Werder profitiert von Frankfurter Fauxpas

SVW sichert sich spätes 2:1 gegen die SGE

Kapitän Zlatko Junuzovic traf erst selbst und bereitete später den 2:1-Siegtreffer vor (Foto: Nordphoto).
Profis
Sonntag, 01.04.2018 // 17:26 Uhr

von Maximilian Hendel

Werder Bremen blieb am Ostersonntag nicht nur im zehnten Pflichtheimspiel unter Florian Kohfeldt ungeschlagen, sondern konnte dank etwas Glück auch den derzeitigen Tabellensechsten Eintracht Frankfurt mit 2:1 (1:0) bezwingen. Vor den 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weser-Stadion lieferten sich die Kontrahenten ein über weite Strecken ansehnliches Aufeinandertreffen, das gute Strafraumszenen auf beiden Seiten bereithielt. Kapitän Zlatko Junuzovic brachte den Gastgebern auf Vorlage von Thomas Delaney (28.) zunächst einen knappen Vorsprung. Die Gäste kamen im zweiten Durchgang zum zwischenzeitlich verdienten Ausgleich durch Luka Jovic (53.), ehe ihr Kapitän David Abraham eine Flanke von Junuzovic auf das eigene Tor köpfte und Keeper Lukas Hradecky den Ball nicht mehr zu Fassen bekam, der aus seinen Händen ins Netz trudelte (79.).

Aufstellung und Formation: Zwei personelle Wechsel vollzog Cheftrainer Florian Kohfeldt im Vergleich zum Auswärtssieg in Augsburg vor der Länderspielpause. So kehrte Zlatko Junuzovic in die Startelf zurück und nahm den linken Platz in der offensiven Dreierreihe an der Seite von Max Kruse und Ishak Belfodil ein. Für den Kapitän musste Florian Kainz zunächst auf die Bank. Zudem war Milos Veljkovic wieder einsatzbereit. Der serbische Nationalspieler bildete anstelle von Sebastian Langkamp das Innenverteidiger-Duo mit Niklas Moisander vor Stammkeeper Jiri Pavlenka. Linksverteidiger Ludwig Augustinsson, der angeschlagen von der schwedischen Auswahl zurückgekommen war, wurde rechtzeitig fit. Rechts verteidigte wie gewohnt Theodor Gebre Selassie. Im Mittelfeld agierte das Dreieck um den zentraldefensiven Philipp Bargfrede sowie Thomas Delaney und Maximilian Eggestein auf den Halbpositionen.

Delaney legt vor, Junuzovic vollendet

Makoto Hasebe kommt zu spät, Zlatko Junuzovic trifft zur Bremer Führung (Foto: Nordphoto).

Die Höhepunkte:

4. Min.: Puuh, Pavlenka wird beinah auf dem falschen Fuß erwischt, da Vordermann Moisander den Flachschuss von Marius Wolf aus 17 Metern tückisch abfälscht, doch Werders Schlussmann kommt rechtzeitig wieder in die Balance und wehrt unorthodox mit den Füßen ab.

17. Min.: Beste Bremer Chance bis dato. Delaney verlängert einen punktgenauen Diagonalball von Veljkovic an den langen Pfosten – dort setzt sich Belfodil energisch gegen Chandler durch und kommt aus Nahdistanz zum Kopfball in Richtung kurzes Eck, allerdings hat Hradecky den Braten gerochen und kann zur Ecke abwehren.

22. Min.: Gaaaaanz wichtige Grätsche von Gebre Selassie! Boateng schickt Wolf über halbrechts in den Strafraum, der bringt den Ball direkt flach an den langen Pfosten, wo Rebic bereits auf den Abstauber lauert – gut, dass Gebre Selassie aufmerksam postiert ist und Schlimmeres verhindert.

28. Min.: TOOOOOOOOOOOR, 1:0 für den SVW, Zlatko Junuzovic. Jaaaawoll! Kruse leitet in der Frankfurter Hälfte direkt weiter in den Lauf des über links durchgestarteten Delaney, der bei seiner folgenden Hereingabe mit dem Innenspann volles Risiko geht und dadurch den einlaufenden Junuzovic perfekt erwischt, der den Ball per Direktabnahme aus acht Metern über die Linie bringt.

30. Min.: Arrrr schade, die Grün-Weißen legen beinah gleich noch einen oben drauf! Die SGE ist zu weit aufgerückt, Kruse zieht über rechts in den Strafraum, lässt seinen Gegenspieler stehen und zwingt Hradecky mit einem listigen Heber auf das kurze Eck zu einer guten Parade.

37. Min.: PAVLENKA! Ganz hohes Verkehrsaufkommen vor dem Bremer Torwart nach Boatengs halbhohem Ball von der rechten Seite – dann kommt Wolf im Nachsetzen zum gefährlichen Abschluss aus zehn Metern, doch Werders Nummer 1 reagiert glänzend.

