Lisztes: "So viel wie möglich lernen"

Doublesieger hospitiert beim SV Werder

Schätzt das familiäre Umfeld in Bremen: Ex-Werderaner Krisztian Lisztes (Foto: WERDER.DE).
Profis
Montag, 13.11.2017 // 13:47 Uhr

Von Niklas Behrend

Vor gut zwölf Jahren bestritt Mittelfeldmotor Krisztian Lisztes sein letztes Spiel für die Grün-Weißen im Weser-Stadion. Nun kehrt der Doublesieger von 2004 für eine Woche an den Osterdeich zurück. Dieses Mal als Hospitant im Rahmen der Fußballlehrer-Ausbildung. Für den Ungar, der Werder aus seiner Heimatstadt Budapest als Fan stets die Daumen drückt, neben der fachlichen auch eine echte Herzensangelegenheit, wie er gegenüber WERDER.DE betonte.

Auf dem Feld kompromisslos, bei den Gegenspielern stets gefürchtet und ob seines "Wuschelkopfs" schon von Weitem eindeutig zu erkennen: Kristian Lisztes war als Spieler kein Sprücheklopfer und auch keiner für das Rampenlicht wie beispielsweise Publikumsliebling Ailton. Doch seine Zweikampfstärke und sein unermüdlicher Einsatz für das Team gepaart mit einem guten Auge für seine Mitspieler waren für den SV Werder, speziell in der Meistersaison 2004, von unschätzbarem Wert.

Der Ungar bestritt 114 Spiele für mit der Werder-Raute auf der Brust (Foto: nordphoto).

Nach seiner aktiven Karriere mit 209 Bundesligaspielen für Werder, Stuttgart und die Fohlen aus Mönchengladbach steht der 49-fache ungarische Nationalspieler nun an der Seitenlinie. "Ich habe Frank Baumann gefragt, ob ich eine Woche bei Werder hospitieren darf, das hat sofort geklappt. Jetzt bin ich einige Tage in Bremen und möchte so viel wie möglich lernen und mitnehmen“, erklärt Lisztes. 

Konkret wird Lisztes, derzeit Nachwuchsleiter beim von Thomas Doll trainierten Budapester Spitzenklub Ferencvaros sowohl im Leistungszentrum als auch bei den Profis reinschnuppern. "In erster Linie ist der Profibereich für meine Ausbildung wichtig, allerdings möchte ich mir auch über die gesamten Strukturen einen Überblick verschaffen. Darauf freue ich mich sehr“, so der 41-Jährige. Ein erneutes festes Engagement beim SV Werder ist aber nicht geplant. "Momentan geht es für mich darum, mich weiter zu entwickeln. Daher habe ich aktuell keine Ambitionen oder Gedanken in die Richtung“, so Lisztes. Angesprochen auf das derzeit unruhige Fahrwasser rund um die Weser zeigt sich Lisztes gelassen. Er habe "großes Vertrauen" und glaube fest an die handelnden Personen und daran, dass Werder sich "schnell aus der Situation befreien" wird.   

Ich werde gegen Hannover der Glücksbringer sein. Wir gewinnen klar
Krisztian Lisztes

Neben seiner Hospitanz stehen für Lisztes im Laufe der Woche auch einige Wiedersehen auf dem Programm: „Diese Woche werde ich mich mit Frank Baumann, Marco Bode und auch Dieter Eilts treffen. Es ist für mich immer schön, die Jungs wieder zu sehen und es fühlt sich für mich so an, als wäre es wie damals. Der Verein ist eine Familie und auch deswegen habe ich hier so schöne Zeiten erlebt.“ Auch beim nächsten Heimspiel am Sonntag gegen Hannover 96 wird der Ungar auf der Tribüne mitfiebern. Sein Tipp kann dabei gerne Realität werden: „Ich werde ein Glücksbringer sein. Wir gewinnen klar. Entweder 4:1 oder 3:0“, wählt Lisztes wunderbare Worte zum Ende des Gespräches mit WERDER.DE.