Wiedersehen am Millerntor: das Quartett der Ehemaligen

Vorbericht zum Test bei St. Pauli

Lennart Thy und Santiago García trafen im letzten Test zwischen beiden Teams aufeinander (Foto: nordphoto).
Vorbericht
Mittwoch, 05.10.2016 // 12:53 Uhr

Von David Steinkuhl und Yannik Cischinsky

Wenn sich Grün-Weiß auf den Weg nach Hamburg macht, dann steht zumeist etwas Besonderes an. Am Donnerstag reist das Team von Cheftrainer Alexander Nouri wieder in die Hansestadt – allerdings dieses Mal nicht für das Nordderby gegen den HSV, sondern zu einem Test gegen den FC St. Pauli. Um 18.30 Uhr trifft Werder im altehrwürdigen Stadion am Millerntor auf den Zweitligisten vom Kiez. WERDER.TV überträgt die Partie für Premium-Abonnenten hier live.

WERDER.DE hat den Testspielgegner schon einmal etwas genauer unter die Lupe genommen und widmet sich der aktuellen sportlichen Situation, den letzten Aufeinandertreffen sowie dem Wiedersehen alter Bekannter. Schließlich haben gleich vier Werderaner eine Vergangenheit beim FC St. Pauli.

Pendler und Ex-Paulianer: Vier zwischen Elbe und Weser

Vier Jahre spielte Fin Bartels für den FC St. Pauli ehe er zu Werder wechselte (Foto: nordphoto).

Während Fin Bartels von 2010 bis 2014 bei St. Pauli unter Vertrag stand, gehörte Max Kruse von 2009 bis 2012 den Hamburgern an. Als er den Verein in Richtung Freiburg verließ, heuerte mit Lennart Thy ein weiterer Ex-Werderaner an, der insgesamt vier Jahre lang in der Elbstadt auflief. Seit dem Sommer kicken Kruse und Thy bekanntermaßen wieder in ihrer fußballerischen Heimat an der Weser. Die ereignisreichste Zeit am Millerntor erlebte allerdings Werders aktueller Co-Trainer Florian Bruns, der 2006 aus Aachen zum „Kiezklub“ wechselte. Damals spielte St. Pauli noch in der Regionalliga Nord, doch mit Trainer Holger Stanislawski ging es innerhalb von vier Spielzeiten hoch bis in die Bundesliga. Insgesamt sieben Jahre trug Bruns das Pauli-Trikot ehe er 2013 als Kapitän von Werders U 23 eine Führungsrolle übernahm.

In der Bundesliga standen sich beide Teams zuletzt in der Saison 2010/11 gegenüber. Am 31. Spieltag siegte der SVW auswärts mit 3:1, St. Pauli musste als Tabellenachtzehnter am Ende der Saison den Gang zurück in die Zweitklassigkeit antreten, wo sie mit zwei vierten Plätzen (2011/12 und 2015/16) den Wiederaufstieg jeweils knapp verpassten.

Aktuell läuft es dagegen für die Elf von Trainer Ewald Lienen weit weniger gut. Mit fünf Punkten aus acht Spielen hat der Gastgeber die rote Laterne der 2. Bundesliga inne, bisher gelang nur ein Sieg im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld am 4. Spieltag. Einer der Torschützen beim Erfolg gegen die Ostwestfalen war Aziz Bouhaddouz. Der Stürmer, der im Sommer vom SV Sandhausen in den hohen Norden wechselte, ist mit drei Treffern in der bisherigen Spielzeit der torgefährlichste Akteur der Kiezkicker. Gegen den SV Werder wird Lienen allerdings auf seinen Knipser verzichten müssen, Bouhaddouz ist mit der marokkanischen Nationalmannschaft unterwegs.

Erstes Aufeinandertreffen seit drei Jahren

Unsanfte Landung: St. Pauli steckt nach einem misslungenen Saisonstart im Tabellenkeller fest (Foto: nordphoto).

Auf ewig unvergessen bleibt das Viertelfinal-Duell beider Klubs im DFB-Pokal 2005/06, das Werder auf vereistem Untergrund mit 1:3 verlor. Miroslav Klose verletzte sich schon im ersten Durchgang, Werder "rutschte" aus dem Pokal raus. „Dieses Spiel hätte nie stattfinden dürfen. Es war unverantwortlich, hier zu spielen. Auf diesem Platz war kein Fußballspiel möglich“, ärgerte sich Klaus Allofs damals. Doch Werder bekam 2009/10 die ersehnte Pokal-Revanche, gewann in Runde 2 knapp mit 2:1 und machte am Ende der Saison den Einzug ins Pokal-Finale perfekt.

Erst drei Jahre ist es dagegen her, da traf der SVW aus gleichem Anlass auf den Kult-Klub aus der Hafenstadt, wie am morgigen Donnerstag. Damals, im September 2013, mussten sich die Grün-Weißen im Stadion Hoheluft mit 1:4 (0:3) geschlagen geben. Lediglich Martin Kobylanski traf damals für Werder. Mit einem derartigen Ergebnis wäre Alexander Nouri, der zum ersten Mal als Cheftrainer und nicht mehr nur als Interims-Coach an der Seitenlinie stehen wird, mit Sicherheit nicht zufrieden. Er möchte den verbliebenen Akteuren, die nicht bei der Nationalmannschaft weilen oder verletzt sind, die benötigte Spielpraxis ermöglichen.

Eintrittskarten für den Test sind am Kartencenter am Millerntor-Stadion erhältlich. Ein Ticket im Sitzplatzbereich kann für 15 Euro (10 Euro ermäßigt) und Karten für Stehplätze für 8 Euro (5 Euro ermäßigt) erworben werden. Für das freundschaftliche Testspiel sind die Gegengerade (Steh- und Sitzplätze) sowie die Haupttribüne geöffnet.