Damals Debütant, heute Leader

Philipp Bargfrede im Interview

Philipp Bargfrede ist voll fokussiert auf das Duell gegen die Hertha (Foto: nordphoto).
Profis
Mittwoch, 24.01.2018 // 17:42 Uhr

Von Daniel Gerdes und Markus Biereichel

Philipp Bargfrede wirkt entspannt und fokussiert. Die 2:4-Auswärtsniederlage bei den Bayern schmerzt noch, aber sein Blick richtet sich nach vorne. Mission Heimsieg ist die Devise für das Top-Spiel am Samstagabend gegen die Berliner Hertha. Mit dem Verein aus der Hauptstadt verbindet der „Ur-Werderaner“ nämlich mehr als die zahlreichen Begegnungen der letzten Jahre. Was das ist, wie er die Hertha am Wochenende erwartet und ob er sich einen Vereinswechsel überhaupt vorstellen könne, hat er WERDER.TV im Interview verraten.

Es war der 30.08.2009 als der 20-jährige Jungspund das erste Mal den Spielertunnel mit Einlaufkind verließ. Zuvor hatte er schon 22 Minuten als Einwechselspieler alles für die grün-weißen Farben gegeben. Ausgerechnet im Berliner Olympiastadion aber, dem Ort, an dem seine Mannschaftskameraden auf den Tag genau drei Monate zuvor den DFB-Pokalsieg gegen Leverkusen feierten, gab Bargfrede sein Startelfdebüt. 69 Minuten und eine gelbe Karte später war sein Arbeitstag vorbei, Werder gewann mit 3:2. Damals an seiner Seite: Spieler wie Tim Borowski, Mesut Özil oder Claudio Pizarro. Im Folgejahr ging es für den SV Werder über die Qualifikationshürde Sampdoria Genua letztmals in die Königsklasse. Dort sammelte der gebürtige Zevener Erfahrungen gegen Teams wie die Tottenham Hotspur oder Inter Mailand. Für Bargfrede eine lehrreiche Zeit: „Ich habe sehr viel lernen können in meinen jungen Jahren. Mit der Zeit wird man erfahrener und lernt vieles auch in den Spielen.“

Siegessicher: Philipp Bargfrede glaubt an den ersten Sieg im neuen Jahr (Foto: nordphoto).

Zurück in der Gegenwart haben die Bremer eine richtungsweisende Partie vor der Brust. „Es wird ein sehr wichtiges Spiel für uns. Wir spielen zuhause und da wollen wir unbedingt in voller Höhe punkten. Das ist, was momentan für uns zählt", sagt Bargfrede. Unterschätzen werde man die Herthaner keineswegs: „Ich erwarte einen guten Gegner am Wochenende, der viel Potenzial hat. Trotzdem gehe ich mit einem positiven Gefühl in das Spiel. Wir werden Vollgas geben.“ Im Gegensatz zum Bayern-Spiel, das gezeigt hat, dass auch eine Mannschaft gespickt mit Weltstars Schwierigkeiten mit gut gestaffelten Bremern bekommen kann, soll die Umsetzung der von Cheftrainer Florian Kohfeldt vorgegebenen Marschroute in drei Punkte münden. „Wir haben in München zum Großteil umgesetzt, was der Trainer uns an die Hand gegeben hat. Wir haben zwar gut nach vorne gespielt, aber in der Verteidigung zu einfach die Gegentore bekommen. Daran müssen wir arbeiten“, betont Bargfrede. Für das Wochenende prognostiziert der dienstälteste Werder-Profi einen Heimsieg: „Wir gewinnen, weil wir einfach dran sind. Wir führen die guten Ansätze, die wir in den letzten Wochen gezeigt haben weiter und werden uns den Sieg verdienen.“

Seit fast einem Jahrzehnt gehört "Bargi" nun schon dem Profi-Kader an - und wenn es nach ihm ginge, ist seine Zeit an der Weser noch lange nicht beendet. Auf die Frage, ob er sich überhaupt vorstellen könne, seine Fußballschuhe woanders zu schnüren, sagt Bargfrede nur das: "Es war immer mein Traum, eines Tages im Weser-Stadion zu spielen. Ich fühle mich so wohl hier, meine Familie und meine Freunde leben alle hier in der Umgebung. Das ist ein großes Pfund, das ich nicht missen möchte.“ Und die Fans möchten ihre Nummer 44 im Werder-Mittelfeld nicht missen.

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