Seht den Menschen!

Kurzpässe am Montag

Robert Bauer spricht bemerkenswert offen über ein Tabuthema im Fußball (Foto: nordphoto).
Kurzpässe
Montag, 09.04.2018 // 12:46 Uhr

+++ Ein wichtiger Beitrag: Ex-Werderaner Per Mertesacker brachte die öffentliche Debatte über psychischen Druck im Profifußball vor einigen Wochen ins Rollen, Robert Bauer leistet in der aktuellen Ausgabe des "kickers" einen weiteren wichtigen Beitrag innerhalb der Diskussion. Bemerkenswert offen erzählt der Rechtsverteidiger im Interview mit dem Fußballmagazin von Druck, Selbstzweifeln und seelische Problemen im Profifußball und gewährt tiefe Einblicke in sein eigenes Seelenleben. „Wir sind Menschen mit Gedanken und Gefühlen, Fähigkeiten und Ängsten. Auch wir müssen erst mal mit gewissen Situationen klarkommen“, erklärt Bauer. Vor allem der öffentliche Druck sei enorm groß, er könne "einen kaputt machen“, betont der 23-Jährige und macht deutlich: „Es kann letztlich so weit führen wie bei Robert Enke, der keine andere Lösung mehr sah, als sich das Leben zu nehmen.“ Daher sei es für Bauer sehr wichtig, über dieses Thema zu sprechen, sich mit engen Vertrauenspersonen über seine Probleme auszutauschen. Genau aus diesen Gründen bieten immer mehr Klubs, so auch der SV Werder, psychologische Hilfe an. „Ich finde diese Angebote recht positiv. Ich bin der Meinung, wenn man jemanden hat, mit dem man über solche Dinge wie Druck reden kann, dann bringt das einen schon weiter“, so der Rechtsverteidiger der Grün-Weißen. Bauers Entscheidung, über dieses oftmals tabuisierte Thema zu sprechen, zeugt nicht nur von Mut, sondern auch Selbstreflektion. „Ich kann darüber so reden, weil ich in meinem Umfeld so stabil bin, dass ich weiß, dass die Menschen, die mir wichtig sind, das voll unterstützen.“ Abschließend möchte der Werderaner für mehr Verständnis werben. „Seht den Menschen hinter dem Fußballprofi“, appelliert Bauer in dem lesenswerten Interview. +++

+++ Nicht verrückt machen lassen: Der SV Werder befindet sich nach der Niederlage gegen Hannover 96 noch immer im Abstiegskampf, keine Frage. Doch trotz des 1:2 haben sich die Grün-Weißen nach 29 Spieltagen auf Rang 12 der Bundesliga-Tabelle liegend ein ordentliches Polster herausgespielt. Neun Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und 14 Zähler auf einen direkten Abstiegsplatz stehen zu Buche. Dass Werder den direkten Weg in die 2. Bundesliga antreten muss, ist rechnerisch möglich, bei noch 15 zu vergebenen Punkten aber unwahrscheinlich. „Ich sehe keine große Gefahr und habe auch keine Angst. Wir gehen dennoch mit vollem Fokus in die letzten Partien", sagt Thomas Delaney. Dazu kommt, dass ein derart großer Vorsprung auf Rang 16 seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel zu diesem Zeitpunkt der Saison noch nie verspielt wurde. Die Devise ist daher eindeutig. „Es gibt keinen Grund sich in Sicherheit zu wägen, aber wir dürfen uns auch nicht verrückt machen lassen“, machte Geschäftsführer Fußball Frank Baumann deutlich. +++

Ohne Niklas Moisander konnte Werder in der Liga seit 2016 nicht mehr gewinnen (Foto: nordphoto).

