Gebre Selassie beschert dem SVW Rang 11

Werder gewinnt zum Abschluss 2:1 in Mainz

Sebastian Langkamp schied vor dem Pausenpfiff verletzt aus, seine Teamkollegen ließen sich davon nicht aufhalten (Foto: Nordphoto).
Profis
Samstag, 12.05.2018 // 17:26 Uhr

von Maximilian Hendel

Mit dem insgesamt zehnten Saisonsieg beendete Werder Bremen die Bundesliga-Spielzeit 2017/18. Die Grün-Weißen entschieden das Auswärtsspiel am 34. Spieltag beim FSV Mainz 05 mit 2:1 (1:1) für sich. Vor 34.000 Zuschauern in der ausverkauften Opel-Arena egalisierte Florian Kainz vor der Pause nach schöner Vorarbeit von Maximilian Eggestein (23.) den frühen Mainzer Führungstreffer von Jean-Philippe Gbamin (12.). Kainz war es dann auch, der Theodor Gebre Selassies Kopfball-Siegtreffer mit einer punktgenauen Ecke an den langen Pfosten auflegte (79.). Werder sprang mit insgesamt 42 Punkten im Gesamtklassement noch am FC Augsburg vorbei auf den 11. Tabellenplatz.

Aufstellung und Formation: Vor allem in der Defensive musste Cheftrainer Florian Kohfeldt im Vergleich zum zurückliegenden Heimspiel gegen Leverkusen umstellen. Milos Veljkovic hatte unter der Woche einen Schlag auf den Knöchel abbekommen und konnte nicht mit nach Mainz reisen. Daher rückte Sebastian Langkamp von halblinks auf Veljkovic’ halbrechten Posten der Innenverteidigung. Eigentlich sollte Niklas Moisander an Langkamps Seite agieren, jedoch musste der Finne die Erwärmung verletzungsbedingt abbrechen. Daher übernahm Marco Friedl innen, während Ludwig Augustinsson auf die linke Außenverteider-Position zurückkehrte. Außerdem erhielt Offensivmann Milot Rashica über Rechtsaußen in Werders 4-3-3-Formation wieder die Chance von Beginn an. Zlatko Junuzovic lauerte zunächst auf der Bank.

Eggestein legt für Kainz zum Ausgleich vor

Florian Kainz besorgte Werders Ausgleichstor in Mainz (Foto: Nordphoto).

Die Höhepunkte:

12. Min.: TOR, 1:0 für Mainz 05, Jean-Philippe Gbamin. Der SVW gerät in Rückstand. Baku und Donati werden auf Werders linker Seite nicht am Zusammenspiel gehindert – das ermöglicht Bakus scharfe, halbhohe Eingabe, die von Friedl etwas unglücklich zentral vor den Strafraum abgefälscht wird, von wo aus Gbamin mit dem linken Innenspann direkt Maß nimmt und flach links vollendet.

17. Min.: Kainz’ Ecke landet auf dem Kopf von Gebre Selassie, der sich gut im Zweikampf durchsetzt, aber dann nicht genügend Druck und Genauigkeit in seinen Kopfball-Aufsetzer bekommt.

23. Min.: TOOOOOOOR, 1:1 für den SVW, Florian Kainz. Geht doch! Kruse behält in der Mainzer Spielhälfte nahe der rechten Außenlinie den Ball energisch in den eigenen Reihen, spielt dann Eggestein in den Lauf, dessen anschließend lang gezogene Eingabe von der rechten Strafraumkante Delaney per Hechtkopfball am langen Pfosten zwar noch verpasst, jedoch fährt hinter ihm Kainz das lange Bein aus und spitzelt den Ball gekonnt ins Netz.

40. Min.: Florian Kohfeldt muss nun noch mehr improvisieren für seine Defensive. Langkamp hat sich aller Wahrscheinlichkeit nach eine Oberschenkelverletzung zugezogen. Für ihn ist nun Jérôme Gondorf mit von der Partie. Nun gibt Gebre Selassie den halbrechten Innenverteidiger und Eggestein übernimmt rechts neben ihm.

