Duell beim VfL: Comeback-Chancen unter Flutlicht

Vorbericht zum Test in Osnabrück

Ousman Manneh könnte gegen Osnabrück in der Offensive prominente Unterstützung bekommen (Foto: nordphoto).
Vorbericht
Donnerstag, 10.11.2016 // 13:03 Uhr

Von David Steinkuhl

"Flutlichtspiele waren Highlights", sagt Werder-Trainer Alexander Nouri über seine damalige Zeit im Trikot des VfL Osnabrück. Von 2004 bis 2008 stand Nouri als aktiver Profi bei den Lila-Weißen unter Vertrag. Ein Flutlichtspiel erwartet ihn auch bei seiner Rückkehr als Cheftrainer der SVW-Profis am morgigen Freitag, den 11.11.2016, beim bevorstehenden Test in der osnatel ARENA. Anstoß ist um 18.30 Uhr (im Live-Ticker auf WERDER.DE ab 18.15 Uhr). Nouri wird am Freitag allerdings nicht das einzige Mitglied des Trainerteams der Grün-Weißen sein, das in Osnabrück auf viele alte Bekannte trifft.

WERDER.DE befasst sich im Folgenden mit dem kommenden Gegner, beleuchtet in doppelter Hinsicht mehrere Rückkehrer und blickt zurück auf die Testspiel-Aufeinandertreffen beider Teams in den letzten Jahren.

Comebacks und Wiedersehen

Alexander Nouri war als Spieler vier Jahre lang in Osnabrück aktiv (Archivfoto: nordphoto).

Vom Niederrhein ins Osnabrücker Land – diesen Weg schlugen Alexander Nouri und sein heutiger Assistent an der Seitenlinie bei Grün-Weiß, Markus Feldhoff, im Sommer 2004 gemeinsam ein. Beide verließen den KFC Uerdingen und schlossen sich dem VfL an, der gerade aus der 2. Bundesliga in die Regionalliga Nord abgestiegen war. Drei Jahre später schafften Spielmacher Nouri und Sturmspitze Feldhoff den Wiederaufstieg in Liga zwei. Nouri, dem aus seiner Osnabrücker Zeit insbesondere die fantastische Stimmung und die besondere Atmosphäre an der Bremer Brücke bei Flutlichtspielen in Erinnerung geblieben ist, kramt das damals Erlebte immer wieder gerne hervor. „Ich verbinde unheimlich viele positive Erinnerungen mit dem VfL und der Stadt. Wir haben den Aufstieg in die zweite Liga geschafft und dort den Klassenerhalt“, berichtet Werders Chefcoach. „In Osnabrück habe ich viele gute Freunde gefunden, Freundschaften, die nach wie vor Bestand haben. Es war eine tolle Zeit.“

Ob auch im Kopf von Claudio Pizarro noch Platz für positive Erinnerungen an die osnatel ARENA ist, ist unklar. Ausgerechnet gegen seinen heutigen Trainer traf der Peruaner im Trikot des FC Bayern München im DFB-Pokal 2004/05 an der Bremer Brücke gleich doppelt und bewahrte sein Team beim 3:2-Sieg der Bayern damit vor einer Pokalblamage. Wenn er am Freitag in die Hasestadt zurückkehrt, wird er aber vor allem eines im Kopf haben: endlich wieder Fußball spielen zu können. Gegen Schalke 04 reichte es zuletzt schon für einen Kurzeinsatz, gegen Osnabrück sollten es einige Spielminuten mehr für den 38-Jährigen werden. "Richtig Bock auf Fußball" hat auch Philipp Bargfrede, der sein erstes Spiel seit Januar bestreiten könnte. Den Comeback-Abend perfekt machen will Max Kruse. Der Stürmer, der sich im Pokalspiel in Lotte verletzte, nahm einen Tag nach Pizarro das Mannschaftstraining wieder auf, stand beim letzten Bundesligaspiel gegen S04 aber noch nicht im Kader. Kruse wird laut Alexander Nouri, ebenso wie die anderen beiden Rückkehrer, in Osnabrück endlich wieder den Rasen betreten können.

Beim Drittligazweiten im "Wohnzimmer"

Im Galopp Richtung Comeback: Philipp Bargfrede und Max Kruse (Foto: nordphoto).

"Joe ist für mich ein Vorbild in puncto Einstellung gewesen. Er ist immer vorweg marschiert und hat hundert Prozent gegeben. Er ist die Identifikationsfigur des VfL Osnabrück", sagt Alexander Nouri übrigens über seinen Trainerkollegen Joe Enochs auf Seiten des VfL. "Ich freue mich auf das Wiedersehen in unserem alten Wohnzimmer." Der US-Amerikaner Enochs war ebenfalls einer von Nouris Weggefährten während seiner aktiven Zeit in Osnabrück. In der laufenden Spielzeit konnte Nouri seinen alten Kameraden allerdings schon einmal bezwingen. Ende August führte er Werder in seiner damaligen Rolle als U 23-Coach zu einem 4:2-Sieg gegen die Osnabrücker. Sieht man einmal von der Niederlage beim Gastspiel im Bremer Weser-Stadion ab, so spielen die Lila-Weißen bislang jedoch eine sehr gefällige Drittligasaison. Mit 24 Punkten aus den bisher absolvierten 14 Partien belegt man mit Rang zwei aktuell sogar einen Aufstiegsplatz. Im Kader stehen mit Marc Heider und dem Osnabrücker Publikumsliebling Addy-Waku Menga auch zwei Ex-Werderaner.

Die Profis des SVW traten in der Vergangenheit schon das ein oder andere Mal gegen den VfL an. Das letzte freundschaftliche Aufeinandertreffen gewannen die Niedersachsen im Sommer 2013 mit 1:0, ein halbes Jahr zuvor konnten die Werderaner im winterlichen Schneetreiben kurz vor dem Start der Rückrunde an der Bremer Brücke einen 2:1-Sieg nach Treffern von Kevin De Bruyne und Marko Arnautovic einfahren. Das letzte Pflichtspiel zwischen Grün-Weiß und Lila-Weiß liegt dagegen schon 35 Jahre zurück: In der 2. Liga Nord besiegte Werder den Gastgeber in der Hasestadt mit 4:1.

Fan- und Tickethinweise

Für die Partie hat die Polizei Osnabrück einige Hinweise zusammengestellt, die untenstehend zum Download verfügbar sind. Das Stadion öffnet 90 Minuten vor dem Anstoß, also um 17 Uhr. Im Stadionumfeld gibt es eine strikte Fantrennung, Gästefans werden vor dem Heimbereich abgewiesen. Vor dem Gästebereich gibt es nur eine begrenzte Abgabemöglichkeit für Rucksäcke.

Tickets für das Testspiel können in den Fanshops an der osnatel ARENA und in der Theater Passage Osnabrück, den externen Vorverkaufsstellen sowie über den Online-Shop des VfL und die Ticket-Hotline gekauft werden. Bis auf die Kindertribüne und West-Heim sind am Freitagabend alle Stadionbereiche geöffnet.