Der richtige Weg ist das Ziel

Unterstreicht nicht nur mit Toren wie wertvoll er für Werder ist: Maximilian Eggestein (Foto: nordphoto).
Profis
Donnerstag, 15.03.2018 // 16:36 Uhr

Von Yannik Cischinsky

Die Nachricht kam eine gute Stunde nachdem Maximilian Eggestein Rede und Antwort gestanden hatte. Für Werders Mittelfeldakteur geht es in der anstehenden Länderspielpause auf Reisen. Eggestein wurde für die deutsche U 21 nominiert, zum dritten Mal in seiner Karriere. Die Berufung in die Auswahl ist nur einer von vielen Belegen, dass es bei dem 21-Jährigen gerade kaum besser laufen könnte.

Gegen den 1. FC Köln trug sich Eggestein zum zweiten Mal in dieser Saison in die Torschützenliste ein. Das 3:1 war die Entscheidung am Montagabend, beim anschließenden Jubel breitete Eggestein beide Arme aus. Fast könnte man meinen, der bodenständige Norddeutsche hebe ab in Richtung ‚Wolke 7‘, auf der er schon seit einigen Monaten zu schweben scheint. Weit gefehlt. Eggestein behält den Fokus, er spricht lieber von einer sportlich weiter „gefährlichen Situation“. Der sehenswerte Treffer? Lediglich Teil einer guten Mannschaftsleistung, er selbst nur einer von 16 verschiedenen Saisontorschützen der Grün-Weißen, wie Eggestein sofort parat hat.

Gegen Köln erzielte Maximilian Eggestein seinen zweiten Saisontreffer (Foto: DFL).

Doch: In 25 von 26 Ligaspielen und allen vier Pokalspielen stand Eggestein in der Anfangsformation. Es bedarf keiner „Breaking news“ um zu verkünden, dass der Hannoveraner endgültig in der Bundesliga angekommen ist. Vielmehr die Konstanz, mit der er Woche für Woche seine Leistung abruft, überrascht Berichterstatter und Teamkollegen gleichermaßen.

Ihn selbst nicht: „Nein, ich bin nicht überrascht. Ich habe immer daran geglaubt, dass ich mich in der Bundesliga durchsetzen kann. Zwar musste ich einige Umwege gehen, aber ich habe nie den Glauben verloren, dass ich die Stärke habe in der Liga zu spielen“, erklärt Eggestein, der sich langsam aber sicher mit dem Spitznamen ‚Laufwunder‘ anfreunden muss. Zum zehnten Mal in der aktuellen Spielzeit legte er die meisten Kilometer aller Bundesligaspieler zurück, ganze 16 Mal findet sich sein Name unter den vier laufstärksten Akteuren des Spieltags. „Mein Anspruch ist es nicht, möglichst viel zu laufen, sondern die richtigen Wege zu gehen und meinen Mitspielern so zu helfen“, relativiert Eggestein. Läuft richtig gut, könnte man festhalten.

Ich fühle mich extrem wohl. Es muss sich keiner Sorgen machen, dass ich im Sommer wechseln möchte.
Maximilian Eggestein

Eggestein ist dabei ein Spiegelbild der gesamten Truppe. Drei der fünf laufstärksten Spieler waren am vergangenen Spieltag Werderaner. Mehr Kilometer, mehr intensive Läufe – Parameter, die sich seit dem vergangenen Herbst messbar verbessert haben. „Unsere Spielweise führt zu diesen Läufen und nicht umgekehrt. Wir machen die Läufe mit Hintergrund“, stellt Kohfeldt klar. Im Training wird dafür die Grundlage gelegt. ‚Repeated Sprints‘ lautet nur eins der zahlreichen Zauberwörter, das Eggestein mit einem Seufzer quittiert. Und einem Schmunzler.

Doch das ganze Team zieht mit, beim Sprinttraining und in den Ligaspielen. „Egal wer spielt, wir verlieren keine Qualität und können alle Ausfälle kompensieren. Das ist eine Stärke von uns“, konstatiert Eggestein, der sich im Team sehr wohl fühlt. Vor allem deshalb müsse sich keiner der Werder-Fans Sorgen machen, unterstreicht der Newcomer, „dass ich im Sommer wechseln möchte“. Neben Laufwunder, Torschütze, U 21-Nationalspieler ist er vor allem auch Werderaner.