+++ Enormer Faktor: Seit dem Sommer 2016 trägt Niklas Moisander das Trikot des SV Werder. 57 Spiele stehen bei dem finnischen Innenverteidiger seitdem zu Buche. Ohne Frage, der 32-Jährige hat sich in dieser Zeit zu einer echten Säule innerhalb der Mannschaft entwickelt. Moisander sorgt mit seiner Erfahrung für Sicherheit und Ruhe in Werders Hintermannschaft. Zudem ist er einer, an dem sich auch die jungen Spieler orientieren und hochziehen können. Seine Bedeutung für den SVW unterstreicht die nüchterne Bilanz der Werderaner ohne ihren Abwehrchef: In den zehn Bundesliga-Spielen, in denen Niklas Moisander saisonübergreifend nicht zum Einsatz kam, verlor Werder achtmal und holte nur zwei Unentschieden. Gegen Hannover war der Finne gelbgesperrt, am kommenden Sonntag darf der routinierte Innenverteidiger nun wieder mitwirken. +++

+++ Könige des Nordens: Vier Nordclubs, viele Rivalitäten – und nur eine Nummer eins. Jedes Jahr aufs Neue blicken Fans von Bremen, Hamburg, Hannover und Wolfsburg mit einem Auge auch auf die Konkurrenten aus der Nachbarschaft. Der SV Werder hat in diesem Jahr in den direkten Duellen mehrere Ausrufezeichen gesetzt. In fünf der sechs Duelle blieb Werder unbesiegt. Die einzige bittere Niederlage gab es im allerletzten Nordduell für diese Spielzeit, dem 1:2 gegen Hannover 96 am vergangenen Freitag. +++

+++ Im Wechsel der Wochen: Lang, kurz, lang – in einen richtigen Rhythmus finden die Werder-Profis im Frühjahr nicht. Nach dem Ostersonntagssieg gegen Frankfurt blieben den Grün-Weißen lediglich vier Tage, um sich auf Hannover vorzubereiten. Nach dem Freitagsduell in Hannover hat das Trainerteam um Florian Kohfeldt in dieser Woche ganz, ganz, ganz viel Zeit, seine Männer auf Leipzig einzustellen. Neun Tage liegen zwischen beiden Bundesligaspieltagen. Am Dienstag und Mittwoch starten Kruse, Delaney und Co. mit öffentlichen Einheiten in die Trainingswoche, am Donnerstag pausiert die Mannschaft ehe am Freitag (nicht-öffentlich) und Samstag mit dem öffentlichen Abschlusstraining die Vorbereitung endet. Alle Trainingstermine findet ihr hier in der Übersicht, Änderungen wie gewohnt vorbehalten. +++

+++ Vom Rasen ins Studio: Er macht nicht nur im Kasten eine gute Figur. Werder-Nachwuchskeeper Luca Plogmann hat seine Freizeit genutzt, um einen Trip nach München zu unternehmen und sich die TV-Studios von ProSiebenSat1 anzuschauen. So führte sein Weg in die heiligen Räumlichkeiten der ProSieben-Sendung „taff“. Natürlich ließ es sich der 18-Jährige nicht nehmen, einen Schnappschuss von sich und den beiden Moderatoren Daniel Aminati und Rebacca Mir zu machen. +++

+++ Bann gebrochen: Es ist vollbracht! Durch den 1:0-Erfolg von Werders U 23 gegen den VfR Aalen ist die Sieglos-Serie der Grün-Weißen beendet (zum Spielbericht). Gegen das Team aus Baden-Württemberg reichte der Treffer von Rafael Kazior in der 27. Minute zum langersehnten Dreier. „Wir freuen uns riesig über dieses Ergebnis. Diese Serie war in unseren Köpfen, vor allem, weil sie einfach nicht die Leistungen der Jungs widergespiegelt hat“, sagt Trainer Sven Hübscher, dessen Jungs am nächsten Samstag bei der SG Sonnenhof Großaspach antreten. Bevor es jedoch in den Süden Deutschlands geht, könnt ihr hier bei WERDER.TV nochmal die Highlights des Heimerfolgs anschauen. +++