45. + 2 Min.: Halbzeit im Weser-Stadion. Werder musste verletzungsbedingt früh wechseln (Friedl für Augustinsson, 25.), aber liegt dank Kapitän Junuzovic in Führung.

Jovic gleicht aus, dann köpft Abraham ins eigene Netz

Jiri Pavlenka, hier gegen Torschütze Luka Jovic, war wieder einmal einer der besten Bremer (Foto: Nordphoto).

47. Min.: Fast der perfekte Start in den zweiten Durchgang für den SVW. Ein langer Freistoß aus dem linken Halbraum findet Belfodil, der den Ball mit der Innenseite aus der Luft nimmt, aber den auf der Linie stark reagierenden Hradecky nicht überwinden kann.

53. Min.: TOR, 1:1-Ausgleich für die SGE, Luka Jovic. Das Ergebnis ist einstweilen egalisiert, nachdem Boateng einen Pass von Fabian in die Tiefe wunderbar mit der Hacke querlegt, was Jovic mit einem unhaltbaren Drehschuss aus 13 Metern vollendet. Da waren sämtliche Bremer leider jeweils einen Schritt zu spät.

56. Min.: Veljkovic steht nicht gut, was erneut Jovic den freien Weg zum Tor ermöglicht, doch Pavlenka bügelt mit einer grandiosen Parade im Eins-gegen-Eins den Fehler seines Vordermanns aus. Wiederum ganz stark von Pavlenka!

67. Min.: Belfodil treibt die Kugel bis an die gegnerische Strafraumgrenze, steckt dann über halblinks auf Delaney durch, der jedoch nicht den direkten Weg zum Tor findet und den Ball aus spitzem Winkel eineinhalb Meter neben den kurzen Pfosten legt.

75. Min.: Die reguläre Schlussviertelstunde ist angebrochen und Florian Kohfeldt will mit der Einwechslung von Aron Johannsson für Ishak Belfodil noch einmal neuen Schwung in die Bremer Offensive bringen.

78. Min.: Die SGE bekommt die nächste Gelegenheit. Tawatha schlägt von links eine ganz gefährliche Bananenflanke, die Danny Da Costa daraufhin nur ganz knapp am langen Pfosten vorbeischiebt.

79. Min.: TOOOOOOOOOOOR, 2:1 für den SVW, David Abraham (ET). Mit ganz viel Unterstützung der Frankfurter gehen die Grün-Weißen erneut in Führung! Junuzovic bringt von der linken Seite eine Eingabe mit rechts, die SGE-Kapitän Abraham per Kopf im hohen Bogen auf den eigenen Kasten verlängert, wo Hradecky unglücklich daneben greift und der Ball dadurch ins Netz trudelt.

82. Min.: Jetzt bekommt Werder natürlich Raum zum Kontern. Kruse gelangt bis an den Frankfurter Strafraum, legt dann über halblinks für Junuzovic auf, dessen Schuss erst kurz vor der Linie geklärt wird.

90. + 4 Min.: Schluss! Werder ließ in den Schlussminuten nichts mehr anbrennen und bringt die nächsten drei Punkte nach hause.


Fazit: Beide Kontrahenten waren bestens aufeinander eingestellt, wodurch die jeweilige Mannschaft in Ballbesitz erheblichen Aufwand betreiben musste, um Kombinationsräume in der Gefahrenzone des Gegners zu finden. Doch davor scheuten weder Werder noch die SGE zurück und lieferten sich daher ein durchweg flottes, offensiv ausgelegtes Aufeinandertreffen. Die Gastgeber besaßen in der Anfangsphase zwar Spielüberlegenheit am Ball, doch Mitte der ersten Halbzeit entwickelten die Gäste zusehends den deutlicheren Zug zum Tor. Mitten in diese Situationen hinein setzten jedoch die Grün-Weißen jenen schnörkellosen Spielzug von Friedl, Kruse und Delaney über die linke Außenbahn, den Zlatko Junuzovic anschließend zur Führung nutzte. Kurz nach Wiederanpfiff hatte Belfodil die richtig gute Möglichkeit, den Zwischenstand zu erhöhen, ehe die Eintracht zusehends das Zepter in die Hand nahm. Ihr gut herausgespielter Ausgleich brachte der Elf von Trainer Niko Kovac zusätzliches Selbstvertrauen. Es brauchte zunächst einmal mehr Jiri Pavlenka, damit der SVW nicht umgehend noch einem Rückstand hinterherlaufen musste – und gut 20 Minuten später den doppelten Fauxpas von David Abraham und Lukas Hradecky, um dieses Spiel doch noch zu Bremer Gunsten zu entscheiden. Das hatte sich zu diesem Zeitpunkt zwar nicht unbedingt angedeutet, durfte den Gastgebern jedoch verständlicherweise ganz egal sein.