Einer für alle...

Ergänzen sich perfekt: Werders Sturmduo Fin Bartels und Max Kruse (Foto: nordphoto).
Profis
Sonntag, 03.12.2017 // 09:50 Uhr

Von Yannik Cischinsky und Niklas Behrend

Die letzten vier Treffer des SVW hat er erzielt, dank seiner Tore holten die Grün-Weißen sechs Punkte aus den letzten beiden Heimspielen, acht von elf Zählern verbuchte Werder mit ihm auf dem Platz. Kein Wunder, dass Max Kruse nach dem Heimsieg gegen Stuttgart vor den Kameras einmal mehr als „Lebensversicherung“ seines Teams betitelt wurde. Seine eigene Leistung wollte er nicht zu hoch hängen, Interviews vom Matchwinner gab es keine. Vielmehr unterstrichen die Teamkollegen, welche große Bedeutung Kruse trägt. „Er ist einfach ein Vollstrecker, ein Typ mit einem superstarken Abschluss“, musste auch Ludwig Augustinsson mit einem leichten Schmunzeln konstatieren. Der allererste Torabschluss Kruses war gleich der goldene Treffer des Abends (zum Spielbericht).

Gemeinsam mit Fin Bartels kommt der B&K-Sturm der vergangenen Rückrunde immer besser in Tritt. Bartels legte nicht nur - wie schon gegen Hannover - für Kruse auf, er war mit dem 2:0, das später annulliert wurde, auch selbst erfolgreich. "Sie sind schon ein echtes Traumduo und ergänzen sich perfekt. Max ist eher der Zielspieler, den wir vorne als Anspielstation suchen und der die Bälle festmacht, während Fin der Mann für die Läufe in die Tiefe ist", so Maximilian Eggestein über die Rollenverteilung, die gegen die Schwaben einmal mehr harmonierte. 

Erzielte gegen Stuttgart seinen vierten Saisontreffer: Max Kruse (Foto: nordphoto).

„Sehr intelligente Laufwege“, bescheinigte Milos Veljkovic Kruse, eine außergewöhnliche „Intelligenz, Räume zu sehen, die andere nicht sehen“, stimmte Fin Bartels in das den Werder-Fans vertraute, aber immer wieder schöne Loblied auf Offensiv-Allrounder Kruse ein. Doch mit seinem Geistesblitz vor dem 1:0 trug vor allem Bartels selbst, der sich in den vergangenen Wochen kontinuierlich steigerte maßgeblich dazu bei, dass Kruse zum Jubeln Richtung Fans abdrehen konnte. „Rund 90 Prozent des Tores gehören mir“, reklamierte Bartels deshalb vor dem WERDER.TV-Mikrophon seinen Anteil am Treffer, nicht ohne süffisantes Lächeln.

Unter anderem diese Cleverness, in den Schlüsselmomenten hellwach zu sein, schätzt Werder-Coach Florian Kohfeldt an seinen Offensiv- und Führungskräften, zu denen er auch Zlatko Junuzovic explizit dazuzählt. Mit dem Trio hat der Cheftrainer vor der Partie über die Schlüsselmomente gesprochen, sie haben sie genutzt (siehe Extrameldung).

Wie Kruse selbst möchte Kohfeldt den Top-Torschützen der Grün-Weißen nicht aus dem Mannschaftsverbund heben, vielmehr hebe der individuell starke Kruse die Teamleistung heraus. „Er macht nicht einen Spieler im Speziellen besser, er macht uns alle besser, er setzt die Mitspieler in Szene. Deshalb ist er so wichtig für uns“, fasst Veljkovic die elementare Eigenschaft Kruses in Worte. Gemeinsam "Krusen" macht schließlich am meisten Spaß.