Alexander Nouri bleibt mit der 3-5-2-Formation die gleiche, aus Verletzungsgründen muss der 38-Jährige bei den Wölfen im Vergleich zur Heimniederlage gegen den FC Schalke 04 jedoch zweimal wechseln. In der Dreierkette neben Milos Veljkovic und Robert Bauer kommt Luca Caldirola zu seinem ersten Saisoneinsatz. Lamine Sané, für den Nouri am Vortag noch grünes Licht gab, muss aufgrund von Knieproblemen aussetzen. Die zweite Änderung nimmt Nouri im Offensivbereich vor, wo Max Kruse nach seinem Schlüsselbeinbruch vorerst ausfällt. Kruses Part in der Spitze übernimmt Florian Kainz, dessen Platz im zentralen Mittelfeld von Jerome Gondorf übernommen wird.

Origi bestraft harmlosen SVW

Leihstürmer Divock Origi machte in Hälfte eins den Unterschied (Foto: nordphoto).

13. Minute: Der Gastgeber hat in der Anfangsphase mehr vom Spiel, Werder steht tief und organisiert sich erst einmal. Yunus Malli, von Martin Schmidt, seinem Ex-Trainer bei Mainz 05, umgehend in die Startelf beordert, versucht es aus der Distanz. Der 25-Jährige verfehlt Pavlenkas Kasten aber deutlich.

20. Minute: Auf einmal nimmt die Partie Tempo auf. Werder kombiniert schnell in den Sechzehner, wo Delaney bis zur Grundlinie durchkommt. Seine flache Hereingabe in den Fünfer bereinigt Uduokhai. Im Gegenzug bekommt dann Origi am Sechzehner den Ball. Der Belgier fackelt nicht lange und zieht aus der Drehung ab. Pavlenka ist zur Stelle und lenkt das Leder um den Pfosten.

28. Minute: Tor für den VfL Wolfsburg. So viel Platz darf man diesen konterstarken Wölfen nicht geben. Ntep kann auf dem linken Flügel Tempo aufnehmen und bedient den einlaufenden Divock Origi. Von Caldirola nicht konsequent verfolgt, hat es der Stürmer bei seinem Abschluss aus sechs Metern diesmal einfacher, Pavlenka im SVW-Tor zu überwinden.

33. Minute: Die beweglichen Offensivakteure des VfL bereiten den Grün-Weißen immer mehr Probleme. Ohne große Gegenwehr bekommt Malli die nächste Wölfe-Chance und versucht es mit einem frechen Schlenzer auf das kurze Eck – Außennetz!

41. Minute: Spielerisch ist nach vorne wenig bis gar nichts von Werder zu sehen, nach einer Standardsituation hat Gebre Selassie jetzt zumindest mal wieder eine Halbchance. Im Fallen kommt er mit dem Fuß an einen Eckstoß von der linken Seite, Casteels muss aber nur seine Arme öffnen, um das Spielgerät zu fangen.

45. Minute: Halbzeit in der Volkswagen-Arena. Die Bremer starteten gut geordnet in die Partie und ließen trotz der spielerischen Dominanz des VfL Wolfsburg wenig zu. Als die Grün-Weißen das erste Mal etwas weiter aufrückten, schlug die agile Offensive der Gastgeber allerdings eiskalt zu und erzielte nach einer knappen halben Stunde die verdiente Führung durch Sturm-Neuzugang Divock Origi. Im Spiel nach vorne fehlt es dem SVW an Durchschlagskraft, der ein oder andere Wechsel in der Halbzeitpause wäre durchaus logisch.

Neue Hälfte, neues Spiel

Die Wolfsburger kamen in der zweiten Hälfte fast immer einen Schritt zu spät (Foto: nordphoto).

46. Minute: 45 Sekunden sind gespielt, da hat Werder gleich die erste gute Möglichkeit. Casteels eilt weit aus seinem Tor und kommt einem Mitspieler beim Klärungsversuch in die Quere. Über Augustinsson kommt der Ball zu Kainz, der das Tor anvisiert, aber mit Verhaegh den letzten Abwehrspieler vor der Torlinie anschießt. Seit Wiederbeginn sind übrigens Belfodil und Bargfrede für Gondorf und Maxi Eggestein in der Partie.

48. Minute: Und wieder hat Kainz, diesmal von Bartels bedient, die nächste gute Gelegenheit. Der Österreicher kommt am Elfmeterpunkt leicht ins Straucheln, sodass Knoche noch rechtzeitig klären kann.

56. Minute: TOOOOOR für Werder! Delaney bringt eine Flanke von links in die Mitte, die wohl den langen Ishak Belfodil finden soll. Von Knoche abgefälscht, fällt die Kugel genau auf den Kopf von Fin Bartels, der gegen die Laufrichtung von Casteels einnetzt. Mit diesem Ausgleichstreffer ist die verkorkste erste Hälfte schon vergessen, alles ist wieder offen.

62. Minute: Das ist eine ganz andere zweite Hälfte aus Bremer Sicht. Die Jungs von Alexander Nouri treten deutlich mutiger auf und haben mehr vom Spiel. Wolfsburg fehlt mittlerweile die Genauigkeit im Angriffsspiel, auch das spielt Werder in die Karten.

66. Minute: Thomas Delaney, vorhin noch Vorlagengeber, lässt aus 20 Metern eine richtige Fackel mit seinem rechten Fuß los. Casteels kann dem Geschoss des Dänen nur hinterschauen, hat aber Glück, dass die Kugel haarscharf am rechten Winkel vorbeirauscht.

71. Minute: Das muss das 2:1 sein! Letzte Saison noch der Held gegen die Wölfe hat Theo Gebre Selassie nun gleich doppelt die Chance auf eine Wiederholung. Ein butterweicher Bartels-Flugball tropft genau in den Fuß des Tschechen, der erst den Innenpfosten und im Nachschuss dann Knoches Kopf trifft.

80. Minute: Wieder hat Gebre Selassie die Führung auf dem Fuß beziehungsweise an der Hacke. Kunstvoll versucht er diesmal eine Belfodil-Hereingabe über die Linie zu bugsieren, Casteels muss sich ganz lang machen, um das Spielgerät noch rauszukratzen.

83. Minute: Sieben Minuten vor dem Ende hat Guilavogui die erste Wölfe-Chance des zweiten Durchgangs – drüber.

90. Minute: Abpfiff in der Volkswagen-Arena! Werder und der VfL Wolfsburg trennen sich 1:1-Unentschieden.

Fazit: Wie gut, dass ein Fußballspiel immer zwei Hälften hat! Nach einer harmlosen Vorstellung in Durchgang eins und der verdienten Pausenführung für den VfL kam der SV Werder wie ausgewechselt aus der Halbzeitpause. Mit den frischen, über weite Strecken sehr auffälligen Philipp Bargfrede und Ishak Belfodil übernahmen die Grün-Weißen das Kommando und hatten nach dem Ausgleichstor durch Fin Bartels sogar mehrfach die Chance auf den Sieg. Aufgrund der deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang wäre der Dreier durchaus verdient gewesen, so aber müssen sich Delaney & Co. mit dem zweiten Zähler in der laufenden Spielzeit begnügen. Die nächste Chance auf den ersten Saisonsieg hat man im kommenden Heimspiel gegen den SC Freiburg am Samstag.