Mit guten Argumenten

Vorbericht zum Nordderby

Großer Druck: Im 105. Nordderby stehen sowohl der HSV als auch der SVW unter Zugzwang (Foto: nordphoto).
Profis
Donnerstag, 24.11.2016 // 16:44 Uhr

Betrachtet man die aktuelle Tabellensituation, so fällt eines auf: Noch nie steckte mehr Abstiegskampf im Nordderby. Trotz oder gerade wegen der prekären Lage, die vor dem 105. Nordderby am Samstag, 26.11.2016, um 15.30 Uhr (ab 15.15 Uhr im Live-Ticker auf WERDER.DE) herrscht, erwartet Werder-Coach Alexander Nouri ein heißes Duell im Hamburger Volksparkstadion. "Natürlich waren frühere Derbys höherklassiger, was die Tabellenplätze angeht, aber an Brisanz hat das Derby in keinster Weise verloren", unterstrich Nouri auf der Pressekonferenz vor dem Spiel am Donnerstag. Für Stürmer Max Kruse, der auf der Pressekonferenz auf dem Stuhl neben seinem Trainer Platz nahm, zählte ebenfalls nur das eine: "Der Rest der Saison interessiert mich heute nicht. Ich möchte dieses Spiel gewinnen." Gute Argumente aus der Vergangenheit bringt Kruse auf jeden Fall mit.

Welche Argumente Max Kruse vor dem Nordderby gegen den Hamburger SV genau aufweisen kann, wieso sich Hamburgs neuer Trainer eher ungern mit den Grün-Weißen misst und welcher Bremer das letzte Nordderby noch mit der "falschen" Raute auf der Brust absolvierte, haben wir hier zusammengefasst.

Wussten Sie schon, dass ...

 … man sich in den letzten Partien nie auf eine Punkteteilung einigen konnte? „Alles oder nichts“ - in den letzten sechs Jahren gab es kein Unentschieden beim Nordderby. Letztmals teilte man die Punkte beim 1:1 im Mai 2010 im Bremer Weser-Stadion. Danach holte sich Werder in zwölf Liga-Spielen sieben Mal den Derbysieg. Das letzte Unentschieden an der Elbe ist sogar schon mehr als zehn Jahre her, im September 2006 trennte man sich 1:1.

Blickrichtung Lieblingsgegner: Max Kruse hat in der Bundesliga noch nie gegen Hamburg verloren (Foto: nordphoto).

… Max Kruse besonders gern gegen die „Rothosen“ aufläuft? „In Hamburg habe ich noch nie verloren“, zeigte sich Max Kruse schon recht faktenkundig auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Er hätte das Wort „in“ auch getrost durch das Wort „gegen“ ersetzen können, denn in keinem einzigen seiner zehn Bundesligaspiele gegen den HSV, war es in Hamburg oder anderswo, verließ Max Kruse den Platz als Unterlegener. In seiner Zeit beim FC St. Pauli spielte Kruse in der Saison 2010/11 schon zwei Derbys gegen den Stadtrivalen. Das Auswärtsspiel im Volksparkstadion gewannen Kruse und die „Kiezkicker“ sogar mit 1:0, weitere acht Begegnungen ohne Niederlage gegen den HSV mit Freiburg, Gladbach und Wolfsburg folgten. Die Besonderheit: Gegen jedes andere Bundesliga-Team verlor Kruse spätestens im dritten Aufeinandertreffen. Eine beeindruckende Serie also, die nach Fortsetzung schreit!

… Serge Gnabry fernab der Weser eine perfekte Quote aufweist? Für Serge Gnabry wird das Duell mit dem HSV am Samstag das erste Nordderby seiner noch jungen Bundesliga-Karriere sein. In seinem fünften Auswärtsspiel im deutschen Oberhaus könnte der Neu-Nationalspieler aber jetzt schon einen Bundesligarekord einstellen. Gnabry erzielte bisher in all seinen vier Partien abseits des Weser-Stadions ein Tor, beim Saisonauftakt in München zählte er noch nicht zum SVW-Kader. Trifft der gebürtige Stuttgarter nun auch im Hamburger Volksparkstadion für Werder, würde er den Rekord von Steffen Baumgart einstellen, dem in der Saison 1995/96 eben jenes Kunststück für den FC Hansa Rostock gelang.

