Kindheitstraum: Weser-Stadion

Lucas Höler im Interview

Bremer Junge: Lucas Höler spielt seit dem Winter für den SC Freiburg (Foto: DFL).
Interview
Donnerstag, 15.02.2018 // 16:34 Uhr

Das Interview führte Yannik Cischinsky

Was haben der FC Hansa Schwanewede, VSK Osterholz-Scharmbeck und der Blumenthaler SV gemeinsam? Sie alle waren Vereine, bei denen Freiburgs Lucas Höler in der Jugend spielte. Der gebürtige Achimer ist im Winter zum kommenden Werder-Gegner in den Breisgau gewechselt und startete prompt durch: In allen fünf Bundesligaspielen stand Höler auf dem Platz. Am Wochenende trifft der 23-jährige Stürmer nun erstmals auf seine alte Heimat: Bremen.

Im Interview mit WERDER.DE spricht Höler über den Jugendtraum, einmal im Weser-Stadion aufzulaufen, Freunde aus Bremen und natürlich die Partie am Samstagnachmittag.

WERDER.DE: Moin Lucas! Du bist vor den Toren Bremens geboren. Ist man dann nicht "von Haus aus" mit Werder infiziert ?

Lucas Höler: „Ich bin in Achim geboren und in Schwanewede aufgewachsen. Als kleiner Junge war ich auf jeden Fall Werder-Fan und auch häufiger im Weser-Stadion. Je älter ich wurde und je weiter es dann auch in meiner Karriere in den Profi-Fußball ging, desto weniger spielte das eine Rolle. Meine Eltern leben aber noch in Schwanewede und haben nach wie vor auch eine Beziehung zu Werder.“

WERDER.DE: Hattest du als junges Talent auch mal den Traum, im Weser-Stadion aufzulaufen? Du hast ja selbst nie bei Werder gespielt…

Lucas Höler: „Als Kind war es natürlich mein Traum, irgendwann im Weser-Stadion zu spielen. Als ich dann höher Fußball gespielt habe, war es mein Ziel, in der Bundesliga aufzulaufen. Da war es irgendwann zweitrangig für welchen Verein.“

Mit dem VfB Oldenburg traf Lucas Höler vor fünf Jahren auf die U 23 des SV Werder (Foto: nph).

WERDER.DE: Du bist einen heutzutage fast schon ungewöhnlichen Weg gegangen, um Bundesliga-Profi zu werden. Kann man das so sagen?

Lucas Höler: „Ich würde sagen, in meiner Kindheit habe ich eher bei Dorfvereinen gespielt (lacht). Erst in meinem letzten A-Jugend-Jahr habe ich mit dem Blumenthaler SV in der Regionalliga gespielt und Oldenburg auf mich aufmerksam machen können. Beim VfB habe ich dann den Durchbruch geschafft und bin in den Südwesten in die zweite Mannschaft von Mainz gewechselt.“

WERDER.DE: Mit dem FSV hast du auch im Stadion „Platz 11“ gegen Werders U 23 gespielt. War das ein besonderes Spiel in deiner alten Heimat?

Lucas Höler: „Es ist immer schön, in der Heimat zu spielen. Damals waren viele Freunde und meine Familie da, aber für mich war es auf dem Platz ein normales Drittligaspiel – so wie auch das Duell mit Oldenburg bei Werder. Ich freue mich allerdings immer wieder im Norden zu sein. Vergangenes Wochenende haben wir in Hannover gespielt. Da habe ich auch einige Freunde eingeladen.“

WERDER.DE: Reisen deine Eltern und Freunde allesamt am Samstag nach Freiburg?

Lucas Höler: „Nein. Meine Eltern waren die letzten Spiele hier, die kommen am Wochenende nicht schon wieder in den Süden. Das ist ja immer eine kleine Weltreise. Aber ein paar Freunde aus Bremen haben sich angekündigt. Die sind auf jeden Fall Werder-Fans, werden bei dem Spiel aber eher mir die Daumen drücken (lacht).“

WERDER.DE: Innerhalb von knapp zwei Jahren ging es für dich über die 3. Liga mit Mainz, die 2. Bundesliga mit Sandhausen und jetzt seit dem Winter in der Bundesliga mit Freiburg ganz schnell bergauf. Bist du überrascht von dieser schnellen Entwicklung?

Lucas Höler: „Es ging alles ziemlich schnell, das stimmt, aber ich habe mir immer wieder neue Ziele gesetzt und wollte bei jeder neuen Mannschaft schnell ankommen. Als Fußballer ist es besonders wichtig zu spielen, vor allem in jungen Jahren. Ich habe nicht die typische Ausbildung eines Leistungszentrums genossen. Vielleicht konnte ich deshalb bei meinen ersten Profistationen schnell noch sehr viel lernen und habe mich stetig weiterentwickelt. Ich hatte aber auch sehr gute Trainer.“

Seit diesem Jahr spielt Lucas Höler für Freiburg, debütierte in der Bundesliga (Foto: nph).

WERDER.DE: Es scheint so, als gebe es für dich nur den Weg nach oben. Nächster Halt: Nationalmannschaft. Oder womit muss man rechnen?

Lucas Höler: „Das wäre aber schon sehr hoch gegriffen (lacht). Ich bin froh in Freiburg zu sein. Es war überraschend, dass es diesen Winter geklappt hat. Ich mache mir keinen Druck, momentan läuft es ja super. Ich habe jedes Spiel von Beginn an gemacht. Mit Team und Trainer komme ich bereits super zurecht, jetzt möchte ich die Stadt besser kennenlernen.“

WERDER.DE: Was unterscheidet denn Freiburg von Bremen?

Lucas Höler: „Man kann die Städte in meinen Augen sehr gut vergleichen. Freiburg ist eine sehr schöne Stadt, alles ist sehr familiär. Die Altstadt ist wie in Bremen auch sehr schön. Ich fühle mich in beiden Städten wohl.“

WERDER.DE: Das Wetter ist angenehmer…

Lucas Höler: „Ja, das Wetter wird im Sommer sicherlich schöner sein, aber das habe ich bisher noch nicht mitbekommen (lacht).“

WERDER.DE: Kommen wir abschließend zu Samstag. Werder konnte zuletzt zweimal siegen, ihr seid naturgemäß heimstark. Was erwartest du für eine Partie?

Lucas Höler: „Ich erwarte wirklich eine sehr spannende Partie. Werder kommt mit breiter Brust, aber die Jungs werden uns auf gar keinen Fall unterschätzen. Wir wissen, dass wir alles reinhauen müssen gegen einen Gegner, der unbedingt unten raus möchte. Es werden Kleinigkeiten entscheiden. Wir hoffen natürlich, dass es gut für uns ausgeht.“