45. Min.: Gute Mainzer Gelegenheit unmittelbar vor dem Pausenpfiff. Brosinskis weiter Einwurf entpuppt sich als Vorlage für Muto, der aus der Drehung und spitzem Winkel volles Risiko geht und den Ball nur knapp über den Querbalken setzt.

45. + 2 Min.: Halbzeit in Mainz. Alles offen nach Kainz’ Ausgleich.

Gebre Selassie ist per Kopf zur Stelle

Marco Friedl erfuhr erst Minuten vor Anpfiff von seinem Einsatz, löste es gegen Muto & Co. aber souverän (Foto: Nordphoto).

47. Min.: Fast der perfekte Start in die zweite Halbzeit für die Grün-Weißen. Kainz’ Grätsche setzt Kruse über halblinks in Szene, doch der Kapitän verpasst mit seinem Flachschuss den Mainzer Kasten um zwei Meter.

53. Min.: Beinah die Bremer Führung! Kruse probiert es mit einem direkten Freistoß aus halbrechter Position, der von Öztunali ganz tückisch abgefälscht wird, aber Mainz-Keeper Müller rettet gerade noch so mit ausgefahrenem Bein.

55. Min.: Auf der Gegenseite haben jetzt die Gäste Glück. De Blasis dribbelt über die linke Angriffsseite an drei Bremern vorbei, legt dann in den Rückraum zu Öztunali, dessen scharfer Spannstoß an die Oberkante der Latte knallt.

59. Min.: Die nächste gute Bremer Gelegenheit. Kruses punktgenaue Flanke aus dem linken Halbfeld erreicht Gondorf, der aus acht Metern jedoch über das Tor köpft.

68. Min.: Der gerade erst eingewechselte Holtmann wird durch De Blasis’ klugen Seitenwechsel in Szene gesetzt, drischt den Ball – gut bedrängt von Eggestein – dann aber in die vierte Reihe.

69. Min.: Friedl nutzt die Lücke im Mainzer Zentrum, nimmt mit Ball am Fuß Anlauf und traut sich zu einem richtig gefährlichen Fernschuss aus über 25 Metern, dem nur ein knapper Meter zum Einschlag ins Netz fehlt.

79. Min.: TOOOOOOOOOOR, 2:1 für Werder, Theodor Gebre Selassie. Werder belohnt sich für den hohen Aufwand. Kainz zieht einen Eckball scharf an den langen Pfosten, wohin sich Gebre Selassie gestohlen hat und mit dem Kopf aus Nahdistanz einnickt.

90. + 1 Min.: Puuuh, fast hätte Muto hier doch noch ausgeglichen, aber der Mainzer Angreifer trifft aus sechs Metern glücklicherweise nur den linken Pfosten.

90. + 4 Min.: Schluss in Mainz. Werder hat den Sieg über die Zeit gebracht.


Fazit: Mainz, das am vergangenen Wochenende durch einen Sieg in Dortmund den Klassenerhalt vorzeitig unter Dach und Fach brachte, knüpfte an die Topform der Vorwochen an. Werders umgestellte Defensive hatte in der Anfangsphase zunächst doch einiges zu tun, um sich auf die temporeiche Offensive der befreiten Gastgeber einzustellen. Umso nachhaltiger wirkte sich dann Kainz’ Ausgleich nach Eggesteins schöner Vorarbeit auf die Bremer aus. Kohfeldts Elf konnte das Geschehen offensiv wie defensiv mehr und mehr kontrollieren, allerdings zunächst noch ohne weitere zwingende Torchancen herauszukombinieren. Die neuerlich ungewollte Improvisation in ihrer Abwehr nach Langkamps Verletzung kurz vor der Pause und der damit verbundenen Rochade (Gebre Selassie nach innen, Eggestein auf den Rechtsverteidigerposten) brachte die Grün-Weißen jedoch nicht um ihr Konzept. Vor allem Max Kruse trat nach Wiederanpfiff immer öfter in Erscheinung und sorgte gemeinsam mit Kainz wiederholt für Bremer Torgefahr. Theodor Gebre Selassie blieb es nach Kainz’ Eckball vorbehalten, dieses beiderseits muntere, bis zum Schluss offensiv ausgelegte Spiel zu Bremer Gunsten zu entscheiden.