… der neue HSV-Trainer kein Werder-Spezialist ist? Markus Gisdol übernahm das Amt des Cheftrainers beim Hamburger SV vor sechs Spielen von Bruno Labbadia. Ein Sieg gelang dem Coach mit seiner neuen Mannschaft bisher nicht, lediglich zwei Remis sprangen für Gisdol heraus. Mit dem SV Werder trifft Gisdol jetzt übrigens auf seinen persönlichen Angstgegner: Von sechs Duellen mit seinem Ex-Klub Hoffenheim konnte Gisdol gegen Bremen kein einziges Mal gewinnen. Gegen kein anderes Team trat er damit öfter an, ohne einen Sieg feiern zu können.

Im letzten Nordderby trug Jaroslav Drobny noch das Trikot des HSV (Foto: nordphoto).

… ein Neu-Bremer zuletzt noch für Hamburg das Nordderby bestritt? Sechs Jahre lang trug Jaroslav Drobny das Trikot mit der schwarz-weiß-blauen Raute. Im Sommer 2016 wechselte er dann die Farben und ist seitdem in Grün und Weiß unterwegs. Beim letzten Nordderby, das die Hamburger im April mit 2:1 gewannen, hütete Drobny noch das HSV-Tor und hielt dabei sogar einen Elfmeter gegen Claudio Pizarro. Alles in allem stand der Tscheche bei vier Nordderbys zwischen den HSV-Pfosten - zweimal siegte Hamburg, zweimal Bremen.

… das Volksparkstadion zuletzt alles andere als eine HSV-Festung war? „Heimstärke“ ist ein Wort, das die Anhänger des Hamburger Sport-Vereins zuletzt wohl eher selten in den Mund nahmen. Viermal in Folge gab es zuletzt im Volksparkstadion eine Pleite, folgt am Samstag gegen den SV Werder die nächste Niederlage, wäre es die Einstellung des Negativrekords aus der Saison 1997/98.

… nur einer Claudio Pizarros Tormarke gegen den HSV überbieten kann? Und zwar kein Geringerer als Bayern-Legende Gerd Müller. Der „Bomber der Nation“ erzielte in seiner Karriere 27 Bundesliga-Treffer gegen den Klub aus Hamburg. Claudio Pizarros Quote gegen den HSV ist ebenfalls mehr als sehenswert: In 26 Spielen feierte der Peruaner schon 19 Torerfolge und traf damit so oft, wie gegen keinen anderen Gegner im deutschen Oberhaus

… das Spiel von Dr. Felix Brych geleitet wird? Die Schiedsrichter-Vita des zurzeit wohl besten deutschen Referees ist lang. Der 41-Jährige pfiff schon WM, EM und Olympische Spiele und ist seit 1999 DFB- und seit 2004 Bundesliga-Schiedsrichter. In seinem 21. Bundesligaeinsatz mit Werder-Beteiligung feiert der gelernte Jurist seine Nordderby-Premiere. Brychs Assistenten in Hamburg werden Mark Borsch und Stefan Lupp sein, der vierte Offizielle ist Bastian Dankert.

… die Partie gegen den Hamburger SV im Live-Ticker auf WERDER.DE und auf dem Smartphone verfolgt werden kann? Ab 15.15 Uhr am Samstag berichtet das Medien-Team der Grün-Weißen live aus dem Volksparkstadion und wird alle Informationen schnell und umfangreich direkt auf die Endgeräte der Werder-Fans bringen.

 Zusammengetragen von OPTA und WERDER.DE