"Verschiedene Systeme beherrschen"

Interview mit Ishak Belfodil

Schwer zu halten: Ishak Belfodil hat in den ersten Einheiten einen guten Eindruck hinterlassen (Foto: nordphoto).
Interview
Donnerstag, 07.09.2017 // 17:18 Uhr

Das Interview führte Markus Biereichel

Alexander Nouri ist zufrieden. Seit einigen Tagen kann sich Werders Cheftrainer ein Bild von Neuzugang Ishak Belfodil machen. Was der Werder-Coach bisher gesehen hat, das machte er auf der Pressekonferenz am Donnerstag deutlich, stimmt ihn positiv. „Ishak hat einen guten Eindruck vermitteln können. Er ist aufgrund seiner Technik in Kombination mit der körperlichen Präsenz unheimlich flexibel und bringt viele Elemente mit, die uns flexibler machen“, lobt Nouri den Neuzugang, der seit einer Woche beim SV Werder unter Vertrag steht. Für den Kader zum Hertha-Spiel am Sonntag sei Belfodil ein Kandidat, doch der Werder-Coach bremst auch die Erwartungshaltung. „Man kann mit einem Spieler nicht alles in wenigen Tagen erarbeiten. Er muss in aller Ruhe ankommen und sich an die Mitspieler gewöhnen, die ja nach und nach zur Mannschaft zu stoßen. Wir sollten Geduld mitbringen“, so der Cheftrainer weiter. 

Im Interview mit WERDER.DE verrät der 25-Jährige, wie er die ersten Tage erlebt hat, welchen taktischen Anspruch er an sich hat, ob die Reisestrapazen überwunden sind und er bereit ist für das Hertha-Spiel.

WERDER.DE: Ishak, du bist seit einer Woche in Bremen. Wie ist es dir ergangen?

Ishak Belfodil: "Es war eine wirklich aufregende Woche, seitdem ich hier bin. Ich bin von jedem herzlich aufgenommen worden, ob von der Geschäftsführung, dem Trainerteam, vom ganzen Verein. Die Spieler haben mir sehr geholfen, mich hier schnell einzugewöhnen. Es war alles ganz entspannt und ich hoffe, dass es auch in der laufenden Saison mit diesem tollen Klima genau so weiter geht und dann mit den entsprechenden Ergebnissen auf dem Platz."

Ishak Belfodil konnte zwischen den intensiven Einheiten gut regenerieren (Foto: nordphoto).

WERDER.DE: Als du nach Bremen gekommen bist, warst du unglaublich erschöpft. Hat sich das mittlerweile gelegt?

Ishak Belfodil: "Das stimmt. Ich war durch die ganze Reise ziemlich erschöpft. Aber die Bedingungen hier sind hier wirklich sehr gut. Man kann optimal trainieren. Dadurch konnte ich mich auch gut ausruhen, um mich auf das nächste Spiel in Berlin gut vorzubereiten."

WERDER.DE: Hat dir das Training dabei geholfen, dich hier schnell zu Recht zu finden?

Ishak Belfodil: "Ja, im Training haben wir - soweit in der Kürze der Zeit möglich - viel an der Fitness gearbeitet. Ich bin zusätzlich auch noch viel im Kraftraum gewesen. Die kleinen Spiele im Training helfen mir, einerseits die Taktik und andererseits die verschiedenen Rollen in unserem System noch besser zu verinnerlichen."

WERDER.DE: Ist das System denn ein ganz anderes, als das, was du aus Lüttich kennst.

Ishak Belfodil: "Ja und nein. Dort haben wir ebenfalls verschiedene Spielsysteme ausprobiert und auch mit vielen Systemen gespielt. Im Laufe meiner Karriere habe ich ohnehin schon einige Systeme gespielt. Als Fußballprofi sollte man verschiedene Spielsysteme beherrschen und seinen Spielstil dem entsprechenden System anpassen können."

Für mich zählt das Hier und Jetzt
Ishak Belfodil

WERDER.DE: Am Sonntag geht es nach Berlin. Wie groß ist die Vorfreude auf dein möglicherweise erstes Spiel für Werder?

Ishak Belfodil: "Sonntag wird das ein wichtiges Spiel in Berlin werden und gleichzeitig eventuell mein erstes Auswärtsspiel. Für mich persönlich wird es interessant sein, die Liga nach und nach richtig kennen zu lernen. Berlin ist in meinen Augen eine richtig gute Bundesligamannschaft, sie gehören zu den besten Teams der Liga. Für uns wird es eine Herausforderung sein, aber dafür arbeiten wir."

WERDER.DE: Wenn man auf die Tabelle schaut stehen da nach zwei Spielen 0 Punkte und 0 Tore. Spürst du als Stürmer da gleich besonderen Druck?

Ishak Belfodil: "Natürlich habe auch ich mir die Ergebnisse der letzten beiden Spieltage angeschaut. Dabei muss man aber bedenken, dass es mit Hoffenheim und Bayern zwei Spiele gegen zwei wirklich gute Gegner waren. Ich denke, dass es keine Schande ist, dort nichts geholt oder getroffen zu haben. Aber während der Länderspielpause haben wir gut gearbeitet und uns gut auf Berlin vorbereitet. Für mich zählt das Hier und Jetzt. Ich bin jetzt Teil der Mannschaft und natürlich würde ich mich freuen, gleich ein Tor zu erzielen. Vielmehr konzentriere ich mich aber darauf, dass wir als Team erfolgreich sind und dieses Spiel gewinnen. Dafür muss ich mich schnell integrieren."