"Überragend" - viel Lob für Pavlenka

Ließ auch Martin Harnik sein Können spüren: Jiri Pavlenka (Foto: nordphoto)
Profis
Donnerstag, 23.11.2017 // 16:06 Uhr

Von Yannik Cischinsky

Die meisten Grün-Weißen feierten am Sonntagabend den ersten Saisonsieg, für Jiri Pavlenka war es bereits der vierte Anlass zur Freude. Zum vierten Mal blieb Werders Schlussmann beim 4:0 gegen Hannover 96 ohne Gegentor, gar zum sechsten Mal bezieht man die beiden Pokalerfolge (1:0 gegen Hoffenheim und 3:0 gegen Würzburg) mit ein. „Wir haben ihm den einen oder anderen Punkt zu verdanken und sind sehr glücklich, dass er bei uns ist“, so Baumann. Im Sommer war Pavlenka aus Tschechiens erster Liga an die Weser gewechselt – und auf Anhieb nicht nur zum Stammkeeper, sondern auch zum starken Rückhalt geworden.

Im Trikot von Slavia Prag war Pavlenka vergangene Saison zwölf Mal ohne Gegentor geblieben, lediglich 19 Mal musste er in 28 Partien hinter sich greifen. Und dennoch: Der Sprung in die Bundesliga ist ein großer, nicht wenige Skeptiker hatten vor Saisonbeginn ihre Zweifel geäußert. „Wir waren der Überzeugung, dass Jiri seine Leistungen auch hier bringen kann“, so Baumann. Natürlich weiß man aber nie, wie es sich auf einen Schlussmann auswirkt, wenn die Vordermannschaft nicht so performt. „Viele werden unsicherer oder nervöser, bei Jiri war das Gegenteil der Fall. Er ist trotz der schwierigen Situation von Spiel zu Spiel sicherer geworden“, so Baumann weiter. 

Nur eine von vielen sehenswerten Paraden: Jiri Pavlenka ist ein absoluter Rückhalt für Werder.

Mit 80,3 Prozent abgewehrten Torschüssen hat Werders Nummer eins auch die Pole-Position unter den besten Keepern der Liga inne, vor Bayern Münchens Sven Ulreich (78,6 Prozent) und Hannovers Philipp Tschauner (77,6 Prozent). „Es ist unbestritten, dass er eine überragende Saison spielt. Er hat sehr gute Fähigkeiten im Eins-gegen-Eins und auf der Linie, ist aber auch in der Strafraumbeherrschung, der Raumverteidigung, sehr mutig. Dort gibt er uns Sicherheit. In den letzten Wochen hat man gesehen, dass wir ihn fußballerisch in die Spieleröffnung mit einbeziehen können. Er ist ein kompletter Torwart“, zählte Werder-Coach in der Pressekonferenz am Donnerstag die Vorzüge des Schlussmanns auf.

Nur drei Mannschaften in der Bundesliga kassierten weniger Gegentore als Werder – und das trotz der schwierigen sportlichen Situation. Einen "Riesenrückhalt" sieht Kohfeldt deshalb in dem knapp zwei Meter großen Torwart. Noch dazu lobt Werders neuer Cheftrainer Pavlenka als "sehr angenehmen" Typen: „Es macht viel Spaß, mit ihm zu arbeiten.“ Und allen Werderanern macht es viel Spaß ihm zuzugucken.