Disziplinierte Defensive

Auswärts ohne Gegentor

In Berlin kämpfte jeder für jeden - ob Offensivkräfte wie Pizarro oder in der Defensive (Foto: nordphoto).
Profis
Sonntag, 11.12.2016 // 13:34 Uhr

Von Yannik Cischinsky und David Steinkuhl

Um exakt 20.21 Uhr durften die Grün-Weißen jubeln. Mit dem 1:0-Erfolg in Berlin konnten sie endlich den ersten Auswärtssieg der Saison einfahren! Doch damit nicht genug. Dank einer vor allem in der Rückwärtsbewegung geschlossenen Mannschaftsleistung erarbeiteten sich die Werderaner im gleichen Zug auch die erste Partie ohne Gegentor in dieser Spielzeit. „In puncto Defensivverhalten war das unsere beste Saisonleistung. Wir haben dem Gegner, der zuhause bis dato nicht verloren hatte, wenige Räume gelassen, kaum Chancen zugelassen. Das war gut“, resümierte ein erschöpfter Philipp Bargfrede. 

Ihm und seinen Teamkollegen fiel nach dem Schlusspfiff ein Stein von Herzen. 13 Spieltage lang hatte es immer mindestens einen Gegentreffer gegeben und bei sechs Gastspielen nur für zwei Punkte gereicht. Diese Statistik wurde in der Hauptstadt aufpoliert. „Das tat gut“, sprach ein erleichterter Frank Baumann vielen Grün-Weißen aus der Seele. „Der Glaube ist im Fußball sehr wichtig. Das heutige Spiel hat uns gezeigt, dass wir auswärts bei einem Top-Team ohne Gegentreffer bestehen können. Das war sehr wichtig“, erklärte der Geschäftsführer Sport. Diesen Auftrieb gilt es jetzt mitzunehmen, die positiven Errungenschaften zu konservieren.

Denn taktisch hatten Alexander Nouri und sein Trainerteam ihre Akteure hervorragend auf die Berliner Überraschungsmannschaft eingestellt. „Wir waren sehr diszipliniert, alle haben mitgearbeitet. Für mich war der Sieg eine logische Konsequenz aus einer konzentrierten Defensivleistung, die das Team gezeigt hat“, lobte Nouri seine Mannschaft. Die Marschroute gegen den Tabellendritten war eindeutig formuliert worden: vorne attackieren, in der Mitte kompakt stehen und das Spiel vom eigenen Strafraum fernhalten. „Wir wollten das Spiel in der Hälfte der Hertha halten, da wir um ihre Qualität in der Offensive wussten. Die Maßgabe war früh draufzugehen“, erläuterte Max Kruse, dessen Pressing-Treffer schließlich den verdienten Lohn brachte.

Das gelang. Abgesehen von Vedad Ibisevics Pfostenschuss im ersten Durchgang und Salomon Kalous Distanzkracher, den Jaroslav Drobny stark parierte, hatte die Hertha über weite Strecken der Begegnung kaum Torchancen. Erst gegen Ende geriert Werder noch einmal etwas unter Druck. „Dass man in der Schlussphase nicht alle Aktionen über die Außen unterbinden kann, ist klar“, räumte Nouri ein. Unter dem Strich blieb sein Team ohne einen Gegentreffer. Dank einer geschlossenen, disziplinierten Defensivarbeit aller Mannschaftsteile. Und genau daran wird auch in der kommenden Trainingswoche weiter hart gearbeitet.