Fin geht es gut!

Bartels und der Weg zum Comeback

Arbeitet täglich an seinem Comeback: Fin Bartels (Foto: WERDER.DE)
Profis
Mittwoch, 10.01.2018 // 17:44 Uhr

Es war eigentlich ein ganz großer grün-weißer Feiertag, als der SV Werder sich am 15. Spieltag mit einer ganz stark Leistung im Dortmunder Hexenkessel mit einem 2:1-Auswärtssieg drei Punkte gegen den hochfavorisierten BVB sicherte. Doch ein Zweikampf, ein schmerzverzerrtes Gesicht, eine schwere Verletzung zeigten an diesem Tag allen Bremern, wie brutal eng Freud und Leid beieinander liegen können. Die Rede ist von Fin Bartels und seiner Achillessehne, die an diesem Tag riss. Einen Monat später läuft das Rehaprogramm auf Hochtouren und der Angreifer kann im Interview mit WERDER.TV schon wieder lachen.

Einige Tage nach dem Sieg der Werderaner in Dortmund, stand für die Mannschaft von Cheftrainer Florian Kohfeldt das nächste Spiel in Leverkusen an. Logischerweise war Fin Bartels an diesem Tag nicht mit nach Leverkusen gereist, trotzdem war er seiner Mannschaft an diesem Abend ganz nah. „Ich war beinahe nicht ganz pünktlich vor dem Fernseher. Wer drei Kiddis hat, kann das sicher nachvollziehen. Als ich dann die Aufwärmshirts der Jungs gesehen habe mit meinem Namen drauf, hatte ich einfach nur Gänsehaut, ich habe mich riesig darüber gefreut“, erzählt der Angreifer mit einem Lächeln auf den Lippen.

Die Mannschaft setze vor dem Spiel gegen Leverkusen ein großes Zeichen der Solidarität mit Fin Bartels (Foto: nordphoto).

Gänsehaut im gegenteiligen Sinne spürten wohl auch alle Grün-Weißen als die Kameras der TV-Übertragung des vorangegangen Spiels das schmerzverzerrte Gesicht des Hanseaten unmittelbar nach seiner Auswechslung einfingen. „In dem Moment kam so viel zusammen, der Schmerz war gar nicht so schlimm. Schmerzhaft war eher der Schock und die Traurigkeit über die Diagnose der Docs, die mir schnell zu verstehen gaben, dass sie wahrscheinlich gerissen ist“, erinnert sich Bartels. Sie war die Achillessehne und wahrscheinlich mündete in bittere Gewissheit. Nach der erfolgreichen Operation in einem Bremer Krankenhaus, trägt Bartels nun, circa vier Wochen nach dem Dortmund-Spiel eine massive, kiloschwere Schiene, um den lädierten Fuß zu schonen. Gleichzeitig arbeitet der Angreifer aber seit Jahresbeginn täglich an seinem Comeback. „Ich bekomme viele Behandlungen und arbeite im Kraftraum daran, die Muskulatur möglichst gut zu erhalten, damit ich nicht allzu viel Muskeln wieder aufbauen muss, wenn wir die Belastung wieder erhöhen können", erläutert Bartels. Für Prognosen oder Gedankenspiele bezüglich des Rückkehr-Zeitpunktes ist indes aber noch viel zu früh. „Es sind kleine Schritte. Ich brauche vor allem Geduld und darf mich nicht zu sehr unter Druck setzen, wenngleich natürlich klar ist, dass ich möglichst schnell wieder spielen will."

Der Kraftraum wird in den nächsten Wochen oft Bartels Arbeitsstätte sein. (Foto: WERDER.DE)

Was aber in jedem Fall schon möglich ist, ist die Unterstützung der Teamkameraden im Weser-Stadion im Spiel gegen die TSG Hoffenheim. „Natürlich bin ich am Samstag dabei. Ich muss vielleicht beim Jubeln ein bisschen aufpassen, aber ich will die Mannschaft unterstützen, das lasse ich mir nicht nehmen.“ Abschließend beantwortet der 30-Jährige die eigentlich wichtigste Frage in seiner Situation: „Ich habe keine Schmerzen, es geht mir gut“, huscht Bartels zum zweiten Mal ein Lachen über die Lippen.