Offensiv denken!

Delaney über Spielidee und Selbstvertrauen

Offensiver spielen, offensiver auftreten: Für Thomas Delaney gehen die neue Spielidee und das neue Gefühl Hand in Hand (Foto: Heidmann).
Profis
Donnerstag, 07.12.2017 // 15:36 Uhr

Von Yannik Cischinsky

Noch keine zwölf Monate trägt Thomas Delaney das Werder-Trikot. Für den Dänen ist die Auswärtspartie am Samstag allerdings bereits das dritte Aufeinandertreffen mit dem BVB. Sein Bundesliga-Debüt gab Delaney gegen Borussia Dortmund. Für jeden Fußballer ein unvergessliches Ereignis. Allerdings unterlag Werder mit 1:2, blieb auf Platz 15 kleben. Gleich viermal verloren die Grün-Weißen zu Jahresbeginn. Es war ein verpatzter Start. „Ich bin in einer schweren Zeit gekommen, aber zum Schluss haben wir um Europa gespielt“, blickt Delaney zurück. Nicht ohne Stolz.

Am letzten Spieltag der Saison leuchteten erneut die Wappen von BVB und SVW auf der Anzeigetafel, dieses Mal im Dortmunder SIGNAL IDUNA PARK. Delaney erinnert sich „an ein tolles Spiel“. Eine 3:4-Niederlage zwar, in der es auf und ab ging, zwei Teams auf Augenhöhe, kämpfend um die Qualifikation für den europäischen Wettbewerb. Mit dem gleichen Mut und Selbstvertrauen wie im Mai wollen die Werderaner kommendes Wochenende in den Pott reisen. „Ich bin überzeugt, dass wir in Dortmund gewinnen können“, sagt Delaney. Weder sagt er das besonders betont, noch klingt es aufgesetzt. Es wirkt schlicht überzeugt.

Florian Kohfeldt hat dem Team wieder "ein positives Gefühl" vermittelt (Foto: nordphoto).

Bei allem Respekt für die Qualität der Dortmunder und vor allem mit Blick auf die Tabellenkonstellation ist der Glaube an die eigene Stärke zurück. „Wir geben uns nicht zufrieden, zwei Tage vorher schon zu vermuten, dass wir verlieren. Das gilt für die Mannschaft und den Trainer“, versucht Delaney zu erklären, mit welcher Einstellung das Team in die schwere Auswärtsaufgabe beim achtfachen Deutschen Meister und diesjährigen Champions-League-Starter gehe.

Die Grün-Weißen formulieren offensiv, mit welchem Ziel sie in Dortmund antreten. Am Mittwoch hatte das Ludwig Augustinsson getan (siehe Extrameldung), Donnerstag schlug Delaney in die gleiche Kerbe. Der offensive Gedanke ist zurückgekehrt. Neben dem Platz, vielmehr aber auf dem Rasen selbst. Mehr eigenen Ballbesitz anstreben, höher verteidigen, etwas mehr Fokus auf das eigene Offensivspiel legen - mit dieser Idee ist Coach Florian Kohfeldt angetreten. Und seine Idee kommt an im Team. „Die grundsätzliche Vorstellung des Trainers ist sehr wichtig für eine Mannschaft. Wir glauben an diese Idee. Das haben wir als Spieler vom ersten Tag an“, erklärt Delaney. Der offensive Grundgedanke passe zum Team, diese fußballerische Ausrichtung sei auch die Vorstellung der Spieler.

Ich glaube, das ist gerade der Beginn eines neuen Hochs
Thomas Delaney

Auf der Spurensuche nachdem, was sich in den vergangenen Wochen verändern hat, legt Delaney eine Fährte: ein Gefühl. Ein positives Gefühl. Delaney hat es, seit den letzten vier Spielen, an jedem Tag und in jedem Training. Man könnte von einem zarten Pflänzchen sprechen, das unter anderem Cheftrainer Florian Kohfeldt in die Köpfe der Spieler gepflanzt hat, und das seit Anfang November stetig wächst. „Der Trainer hat dieses Gefühl in kürzester Zeit sehr gut auf die Mannschaft übertragen. Wir haben in den letzten Wochen viele gute Erfahrungen miteinander gemacht. Wir sind besser als am ersten Tag, an dem Florian uns trainiert hat“, sagt Delaney, der eine Entwicklung der Mannschaft beobachtet. „Wir werden besser und besser, von Woche zu Woche.“

In seinen Augen hat dem aufkeimenden Selbstvertrauen vor allem der knappe 1:0-Heimsieg gegen Stuttgart nahrhaften Boden bereitet: „Das war sehr wichtig. Wir haben unsere Vorgaben zwar nicht gut umgesetzt, aber trotzdem gewonnen. Das bringt uns viel weiter, als nur gut gespielt zu haben.“ Vier ordentliche Leistungen in Folge stehen zu Buche, zwei Siege gegen zwei Aufsteiger. Es ist ein kleines Hoch, in einem Werder-Jahr mit vielen Aufs und Abs, einem bewegten Jahr für Thomas Delaney. Am Wochenende soll auch auswärts endlich etwas Zählbares rausspringen, im Idealfall gleich dreifach. „Ich glaube, das ist gerade der Beginn eines neuen Hochs", sagt Delaney und seine Stimme verrät: Er ist überzeugt davon.