"Ich werde immer Werder-Fan bleiben“

Abschied von Zlatko Junuzovic

Bye, bye, Zlatko Junuzovic. Der Kapitän wurde vor dem Anpfiff offiziell verabschiedet (Foto: nordphoto).
Profis
Sonntag, 06.05.2018 // 09:51 Uhr

Von Dominik Kupilas und Max Brosta

In der 89. Minute sorgte Florian Kohfeldt für einen Gänsehaut-Moment. Nach kurzem Blickkontakt mit seinem Kapitän wechselte der Cheftrainer Zlatko Junuzovic aus und bescherte dem 30-Jährigen einen würdigen Rahmen für seinen Abschied. Die 41.000 Zuschauer im ausverkauften Weser-Stadion erhoben sich von ihren Plätzen und feierten ihren ,Zladdi´. „Es war mir sehr wichtig, dass wir Zlatko heute einen gebührenden Abschied bereiten konnten und ihn in der Ostkurve singen sehen. Ich glaube, das ist uns gelungen“, so der 35-Jährige.

„Das heute waren Momente, die ich nie wieder vergessen werde. Einfach sensationell“, verriet Junuzovic mit strahlenden Augen. „Ich kann mich nur bei jedem Einzelnen für den Abschied und die Zeit hier bedanken. Die sechseinhalb Jahre waren nicht immer leicht. Daher ist es umso schöner, dass die Fans uns auch in schwierigen Zeiten immer Rückhalt gegeben haben. Deswegen sind wir auch in den letzten Jahren immer erstklassig geblieben“, so der Kapitän. Und weiter: „Ich werde hin und wieder nach Bremen zurückkehren und immer Werder-Fan bleiben.“

Zlatko Junuzovic genoss nach Abpfiff das Bad in der Menge (Foto: nordphoto).

Bei seinem offiziellen Abschied kurz vor dem Anpfiff des Spiels durch die Werder-Geschäftsführung war Junuzovic nicht alleine. Er hatte seinen Sohn Clemens auf dem Arm. „Es wird vielleicht nicht in seiner Erinnerung bleiben, aber er weiß genau, wo er ist und es hat ihm sehr viel Spaß gemacht. Er hatte die ganze Zeit ein Lächeln im Gesicht und wäre am liebsten gar nicht mehr vom Feld gegangen“ so Junuzovic, der den Abend im Kreise der Teamkollegen ausklingen lassen wird.

„Ich werde die Momente aber erst später Revue passieren lassen und alles verarbeiten. Es fällt mir derzeit schwer, meine Gedanken in Worte zu fassen. Aber solche Momente kann man nicht planen, man wünscht sie sich. Es ist das Schönste, was ich mir vorstellen konnte, mit einem Lächeln zu gehen. Auch auf dem Zaun war es einfach geil. Ich konnte mich bei den Fans für die geilen Jahre bedanken und wir haben zusammen ein Lied gesunden. Die Atmosphäre war einfach phänomenal.“

Dem Kapitän wird nicht nur Werder fehlen, Werder wird auch seinen Kapitän vermissen. „Vor Anpfiff musste ich schon kurz schlucken und war dann froh, als es dann losging“, gestand Florian Kohfeldt. „Wir haben einiges zusammen erlebt und durchgestanden, Zlatko hat in den sechseinhalb Jahren sehr viel für den Verein geleistet und sich immer zu 100 Prozent mit Werder Bremen identifizert. Und das auch in Phasen, in denen es dem Verein nicht gut ging. Da hätte er es sich auch deutlich einfacher machen können. Das nötigt mir Respekt ab. Er wird als Spieler und als Mensch fehlen und bei allem Verständnis für seine Entscheidung finde ich sein Abschied auch persönlich sehr schade", so der Werder-Coach.