Von wegen "goldene Ananas"

Werder hat trotz Tabellenkonstellation eine Menge Ziele

Trotz Klassenerhalt: Cheftrainer Florian Kohfeldt hakt die Saison noch längst nicht ab (Foto: nordphoto).
Profis
Donnerstag, 03.05.2018 // 19:08 Uhr

Von Max Brosta

"Die goldene Ananas" - wohl kaum ein anderes Obst muss in Fußballdeutschland so häufig für unschickliche Vergleiche herhalten wie diese tropische Frucht. Im Saisonendspurt begegnet der geneigte Fußball-Fan dieser Metapher nahezu tagtäglich, gerade dann, wenn es für Mannschaften rein tabellarisch um nichts mehr geht. So auch an der Weser in diesen Tagen. Doch weder von schlechten Vergleichen, noch von der Tatsache, dass es um nichts mehr gehe, wollen die Werderaner etwas wissen. Dafür haben die Grün-Weißen einfach noch zu viele Ziele.

Tabellarisch kann der SVW weder große Sprünge nach oben noch nach unten machen. Doch die restlichen zwei Spiele abzuschenken, kommt für Cheftrainer Florian Kohfeldt überhaupt nicht in Frage. „Unsere Grundherangehensweise verändert sich nicht. Wir gehen mit der Einstellung in das Spiel gegen Leverkusen, dass wir unbedingt gewinnen wollen“, so der Werder-Coach. Zudem ist die Konstellation in den letzten beiden Partien durchaus brisant. Am 34. Spieltag geht es zum 1. FSV Mainz 05, der sich mitten im Abstiegskampf befindet. Zuvor trifft man am Osterdeich auf die "Werkself", die dagegen am anderen Ende der Tabelle noch um die Teilnahme an der Champions League kämpft. „Bayer Leverkusen muss in Bremen gewinnen, aber wir wollen das mit aller Macht verhindern“, stellt der Cheftrainer der Grün-Weißen klar und macht deutlich, dass man an der Weser noch klare Ziele vor Augen hat, die man unbedingt erreichen will.

Denn das Motto 'Wir wollen jedes Spiel gewinnen' hat Kohfeldt schon vor Monaten ausgerufen und es geschafft, diese Philosophie noch stärker im gesamten Verein zu verankern. Sebastian Langkamp, der erst seit Februar die Werder-Raute auf der Brust trägt, hat das kohfeldtsche Selbstverständnis, das am Osterdeich herrscht, längst verinnerlicht: „Es geht für jeden Einzelnen darum, alles zu geben und die bestmöglichste Leistung auf den Platz zu bringen.“ Dabei ist es egal, ob man wie Langkamp nicht häufig zum Einsatz kommt oder Woche für Woche auf dem Platz steht. „Es geht zu allererst um die Ziele der Mannschaft und deren Erfolg“, verdeutlicht die Nummer 15 (siehe Extrameldung).

Doch damit nicht genug: Gegen Leverkusen geht die Ära von Zlatko Junuzovic dem Ende entgegen, zumindest vor eigenem Publikum. „Wir haben am Samstag das letzte Heimspiel mit unserem Kapitän. Wir wollen ihm einen würdigen Abschied bereiten. Das ist ein großes Ziel der gesamten Mannschaft“, erklärt der Werder-Coach. Zusammen mit dem Team und den Fans soll nach 90 Minuten etwas ganz besonders gefeiert, worauf Kohfeldt ansonsten kaum Wert legt. „Es ist eine der wenigen Statistiken, die ich mir in letzter Zeit angeschaut habe“, verrät er mit einem Lächeln auf den Lippen. Die Grün-Weißen sind bekanntermaßen seit elf Spielen im Weser-Stadion ungeschlagen, was auch an der ganz speziellen Atmosphäre liegt. „Unsere Anhänger tragen uns sowohl in guten als auch in schwierigen Phasen. Wir haben es alle gemeinsam verdient, nochmal einen großartigen Fußballtag zu erleben“, unterstreicht der Cheftrainer. Mit der "goldenen Ananas" gibt sich also keiner zufrieden.