"Sehr emotional, sehr brisant"

Sowohl in Bremen als auch in Hamburg musste der SVW zuletzt dem Rivalen den Vortritt lassen (Foto: Heidmann).
Profis
Mittwoch, 23.11.2016 // 12:44 Uhr

Von Yannik Cischinsky

Keine Partie gab es in der Bundesliga häufiger, kaum eine Begegnung schrieb häufiger Geschichte, es ist eins der emotionalsten und renommiertesten Derbys in Europa: das Nordderby. Zum 105. Mal in der Bundesligahistorie treffen Werder und der HSV am Samstag aufeinander. Die Vorfreude auf das legendäre Duell der Hansestädte steigt bei allen Beteiligten – trotz der aktuell sportlich angespannten Situation auf beiden Seiten. „Wir wissen, dass es wieder ein heißes, äußerst spannendes Nordderby wird“, sagt Frank Baumann.

"So ein Spiel hat immer einen besonderen Reiz. Die Mannschaft weiß, was auf sie zukommt", wird Hamburgs Coach Markus Gisdol auf HSV.DE zitiert. Der 47-Jährige blieb als Trainer in sechs Duellen mit Werder ohne Sieg. Für seinen Gegenüber, Alexander Nouri, wird es das erste Duell mit dem HSV sein. „Da bedarf es keiner großen Worte“, sagte Werders Cheftrainer bereits unmittelbar nach der Niederlage gegen Frankfurt, sich der großen Bedeutung der Partie bewusst. Als Spieler siegte Nouri in 13 Duellen mit der Zweitvertretung des HSV achtmal, gegen keinen anderen Verein gewann er häufiger, gegen keinen netzte er mit drei Treffern häufiger ein. Jetzt wartet auf ihn das „große“ Nordderby.

Philipp Bargfrede möchte seine gute Nordderby-Bilanz ausbauen und drei Punkte einfahren (Foto: Heidmann).

Während die Hamburger ein Trainingslager im niedersächsischen Barsinghausen bezogen haben, bereiten sich die Grün-Weißen konzentriert am Weser-Stadion vor. „Jeder weiß, was ansteht, da braucht man seine Sinne nicht zusätzlich zu schärfen. Das wird ein sehr emotionales, sehr brisantes Spiel“, ist sich Philipp Bargfrede sicher. Mit insgesamt neun Nordderbys bestritt der genesene Mittelfeldakteur nach Clemens Fritz (14) und Claudio Pizarro (13) die drittmeisten auf Seiten des SVW. Sechsmal verließ er den Platz als Sieger. „Beide Mannschaften stehen unten drin und brauchen Punkte. Samstag ist der richtige Zeitpunkt, um drei Zähler zu holen. Wir wollen das Derby gewinnen“, macht Bargfrede klar.

Für einige seiner Teamkollegen wird es das erste Derby zwischen Bremen und Hamburg in ihrer Karriere sein, so auch für Niklas Moisander. Der Finne kann die Partie „kaum erwarten“, gibt er zu. „Ich habe schon so viel von dem Duell gehört. Beiden Städten bedeutet das Derby enorm viel, mit der aktuellen sportlichen Situation wäre ein Sieg nochmal wichtiger. Wer am Samstag gewinnt, der kann einen großen Schritt nach vorne machen, auch was das Selbstvertrauen anbelangt“, sagt Moisander.

Sicher ist, dass Werder nach zwei verlorenen Derbys in der Vorsaison endlich wieder als Sieger den Platz verlassen möchte. „Dafür müssen wir mehr zeigen als in den letzten Spielen, härter arbeiten, uns noch besser konzentrieren“, fordert Santiago García. Beide Verteidiger erwarten ein intensives Spiel, „ein hartes Duell mit vielen Zweikämpfen, wie es in Derbys üblich ist“, so Moisander. Für Frank Baumann kommt es dabei darauf an, dass die Unterstützung friedlich bleibt. „Auf dem Platz wird es zur Sache gehen, auf den Rängen freuen wir uns auf die tolle und vor allem faire Unterstützung.“